SSE Group: explosives Wachstum in Europa

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Die Société Suisse des Explosifs AG (SSE) ist auf die Herstellung von Sprengstoffen für Bautätigkeiten und zur Auslösung von Lawinen spezialisiert. Das Know-how und die Prozesse aus der Sprengstoffproduktion nutzt die Gesellschaft heute auch zur Herstellung von Grundstoffen für die chemische und die pharmazeutische Industrie. Im Spätherbst 2012 übernahm die SSE die im Berner Oberland domizilierte Hamberger Swiss Pyrotechnics, einen schweizweit führenden Hersteller von Feuerwerkskörpern. Neben der Schweiz verfügt die SSE über Tochtergesellschaften in Skandinavien, wodurch die Abhängigkeit vom schweizerischen Markt reduziert wird. Mitte Juni 2013 unterzeichnete die Gesellschaft zudem einen Kaufvertrag für die europäischen Aktivitäten des französischen Sprengstoffunternehmens EPC Groupe.

Im Geschäftsjahr 2012 steigerte die SSE Group die Erlöse um gut 8% auf 55.5 Mio. CHF. Nach wie vor Haupteinnahmequelle ist das Sprengstoffgeschäft in der Schweiz, welches 38% zu den Erlösen beisteuerte. Allerdings verbuchte die SSE in diesem Geschäft einen leichten Umsatzrückgang, der auf das bevorstehende Ende von Grossbaustellen im Strassen- und Eisenbahnnetz zurückgeführt wird. Weiterhin stark gewachsen ist der Chemiesektor, dessen Erlöse um 50% zulegten. Markant angestiegen von 1.26 Mio. CHF im Vorjahr auf 4.26 Mio. CHF im 2012 ist der Reingewinn. Das Plus geht auf das Konto des Finanzergebnisses. Um die Investitionen und die Übernahme von Hamberger finanzieren zu können, wurde das Anlageportefeuille reduziert. Daraus resultierten ansehnliche Gewinne. Wegen der anstehenden Investitionen in den Ausbau des Standortes in Gamsen und bei Hamberger in Höhe von rund 10 Mio. CHF im 2013 erhalten die Anteilseigner nur eine unveränderte Dividende von 110 CHF pro Aktie. Für das laufende Jahr werden Umsatzerlöse von 60 Mio. CHF bei einem Betriebsgewinn zwischen 8 und 9 Mio. CHF erwartet. Diese Werte berücksichtigen allerdings die im Frühsommer erfolgte Übernahme der Aktivitäten der französischen EPC Gruppe in Deutschland, Polen, der Tschechischen Republik und Rumänien noch nicht. Die Gesellschaften der EPC Gruppe sind spezialisiert auf die Produktion ziviler Sprengstoffe sowie Bohr- und Sprengarbeiten. Nach Angaben der EPC Gruppe betrug der Umsatz dieser Geschäftsbereiche 23 Mio. EUR in 2012. Mit diesem Kauf, der bis Ende des dritten Quartals abgeschlossen sein soll, setzt die SSE ihre Expansionsstrategie in die europäischen Märkte fort.

Die mit einer Eigenkapitalquote von über 70% sehr solide finanzierte Gesellschaft sichert sich mit der Akquisition der EPC Gruppe weiteres Wachstumspotenzial im Sprengstoffgeschäft. Die Übernahme dürfte nur geringfügige Auswirkungen auf die Bilanz haben. Noch nicht bestimmt werden können die Auswirkungen auf die Erfolgsrechnung. Hier sollten zumindest ab 2014 deutlich höhere Erlöse und eine Steigerung des Betriebsgewinns vor Abschreibungen zu erwarten sein. Gleichzeitig dürften die Abschreibungen markant höher ausfallen und sich erst mittelfristig wieder auf ein tieferes Niveau einpendeln. Neben dem hohen Eigenkapital dürfte die SSE noch über zahlreiche stille Reserven im Anlagevermögen verfügen. Auf der Basis der aktuellen Aktienkurse weisen die Papiere zudem eine attraktive Dividendenrendite von rund 3.5% auf. Derzeit werden die Aktien zu Geldkursen von 2’850 CHF gesucht und zu Briefkursen von 3’195 CHF angeboten.

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