Bernexpo: Frankenstärke fordert das Berner Messeteam – Gutes Ergebnis für 2015 erwartet

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Die BEA-Ausstellung ist und bleibt ein Zugpferd der Bernexpo Groupe. Bild: www.beapferd.ch
Die BEA-Ausstellung ist und bleibt ein Zugpferd der Bernexpo Groupe. Bild: www.beapferd.ch

Im Geschäftsjahr 2014 erzielte der Berner Messeveranstalter Bernexpo einen Rekordumsatz von 62.3 Mio. CHF. Doch bereits an der diesjährigen Generalversammlung machte CEO Roland Brand deutlich, dass der Umsatz im laufenden Geschäftsjahr nicht mehr diese Grössenordnung erreichen werde, da zahlreiche Sonderfaktoren zu dieser ausserordentlichen Entwicklung geführt hätten. Besonders gefordert war das Team des Live-Marketing-Unternehmens wegen der Unsicherheiten nach dem Wegfall der Frankenuntergrenze. Trotz dieser Herausforderungen dürfte das Geschäftsjahr 2015 wie geplant verlaufen. „Wir werden im laufenden Geschäftsjahr die gesetzten Ziele wohl erreichen“, erklärte Brand auf Nachfrage von schweizeraktien.net. Allerdings räumte er auch ein, dass seit dem Wegfall der Kursuntergrenze der Druck auf die Marketingbudgets der Aussteller spürbar zugenommen habe. Dennoch bleibt er zuversichtlich. „Für unsere Kunden, die im Ausland nun weniger verkaufen, stellt die stärkere Präsenz im Schweizer Markt eine Chance dar“, meint der Bernexpo-CEO, fügt aber hinzu, dass die Bernexpo Groupe von einem möglichen Fokus ihrer Kunden auf den Binnenmarkt bisher noch nicht spürbar profitieren könne.

Zyklische Umsatzschwankungen sollen 2016 erstmals durchbrochen werden

Insgesamt erwartet Roland Brand in 2015 ein weiterhin gutes Ergebnis und eine starke EBITDA- resp. EBIT-Marge im Rahmen der Vorjahre. Hoffnungen auf generelle Margenverbesserungen wollte er hingegen keine machen. Aufgrund der schwierigeren Situation konzentriere man sich derzeit darauf, die Umsätze halten zu können. Für 2016 plant die Bernexpo Groupe erstmals, den Zyklus bei den Umsätzen – in geraden Jahren waren die Umsätze in der Vergangenheit immer geringer als in ungeraden Jahren – durchbrechen zu können. Denn eigentlich stünde mit 2016 ein umsatzschwaches Jahr an. Durch neue Veranstaltungen wie die Bildungsmessen Didacta und Worlddidac soll der Umsatz jedoch näher am Vorjahreswert liegen als in früheren Perioden. Bis allerdings auch die Marge in bisher zyklisch schwachen Jahren auf das gleiche Niveau ansteigt, dürfte es noch etwas dauern.

Finanzierungskonzept für neue Halle bis Jahresende

Ein wichtiger Zukunftsentscheid für die Bernexpo-Gruppe steht vor Jahresende an. Bis dahin soll das Finanzierungskonzept für die geplante Eventhalle mit dem Namen BElive-Center stehen. Schon im kommenden Jahr könnte dann mit der Bauprojektierung begonnen werden. Roland Brand wies im Zusammenhang mit den Verhandlungen mit Stadt und Kanton Bern über das Finanzierungskonzept nochmals darauf hin, dass der Verwaltungsrat kein Konzept befürworten werde, bei dem die Aktionäre der Bernexpo Holding AG auf eine Dividende verzichten müssten.

Die Aussagen von Roland Brand klingen angesichts des schwierigen Umfelds, von dem auch die Berner Messegesellschaft nicht verschont bleibt, erfreulich. Denn offenbar schafft es die Bernexpo-Gruppe durch ein verstärktes Engagement, die Ziele für das laufende Geschäftsjahr – wenn auch knapp – zu erreichen. Gemessen an den 2013er Zahlen dürfte der Umsatz bei mindestens 50 Mio. CHF liegen. Gelingt es, die Margen zu halten, würde das Betriebsergebnis (EBIT) rund 5.8 Mio.CHF betragen. Da ausserordentliche Effekte aus der Kapitalherabsetzung sowie steuerliche Vorteile wegfallen, welche das 2013er Ergebnis noch positiv beeinflusst hatten, dürfte der Jahresgewinn in 2015 bei etwa 4 Mio. CHF oder rund 50 CHF je Aktie liegen. Damit ist der Titel, selbst bei einem Rückgang der Kennzahlen in 2016, bei Kursen um die 465 CHF auf OTC-X mit einem Kurs/Gewinn-Verhältnis von unter 10, immer noch günstig bewertet. Bei einer gleichbleibenden Ausschüttung von 15 CHF je Aktie beträgt die Dividendenrendite attraktive 3.2%. Die Aktien der Bernexpo Holding AG sind damit weiterhin ein interessantes Value-Investment.

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