Bank Zimmerberg: Ungebremste Kreditnachfrage lässt Bilanzsumme im Jahr 2018 um 5,6% anwachsen

Weiterer Ausbau des Anlagegeschäfts geplant

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Die Bankleitung blickt optimistisch in die Zukunft. V.l.n.r.: Oliver Jaussi, CEO, René Kunz, CEO-Stellvertreter, Lionel Boschung, Vizedirektor, Pierluigi Turla, Leiter Operations

Die Bank Zimmerberg AG, eine 100%-Tochtergesellschaft der SeeBeteiligungs AG, konnte im Jahr 2018 die Bilanzsumme um 5,6% auf 1.15 Mrd. CHF steigern. Wie das Bankhaus in einer Medienmitteilung zum Jahresabschluss schreibt, wuchsen die Ausleihungen trotz der vorsichtigen Vergabepolitik von Krediten um 7,2% auf 1.02 Mrd. CHF an. Nicht mit dem Plus der Ausleihungen Schritt zu halten vermochten die Kundengelder. Diese legten um 4,8% auf 839.4 Mio. CHF zu und verzeichneten damit ein respektables Wachstum. Der Deckungsgrad der Kundenausleihungen durch eigene Gelder ging daher etwas zurück, von 84% im Vorjahr auf nach wie vor überdurchschnittliche 82,2%.

Erfreuliche Geschäftsentwicklung

Die Bank Zimmerberg konnte den Zinserfolg mit einem Plus von 6,1% auf 12 Mio. CHF ausweiten. Wie die Bank schreibt, geht das vor allem auf das Konto neuer Hypotheken. Ein für die Zürcher Regionalbank wichtiges Standbein ist indessen auch das zinsindifferente Geschäft: Hier konnte beim Kommissions- und Dienstleistungserfolg trotz der schwierigen Börsenentwicklung das Vorjahresniveau von 3 Mio. CHF gehalten werden. Gesamthaft legten die Einnahmen im Berichtsjahr um 3,3% auf 15.9 Mio. CHF zu. Dank einer Senkung der Sachausgaben um 16,6% konnte der Geschäftsaufwand gesenkt werden. Das Minus geht auf die in den Vorjahren eingeleitete neue IT-Strategie zurück. Gleichzeitig stieg der Personalaufwand wegen der personellen Verstärkung des Teams im Kommissionsgeschäft und einer grösseren einmaligen Zuweisung an die Personalvorsorgeeinrichtung um 9,5% an. Dennoch konnte der Geschäftserfolg trotz unverändert hoher Investitionen in Projekte um 16,8% auf 5.2 Mio. CHF gesteigert werden. Gleichzeitig konnte die Cost-Income-Ratio deutlich von hohen 64,4% im Vorjahr auf 59,2% verbessert werden. Nach einer substanziellen Zuweisung an die stillen Reserven wird unter dem Strich ein Gewinnplus von 2,5% auf 3 Mio. CHF ausgewiesen.

Zweiter Standort in Horgen geplant

Im Herbst 2019 will die Bank Zimmerberg einen zweiten Standort im Gewerbe- und Dienstleistungszentrum in Horgen eröffnen. Dabei soll auch die bereits bestehende Kundenzone am Dorfplatz komplett umgebaut werden. Das Ziel der Bank ist die weitere Stärkung des zinsindifferenten Geschäfts. Dieses wird mit gezielten Investitionen weiter ausgebaut. Da die Kunden die langjährige Erfahrung der Bank in der Region und die umsichtige Beratung schätzen, sollen Marktpräsenz und Leistungsfähigkeit weiter ausgebaut werden, lässt sich CEO Oliver Jaussi zitieren.

Fazit

Die bis dato erhältllichen Geschäftszahlen der Bank Zimmerberg fallen gut aus. Als erfreulich anzusehen ist insbesondere die deutliche Verbesserung des Zinserfolgs, die zwar nicht ganz mit dem Plus der Ausleihungen Schritt zu halten vermochte, aber zumindest eine leichte Abschwächung des Zinsmargendrucks indiziert. Sehr positiv zu bewerten ist der markante Anstieg des Geschäftserfolgs trotz der Äufnung der Reserven der Personalvorsorge zulasten des Personalaufwands.

Die Beteiligung an der Bank Zimmerberg ist nur über die Aktien der SeeBeteiligungs AG möglich. Diese werden auf der ausserbörslichen Handelsplattform OTC-X der Berner Kantonalbank (BEKB) gehandelt. Auf der Basis des letztbezahlten Kurses von 1560 CHF werden die Titel mit einem leichten Abschlag zum Buchwert per 31. Dezember 2017 gehandelt. Neuere Zahlen sind bislang nicht publiziert. Es kann davon ausgegangen werden, dass der Buchwert per Jahresende 2018 den Vorjahreswert übersteigt. Unter der Annahme einer gleichbleibenden Ausschüttung fällt die Dividendenrendite mit 1,15% sehr tief aus. Auch wenn die Ausschüttung erneut um 1 CHF erhöht wird, was angesichts des Jahresergebnisses keinesfalls ausgeschlossen werden kann, ist die Rendite mit 1,2% bescheiden. Das auf der Basis des Geschäftserfolgs ermittelte KGV fällt mit knapp 11 durchschnittlich aus. Hierbei nicht übersehen werden darf die Reservenbildung zulasten der Erfolgsrechnung, die den Gewinnausweis schmälert. Bei Investitionen sollten Investoren die geringe Liquidität der Papiere beachten. Aktuell wird lediglich ein Geldkurs von 1450 CHF gestellt, ohne dass Verkaufsangebote bestehen. Investoren, die eng mit der Region und der Bank verbunden sind und notfalls auch eine längere Zeitdauer bis zu einer Verkaufsmöglichkeit überstehen können, können die Titel als langfristige substanzhaltige Anlage erwerben. Dies immer unter der Voraussetzung, überhaupt Titel zu erhalten.

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