Rapid Holding: Dank Restrukturierungen zurück in der Gewinnzone, Umsatz stagniert 2016 bei 38.4 Mio. CHF – Dividende von 50 CHF

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Mit neuen Produkten (hier im Bild der Rapid Monta) setzt Rapid auf die Einachsgeräteträger. Bild: Rapid Holding AG

Die Rapid Holding AG verpasste im Geschäftsjahr 2016 mit einem Gesamtumsatz von 38.4 Mio. CHF den Vorjahreswert nur knapp um 0.1 Mio. CHF. Dabei gelang es der Gesellschaft, nach einem Verlust von 0.6 Mio. CHF im 2015 mit 1.2 Mio. CHF wieder einen Gewinn zu erzielen. Ein Teil der Verbesserung des Ergebnisses geht auf operative Optimierungen zurück, die allerdings bereits 2016 noch nicht vollständig erfolgswirksam wurden. In der kleineren Sparte Contract Manufacturing führte die Konzentration auf das Rührreibschweissen (FSW) zu einem Umsatzrückgang um 0.9 Mio. CHF auf 5.3 Mio. CHF. Dank der Reorganisation der Sparte konnten die Ertragsmargen deutlich gesteigert werden. Gleichzeitig setzt sich die FSW-Technologie acht Jahre nach ihrer Einführung allmählich durch und wird in zahlreichen Konstruktionsbüros bei neuen Produkten vermehrt eingesetzt. So verlangt die Mehrheit der Kunden heute Teile mit der FSW-Technologie. Rapid trägt diesen Bedürfnissen mit den neuen Fertigungsprozessen, die weitgehend automatisiert wurden, Rechnung. Zeitgleich wurde die Führungsstruktur verschlankt, was sich positiv auf die Kosten auswirkte.

Land- und Kommunaltechnik profitiert von hoher Auslandsnachfrage

Im Geschäftsfeld Land- und Kommunaltechnik konnte Rapid beim Kerngeschäft, den Einachsgeräten, markante Zuwächse bei den Verkäufen um 7.3% auf 26.7 Mio. CHF verbuchen. Deutlich zulegen konnte das Auslandgeschäft mit plus 26%. Besonders erfreulich haben sich gemäss den Darstellungen des aktuellen Geschäftsberichts die Absatzmärkte Italien und Österreich entwickelt. Den anhaltenden Margendruck im Exportbereich konnte die Gesellschaft mit Preiserhöhungen abfedern. Zudem wurde wegen der Abwertung des Euro gegenüber dem Franken seit 2015 die gesamte Blechbearbeitung nach Osteuropa verlagert. Zeitgleich wurden alle Einkaufspreise für die Materialien überprüft und neue Lieferantenverträge abgeschlossen. Dies führte zu einer markanten und nachhaltigen Verbesserung der Margen. Ein Umsatzminus von 1.3 Mio. CHF auf 6.4 Mio. CHF verzeichnete hingegen das Handelsgeschäft mit Traktoren und Spezialfahrzeugen. Während der Umsatz mit den Iseki-Kommunaltraktoren auf dem Vorjahresniveau gehalten werden konnte, gingen die Verkäufe von Nilfisk-Geräteträgern zurück. Negativ wirkte sich die Verschiebung der Nachfrage hin zu grösseren Geräten mit mehr Leistungen aus, die Nilfisk nicht anbietet. Weiter intensiviert hat sich zudem der Konkurrenzkampf der verschiedenen Anbieter. Eine Herausforderung stellt auch der Verkauf von Kommunalgeräten dar, der sehr betreuungsintensiv ist.

Rückkehr in die Gewinnzone

Bei den Erträgen zeigt sich eine Zunahme des Auslandgeschäfts um 1.6 Mio. CHF auf 13.2 Mio. CHF ab, während im Inland ein Rückgang um 2 Mio. CHF auf 25.2 Mio. CHF verzeichnet wurde. Von den Gesamterträgen wurden allerdings im Vorjahr noch 0.7 Mio. CHF an Ertragsminderungen abgezogen. Im Berichtsjahr fielen die Abzüge mit 0.2 Mio. CHF deutlich tiefer aus. Nicht publiziert werden die Aufteilungen der beiden Geschäftsfelder in In- und Auslanderträge. Auf der Aufwandseite stiegen die Materialkosten im Vorjahresvergleich um 0.1 Mio. CHF auf 19.2 Mio. CHF an. Einen deutlichen Einfluss auf die Personalkosten, die um 1.1 Mio. CHF auf 12.1 Mio. CHF fielen, hatten die Restrukturierungsmassnahmen. Auch die betrieblichen Aufwendungen konnten um 0.2 Mio. CHF auf 4.3 Mio. CHF gesenkt werden. So resultierte ein Betriebsgewinn vor Abschreibungen (EBITDA) von 2.8 Mio. CHF nach 1.7 Mio. CHF im Vorjahr. Nach den gegenüber dem Vorjahr um 0.2 Mio. CHF auf 1.6 Mio. CHF gesunkenen Sachabschreibungen resultierte ein positives EBIT von 1.2 Mio. CHF (Vorjahresverlust: 0.1 Mio. CHF). Positiv auf das Nettoergebnis wirkte sich die Auflösung nicht mehr benötigter Steuerrückstellungen aus. Diese wurden im Zusammenhang mit den Immobilienverkäufen der Vorjahre getätigt, wurden aber nicht mehr benötigt. So konnte ein positiver Steuerertrag von 0.4 Mio. CHF nach einem Steueraufwand von knapp 0.1 Mio. CHF im Vorjahr erzielt werden. Unter dem Strich resultierte ein Reingewinn von 1.2 Mio. CHF (Vorjahresverlust: 0.6 Mio. CHF). Die Aktionäre sollen eine unveränderte Dividende von 50 CHF pro Aktie erhalten. Wie in den Vorjahren führt die Gesellschaft die nicht für den Betrieb benötigten liquiden Mittel an die Aktionäre in der Form von jährlichen Dividendenausschüttungen zurück.

Positiver Start in Geschäftsjahr 2017

Der Start ins laufende Jahr erfolgte unter guten Vorzeichen. So verfügt Rapid eigenen Darstellungen zufolge über einen überdurchschnittlichen Auftragsbestand, der das Management optimistisch in die Zukunft blicken lässt. Positiv auf die Umsätze sollen sich die geplanten Produktlancierungen auswirken. Mit der in den Vorjahren eingeleiteten Restrukturierung ist die Gesellschaft sowohl technisch als auch organisatorisch gut aufgestellt.

Die Geschäftszahlen von Rapid für 2016 fallen erfreulich aus. Es ist dem Unternehmen gelungen, in die Gewinnzone zurückzukehren. Zwar ist die EBIT-Marge mit 3.1% der Umsätze eher tief, was aber angesichts des schwierigen Umfelds mit allgemein tiefen Margen relativiert werden muss. Als grundsolide angesehen werden können die Bilanzkennzahlen mit einer Eigenmittelquote von 78% der Bilanzsumme.

Rapid besitzt einen hohen Bestand von 8’543 eigenen Aktien, entsprechend einem Anteil von 7.6% des Aktienkapitals. Diese Papiere wurden grösstenteils im letzten Jahr erworben. Es ist zu vermuten, dass zumindest ein Teil der Aktien aus dem Abbau der Beteiligung der Nebag (eine auf Anlagen in ausserbörsliche Aktien spezialisierte Beteiligungsgesellschaft) stammt.

Die Aktien der Rapid werden auf der ausserbörslichen Handelsplattform OTC-X gehandelt. Auf der Basis des letztbezahlten Kurses von 430 CHF weisen die Titel eine sehr hohe Ausschüttungsrendite von 11.6% auf. Es darf hierbei aber nicht übersehen werden, dass ein Grossteil der Ausschüttungssumme von rund 5.2 Mio. CHF nicht aus dem Geschäftserfolg stammt, sondern eine Rückführung der liquiden Mittel an die Aktionäre nach dem Immobilienverkauf darstellt. Als teuer angesehen werden müssen die Aktien hingegen auf der Basis des KGV, das für 2016 mit einem Wert von 39 sehr hoch ausfällt. Für eine Bewertung besser geeignet erscheint eine Betrachtung des Kurs/Buchwert-Verhältnisses. Hier notiert die Aktie mit einem leichten Discount gegenüber dem ausgewiesenen Wert von 440 CHF. Dieser dürfte indessen nicht unerheblich tiefer als der Substanzwert der Papiere ausfallen. Ein Indiz liefert der Versicherungswert der Sachanlagen von knapp 50 Mio. CHF bei einem Buchwert von knapp 18 Mio. CHF. Die Aktien bieten Anlegern für die nächsten Jahre ansehnliche Ausschüttungsrenditen gepaart mit einem hohen Substanzwert. Auf der Basis der per Jahresende 2016 vorhandenen liquiden Mittel von 27.1 Mio. CHF und einer Ausschüttung von 5.2 Mio. CHF kann zumindest für die nächsten drei Jahre mit einer Fortführung der Dividendenzahlung von 50 CHF gerechnet werden.

Transparenzhinweis: Der Autor ist Aktionär der Gesellschaft.

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