Gategroup: Preisspanne für geplantes IPO auf 16 bis 21 CHF pro Aktie festgesetzt – Erster Handelstag 27. März

Bookbuilding-Verfahren beginnt am 15. März 2018.

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Airline-Catering ist das Kerngeschäft der Gategroup, die am 27. März wieder an die Schweizer Börse geht. Erst Ende 2016 war das Unternehmen von HNA übernommen, im April 2017 von der SIX dekotiert worden. Bild: gategroup.com

Der chinesische Konzern HNA bringt seine Tochter Gategroup an die Schweizer Börse. Die Preisspanne pro angebotener Namenaktie hat HNA nun auf 16 bis 21 CHF festgesetzt, der Nennwert beträgt 1,25 CHF. Die Kotierung und Aufnahme des Handels mit den Aktien an der SIX Swiss Exchange erfolgt voraussichtlich am 27. März 2018.

Diese Preisspanne impliziert laut Gategroup eine Marktkapitalisierung von rund 2,1 bis 2,6 Mrd CHF. Darin eingeschlossen ist ein erwarteter Bruttoertrag von rund 350 Mio CHF, der aus einer Kapitalerhöhung generiert werden soll. Hierfür werden von Gategroup bis zu 21’875’000 neue Namenaktien ausgegeben, wie Gategroup am Mittwochabend mitteilte.

Der erwartete Ertrag soll für den Erwerb der restlichen Anteile an Servair von Air France-KLM, für die teilweise Finanzierung von Pensionsplänen der Gesellschaft sowie für sonstige allgemeine Unternehmenszwecke verwendet werden, heisst es in der Mitteilung.

Zweitplatzierung und Mehrzuteilungsoption

Daneben soll auch eine Zweitplatzierung von 54’220’000 bestehenden Namenaktien der Gesellschaft stattfinden, die sich zurzeit im Besitz von HNA befinden. Schliesslich ist auch eine Mehrzuteilungsoption (Greenshoe) von bis zu 7’609’500 bestehenden Aktien geplant, die HNA den Konsortialbanken eingeräumt hat. Die Option könne innerhalb von 30 Kalendertagen nach dem ersten Handelstag der Aktien an der SIX Swiss Exchange ausgeübt werden. Dabei entspreche die Grösse der Mehrzuteilungsoption bis zu 10% des Basisangebots.

Streubesitz von 63 bis 65%

Laut Gategroup wird erwartet, dass der geplante Börsengang – bei vollständiger Ausübung der Mehrzuteilungsoption – insgesamt zu einem Streubesitz von mindestens 63% und bis zu 65% aller Aktien führen wird. HNA möchte dabei Ankeraktionär bleiben, weshalb der chinesische Mischkonzern eine Lock-up-Verpflichtung eingegangen ist, die laut den Angaben bis zum 7. Januar 2019 läuft. Das Bookbuilding-Verfahren beginnt am 15. März 2018 und endet voraussichtlich am 26. März 2018. Die Bekanntgabe des finalen Angebotspreises und der finalen Anzahl der angebotenen Aktien wird am oder um den 26. März 2018 erfolgen, heisst es weiter. Die Kotierung und Aufnahme des Handels an der SIX Swiss Exchange erfolgt gemäss den Plänen am 27. März 2018.

HNA im Visier von Banken und Behörden

Der chinesische Mischkonzern HNA, zu dem die HNA Aviation Group gehört, war wegen seiner hohen Verschuldung und wegen seiner undurchsichtigen Besitzstruktur ins Visier von Banken und Behörden weltweit geraten. So hatte sich die Bank of America Merill Lynch aus Geschäften mit HNA zurückgezogen. Im Gegensatz dazu haben die UBS und die Credit Suisse sowie die US-Grossbank JP Morgan, der japanische Finanzkonzern Nomura und weitere Institute nach umfangreichen Prüfungen keine Bedenken, mit HNA Geschäfte zu machen, wie HNA Ende Januar mitteilte.

An vorderster Front organisieren, laut Reuters, Credit Suisse und UBS als globale Koordinatoren den Börsengang von Gategroup. Mit an Bord sind zudem JP Morgan, Berenberg, ING, Banco Santander und Unicredit.

Nicht nur Bankhäuser stellen sich die Frage, ob mit HNA noch zu geschäften ist, der Mischkonzern ist auch ins Visier von Behörden weltweit geraten. So hat die Schweizer Übernahmekommission HNA zu einer Gebühr von 50’000 Franken verdonnert, weil der Konzern bei der Übernahme von Gategroup unwahre Angaben zu seinen Besitzern gemacht habe. Auch die Strafverfolgungsbehörden und die Finanzmarktaufsicht hat sie alarmiert.

Zur HNA-Gruppe gehören neben Gategroup die Flugzeugwartungsfirma SR Technics sowie der Flugzeug- und Flughafendienstleister Swissport. Ausserdem hält HNA eine Beteiligung von etwa einem Fünftel am Reisedetailhändler Dufry. Darüber hinaus ist HNA Grossaktionär bei der Deutschen Bank und hält Beteiligungen an der Hotelkette Hilton.

(awp/kw)

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