Jürg Gutzwiller, Präsident VSRB: „Gesundes Wachstum am Hypothekarmarkt“

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Die Gründung des Verbands der Schweizerischen Regionalbanken wurde von den Teilnehmern am Branchentreff von schweizeraktien.net begrüsst. Bild: Sandra Blaser, schweizeraktien.net

Mitte Mai 2018 haben sich 58 Regionalbanken, mehr als jede vierte Bank der Schweiz, zum Verband Schweizerischer Regionalbanken zusammengeschlossen. Bisher waren sie bezüglich Interessenvertretung unterschiedlich organisiert, fühlten sich aber durch die einschlägigen Interessenvertretungen nicht gebührend vertreten, wie Jürg Gutzwiller, Präsident des neuen Verbands, im Gespräch mit schweizeraktien.net herausstreicht.

Der Branchentalk Regionalbanken, der von schweizeraktien.net und der BEKB jährlich durchgeführt wird, stand diesmal unter dem Titel „Wachstumsmarkt Hypothekargeschäft – Perspektiven, Chancen und Alternativen für das Kerngeschäft der Retailbanken“. Jürg Gutzwiller sieht bei den Regionalbanken den Vorteil, dass sie zu den Kunden ein persönliches Verhältnis haben, dass sie ihre Kunden sehr gut kennen. Gerade das Hypothekargeschäft sei ein Vertrauensgeschäft, vor allem beim Abschluss der ersten Hypothek. Der Kunde sei froh, wenn der Berater ihn auf seinem Weg bestärke und ihn dabei unterstütze, wie er richtig mit seinen Hypotheken umgehen soll.

Jürg Gutzwiller im Gespräch mit schweizeraktien.net

Zukunftsmodellen wie der Hypothekenbörse Mortgage Exchange (Mex) von Moneypark oder der B2B-Plattform Credit Exchange, die am Branchentalk vorgestellt wurden, steht Gutzwiller offen gegenüber. Es gäbe auf dem Markt Platz für viele verschiedene Anbieter, was auch im Interesse der Kunden sei, die so zwischen verschiedenen Angeboten und Möglichkeiten auswählen könnten.

Regularien und Aufsichtsmodelle greifen

Donato Scognamiglio, Inhaber des Beratungsunternehmens IAZI AG, betonte in seinem Vortrag vor den Regionalbankern, dass der Hypothekarmarkt von einem funktionierenden Immobilienmarkt abhängig sei. Nach 20-jähriger Hausse sei der Markt anfällig für deutliche Korrekturen. Gutzwiller verwehrt sich dagegen, dass immer wieder der Bogen zu den Krisen der 80er und 90er Jahre gespannt würde. Er frage sich, warum in der Zwischenzeit zehntausende Seiten von Regulatorien aufgestellt worden seien, warum neue Aufsichtsmodelle eingeführt worden wären und die Ausbildung sich wesentlich verbessert hätte: Sollte dies alles nichts wert sein? Die Massnahmen würden greifen, und das sollte auch anerkannt werden, sagt Gutzwiller. Natürlich gäbe es immer wieder Krisen am Hypothekarmarkt, aber die seien immer wieder anders. Die Frage sei, ob das nur sequentiell sei oder wirklich den ganzen Markt betreffe. Im selbstbewohnten Eigentum gäbe es aber weiterhin einen guten und stabilen Markt.

Insgesamt sieht Gutzwiller weiterhin einen Nachfragemarkt, der wachsen würde, nicht mehr in dem Tempo wie in den letzten Jahren, aber das Wachstum sei gesund und nicht übertrieben. Aber natürlich hänge der Hypothekarmarkt von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung der Schweiz ab; wenn eine Rezession käme, dann sähe alles wieder ganz anders aus.

 

 

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