NV Remontées mécaniques: Starkes Jahr 2017/18 erlaubt Dividendenzahlung

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François Fournier, CEO der NV Remontées mécaniques, erklärt den Aktionären die Geschäftszahlen. Auch der in corpore vertretene VR hört interessiert zu. Quelle: Holger Geissler, schweizeraktien.net

Die in der aktuellen Form erst seit zwei Jahren bestehende NV Remontées mécaniques SA (NVSA) konnte im per 30. Juni 2018 beendeten Geschäftsjahr 2017/18 die Einnahmen um 3,8% auf 26.4 Mio. CHF steigern. Im Frühjahr 2016 schlossen sich die bis dato eigenständigen Unternehmen Télénendaz und Téléveysonnaz zur NVSA zusammen, wobei N für Nendaz und V für Veysonnaz im Firmennamen steht. Im Berichtsjahr konnte sich die Gesellschaft trotz der Dumpingpreise von anderen Anbietern – explizit benannt wurde an der GV das Angebot der Saastal Bergbahnen – und dem Festhalten an kostendeckenden Preisen behaupten. Deutlich wird dies auch bei der Entwicklung der Skierdays, der Ersteintritte ins Skigebiet. Diese legten gegenüber dem Vorjahr um 2,4% auf 622’653 zu. Gleichzeitig stiegen die Einnahmen aus dem Wintergeschäft um 4,7% auf 24.5 Mio. CHF an. Insgesamt ist es den NVSA gelungen, die durchschnittlichen Einkünfte pro Skitag von 32.90 CHF im Vorjahr auf 33.50 CHF im Berichtsjahr zu steigern.

Rentabilität steigt an

Die NVSA betreibt neben den Transportanlagen auch fünf Restaurants im Skigebiet, die im letzten Jahr ebenfalls zum Umsatzplus beigetragen haben. So legten die Restaurationserträge um 4,1% auf 4.1 Mio. CHF zu. Das Plus resultierte ausschliesslich aus dem Wintergeschäft, während in den Sommermonaten ein Rückgang verbucht wurde. Weitaus wichtiger sind allerdings die Verkehrserträge, die ihrerseits um 3,8% auf 21.5 Mio. CHF zulegten. Auf der Kostenseite konnte die NVSA den Angaben des CEO François Fournier zufolge erste Synergien aus der Fusion realisieren. Dieser Effekt wird sich zukünftig akzentuieren, ist der Firmenchef überzeugt. So stieg etwa der Personalaufwand trotz Lohnerhöhungen nur unterproportional um 3,5% auf 9.5 Mio. CHF an. Auch die Warenaufwendungen legten trotz der Mehrverkäufe in den Restaurants nur um gut 1% auf 1.3 Mio. CHF zu. Überproportional fiel allerdings das Plus der übrigen Betriebsaufwendungen mit 9,6% auf 9.3 Mio. CHF aus. Massgeblich für den Anstieg verantwortlich waren die als direkte Folge der grossen Naturschneemengen erhöhten Aufwendungen zur Präparation der Pisten. Im Ergebnis resultierte dennoch ein Plus des Betriebsgewinns vor Abschreibungen EBITDA von 9,8% auf 8.6 Mio. CHF bei einer deutlichen Verbesserung der EBITDA-Marge von 30,6% im Vorjahr auf 32,3%.

Abschreibungen höher als notwendig

Die NVSA verfolgt eine sehr konservative Abschreibungsphilosophie, bei der die Abschreibungen die betriebswirtschaftlich notwendigen Werte übersteigen. In der Summe gingen die Abschreibungen gegenüber dem Vorjahr zwar um 0.1 Mio. CHF auf 6.4 Mio. CHF zurück. Hierin enthalten sind allerdings nicht notwendige Abschreibungen im Umfang von 1.2 Mio. CHF, informierte die NVSA ihre Anteilseigner. Nach leicht höheren Finanzaufwendungen resultierte unter dem Strich ein Reingewinn von 1.1 Mio. CHF nach einer schwarzen Null im Vorjahr. Die Gesellschaft schüttet ihren Anteilseignern für das Berichtsjahr eine Dividende von 4% des Nennwerts, entsprechend einem Betrag von 10 CHF pro Aktie im Nennwert von 250 CHF respektive 20 CHF für die Titel mit einem Nennwert von 500 CHF, aus.

Reduktion der Verschuldung

Im laufenden Geschäftsjahr 2018/19 sind keine grösseren Investitionen geplant. Die aus dem Geschäftsbetrieb erarbeiteten Mittel sollen dementsprechend vorwiegend zur Reduktion der Verschuldung eingesetzt werden. Insgesamt zeigt sich die Geschäftsleitung vorsichtig, was die Zukunft betrifft. Klar festgehalten wird an der aktuellen Preispolitik mit dem Verzicht auf Dumpingangebote. Stattdessen setzt die NVSA auf die Qualität der Services. Um den Gästen auch weiterhin eine hohe Qualität anbieten zu können, sind für das Geschäftsjahr 2019/20 der Bau einer neuen 8er-Gondelbahn Prarion – Plan Fou und der Ausbau der maschinellen Beschneiung Combatseline – Thyon geplant. Bislang liegen allerdings die notwendigen Bewilligungen noch nicht vor. Eine Genehmigung  für den Neubau des Restaurants Chotte de Tortin besteht jedoch bereits.

Fazit

Die Geschäftszahlen der NVSA für das Jahr 2017/18 fallen insgesamt erfreulich aus. Trotz der ungünstigen Witterungsverhältnisse mit sehr wenig Schönwettertagen und den Günstigangeboten von Saas Fee konnten die Gäste zum Kauf der teuren Skipässe bewogen werden. Auch die Fusion vor zwei Jahren ist positiv zu bewerten. Profitieren kann die Gesellschaft bislang vor allem beim Wareneinkauf, der dank der grösseren Menge günstiger erfolgen konnte. Aber auch die Betriebskosten können besser verteilt und das Personal zwischen den verschiedenen Einsatzorten im Gebiet verteilt werden.

Als zumindest durchschnittlich angesehen werden können auch die Bilanzkennzahlen mit einer ausgewiesenen Eigenmittelquote von 37,3%. Zudem verfügt die Gesellschaft über langfristige Rückstellungen für zukünftige Investitionen mit eindeutigem Eigenmittelcharakter, so dass die wirtschaftlichen Eigenmittel bei fast 42% der Bilanzsumme liegen. Wegen der überhöhten Sachabschreibungen ist der Substanzwert noch höher anzusetzen, auch wenn sich dieser nicht ermitteln lässt.

Allerdings fällt die wichtige Branchenkennzahl des Cashflows im Verhältnis zu den Gesamtinvestitionen klar unterdurchschnittlich aus. Der im Berichtsjahr erzielte Cashflow von 5.2 Mio. CHF bei einem Gesamtinvestitionsvolumen von 233 Mio. CHF reicht nicht aus, um die turnusgemäss anstehenden Neubauten der Anlagen zu finanzieren. Beim ausgewiesenen Cashflow ist indessen zu berücksichtigen, dass dieser durch die Reduktion der kurzfristigen Verbindlichkeiten im Umfang von 2.1 Mio. CHF belastet wurde. Der wirtschaftliche Cashflow ermöglicht es, die Erneuerung sämtlicher Anlagen in knapp 32 Jahren aus eigenen Mitteln zu finanzieren. Dies liegt leicht über dem durchschnittlichen Erneuerungsintervall zwischen 25 und 30 Jahren, kann aber dennoch als ein ausreichender Wert angesehen werden. So sind im Sachanlagevermögen Grundstücke und Restaurants enthalten.

Die Aktien der NVSA werden auf der ausserbörslichen Handelsplattform OTC-X der Berner Kantonalbank (BEKB) gehandelt. Auf dem Tableau gelistet sind sowohl die Titel mit einem Nennwert von 250 CHF als auch die mit 500 CHF. Die Gesellschaft hat allerdings zusätzlich noch Aktien im Nennwert von 125 CHF ausstehend, die nicht gehandelt werden. Beide Aktien werden nur sehr selten gehandelt, die Spanne zwischen den Geld- und den Briefkursen ist sehr hoch. So werden die Aktien mit dem Nennwert von 250 CHF aktuell zu Geldkursen von 111 CHF gesucht und zu Briefkursen von 250 CHF angeboten. In einer ähnlichen Grössenordnung präsentieren sich die Preise der Aktien mit dem Nennwert von 500 CHF mit einem Geldkurs von 250 CHF und einem Briefkurs von 479.50 CHF. Auf der Basis der Briefkurse weisen die Titel eine nicht nur im Branchenvergleich attraktive Dividendenrendite von rund 4% auf. Der Buchwert der Papiere liegt bei rund 180 CHF für die Titel im Nennwert von 250 CHF und dementsprechend bei rund 360 CHF für die Aktien im Nennwert von 500 CHF.

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