Antoine Hubert, VR-Delegierter AEVIS-Victoria: „Wir bieten auch 3’000 CHF in bar oder 55.06 AEVIS-Aktien.“

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Antoine Hubert, VR-Delegierter der AEVIS-Gruppe. Bild: zvg

Nachdem die Zürcher Klinikgruppe Hirslanden den Aktionären der Bieler Privatklinik Linde am Freitag ein konkretes Übernahmeangebot unterbreitet hat, folgt nun das zur AEVIS-Gruppe gehörende Swiss Medical Network (SMN) mit einem nachgebesserten Angebot. Wie Antoine Hubert, VR-Delegierter von AEVIS, auf Nachfrage von schweizeraktien.net erklärt, sollen die Linde-Aktionäre von SMN ebenfalls 3’000 CHF in bar oder wahlweise 55.06 AEVIS-Aktien erhalten. Damit ist das Barangebot identisch mit der Offerte von Hirslanden. Hubert betont im Interview mit schweizeraktien.net die Vorteile einer Übernahme durch AEVIS /SMN.

Herr Hubert, die Hirslanden-Gruppe hat nach einer angekündigten Due-Dilligence-Prüfung den Aktionären der Linde Holding nun ein konkretes Uebernahmeangebot zu 3’000 CHF in bar vorgelegt. Wie wird AEVIS bzw. das Swiss Medical Network nun reagieren?

Swiss Medical Network hat nach Bekanntwerden des Angebots von Hirslanden ihr Kaufangebot für die Privatklinik Linde sofort angepasst, so dass der Preis kein Auswahlkriterium darstellt und die Aktionäre von Linde, die ihre Aktien bereits angedient haben, nicht im Nachteil sind. Das neue Angebot sieht einen Kaufpreis von CHF 3‘000 in bar oder 55.06 Aktien von AEVIS, d.h. CHF 3‘200 pro Aktie von Linde basierend auf dem Referenzpreis von CHF 58.11 bzw. mehr als CHF 3‘400 basierend auf dem aktuellen Aktienkurs, vor. Die anderen Bedingungen bleiben unverändert.

Warum sollten die Aktionäre das Angebot der AEVIS-Gruppe annehmen, statt an Hirslanden zu verkaufen? Welche Vorteile kann SMN bieten, die Hirslanden nicht bietet?

AEVIS hat in den letzten sechs Jahren bewiesen, dass sie für ihre Aktionäre und die Unternehmen, die Teil der Gruppe sind, nachhaltig Wert zu schaffen weiss. Für die Belegärzte von Linde kann Swiss Medical Network einen langjährigen Leistungsausweis bei der erfolgreichen Integration von Privatkliniken in ihr Netzwerk ausweisen. Die Identität der Kliniken und die Unabhängigkeit der Belegärzte wird gestärkt, die regionale Verankerung der Kliniken wird gefördert, und es wird massiv in die Infrastruktur der Kliniken investiert. Linde wird von der Zuweisung von Patienten von den anderen Kliniken im Espace Mittelland profitieren, welche aufgrund ihrer Grösse gewisse Fachgebiete nicht abdecken. Auf der politischen Ebene setzt sich Swiss Medical Network, als landesweit aktive, aber dezentral und föderalistisch organisierte Gruppe, konsequent für eine liberale Privatmedizin ein.

Wie wird die AEVIS-Gruppe die Akquisition finanzieren, wenn der Kauf der Linde Holding nun statt 87.5 Mio. CHF 105 Mio. CHF kostet?

Wir sind überzeugt, dass unser angepasstes Tauschangebot attraktiver als das Angebot in bar ist, insbesondere für die Belegärzte. AEVIS verfügt zudem über nicht gezogene Finanzierungslimiten über mehr als CHF 140 Mio. für den Fall, dass alle Aktionäre das Barangebot annehmen würden.

Die Linde Holding hat 2016 einen Umsatz von 90 Mio. CHF und ein EBITDA von 8.3 Mio. CHF erzielt. Warum sollte sich bei Preisen von über 100 Mio. CHF eine solche Transaktion überhaupt noch rentieren?

Linde ist ein dynamisches Unternehmen, welches in den letzten Jahren stark gewachsen ist. Der vor Kurzem fertiggestellte und in Betrieb genommene Neubau ist noch nicht in den Zahlen von Linde abgebildet. Wir glauben, dass Linde bei einer Integration in unser Netzwerk noch viel Entwicklungspotenzial hat.

Entscheidend werden am Schluss die Hauptaktionäre sein. Wie haben Sie diese in die Transaktion eingebunden?

Wir haben das medizinische und strategische Konzept, welches unserem Angebot unterliegt, mit dem Verwaltungsrat von Linde entwickelt und verhandelt. Der Verwaltungsrat ist mehrheitlich aus Belegärzten der Linde zusammengesetzt. Im Rahmen unseres Angebots wurde eine Transaktionsvereinbarung mit dem Verwaltungsrat abgeschlossen, und dieser hat seine Unterstützung und seine Empfehlung für unser Angebot bestätigt. Wir gehen davon aus, dass die anderen Aktionäre von Linde der Empfehlung des Verwaltungsrats folgen werden.

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