Montana Tech: Titel weiterhin stark gesucht

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Seit einigen Wochen wird darüber spekuliert, ob die schweizerisch-österreichische Industrieholding Montana Tech Components AG (MTC) ihren Minderheitsaktionären ein Rückkaufangebot machen wird. Grund dafür war der Hinweis in der Einladung zur Generalversammlung, „einen Aktienrückkauf in Betracht“ ziehen zu wollen und so den „Minderheitsaktionären eine zusätzliche Exitvariante anbieten zu können“. Die Montana Tech-Aktien zogen daraufhin kräftig an. Insgesamt wurden in diesem Jahr bereits für rund 2.5 Mio. CHF MTC-Aktien im OTC-Markt der Berner Kantonalbank gehandelt. Doch Neuigkeiten brachte die GV am 24. Juni in diesem Punkt keine. Der angekündigte Aktienrückkauf werde weiter evaluiert, hiess es an der Versammlung. Beschlossen wurde lediglich die Zuwahl von Martin Ohneberg, einem Mitglied des Management-Teams der Global Equity Partners, und MTC-Finanzchef Ingolf Planer in den Verwaltungsrat (siehe Pressemitteilung v. 25. Juni). VR Kurt Ott schied aus.

Auch zum aktuellen Geschäftsverlauf erfuhren die Aktionäre an der GV wenig Neues. Nach einem Rekordjahr 2012 habe der Umsatz im ersten Quartal 2013 zwar um 21% auf 129 Mio. EUR weiter zugelegt. Allerdings seien die Ertragskennzahlen durch das rasche Wachstum belastet worden, so dass das Betriebsergebnis (EBIT) in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres 2013 auf 11 Mio. EUR (Vorjahr: 13.6 Mio. EUR) zurückging. An der GV wurde zudem darüber informiert, dass der noch vor kurzem in Aussicht gestellte Börsengang eines Teilbereichs der Gesellschaft aktuell nicht mehr auf der Agenda stehe. Der Bereich Energy Storage verfolgt, neben dem bisher gut laufenden Geschäft der Mikrobatterien, wie sie beispielsweise in Hörgeräten eingesetzt werden, grosse Wachstumspläne im Geschäft mit Energiespeichern und der Elektromobilität. Dieses Geschäft verzögere sich. Denn eine Serienproduktion für Batterien, die aus Solarzellen produzierte Energie zwischenspeichern könnten, sei derzeit nicht absehbar. In die Kritik der Aktionäre gerieten die im Jahr 2012 getätigten Akquisitionen. Einigen Anteilseignern missfiel, dass die Übernahmen nicht von der MTC selbst getätigt wurden, sondern durch den Hauptaktionär, VR-Präsident und CEO, Dr. Michael Tojner, respektive von ihm beherrschte Unternehmen wie Global Equity Partners. Tojner entzog sich den Fragen durch seine Abwesenheit an der GV. In Erfahrung zu bringen war lediglich, dass Tojner für die Akquisitionen im 2012 ein Darlehen der MTC in Höhe von 25 Mio. EUR erhalten hatte. Dessen Rückführung sei kurzfristig nicht geplant.

Obwohl es an der Generalversammlung wenig Neuigkeiten zu dem geplanten Aktienrückkauf gab, bleibt die Nachfrage nach Aktien der Montana Tech-Gruppe auch nach der GV stark. Allein in der vergangenen Woche wechselten 247’600 Aktien im Volumen von 897’000 CHF den Besitzer. Dies hängt sicherlich damit zusammen, dass die Geschäftsaussichten – trotz wachstumsbedingten Belastungen auf der Kostenseite – intakt bleiben. Zudem wäre es denkbar, dass Michael Tojner und seine Global Equity Partners-Gruppe über den Markt Anteile erwerben. Derzeit werden die Montana Tech-Namenaktien (nominal 0.20 CHF) zu Kursen von 3.55 CHF je Aktie gehandelt. Unabhängig von den Übernahmespekulationen ist dieser Preis, angesichts der Wachstumsperspektiven, des interessanten Beteiligungsportfolios und der Bewertung unter dem Buchwert von etwa 4 CHF (verwässert: 3.80 CHF; unverwässert: 4.70 CHF) nicht zu hoch. Allerdings muss es Montana Tech gelingen, das eingeschlagene Wachstumstempo aufrechtzuerhalten.

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