Espace Real Estate Holding: Weichenstellung für die kommenden vier Jahre

Strategie 2026–2029 setzt auf nachhaltig profitables Wachstum und operative Exzellenz

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Die mithilfe von KI generierte virtuelle Assistentin EleniA begrüsste und verabschiedete die Teilnehmenden der 26. GV. Alle Bilder: schweizeraktien.net/Sandra Blaser

Im Geschäftsjahr 2025 erzielte die Espace Real Estate Holding einen Periodengewinn von 29.0 Mio. CHF. Die Aktionäre stimmten an der GV nicht nur einer steueroptimierten Ausschüttung von 6.25 CHF je Aktie zu, sondern wählten den gesamten Verwaltungsrat nahezu einstimmig wieder. Verwaltungsratspräsident Andreas Hauswirth und CEO Lars Egger nutzten die Generalversammlung, um den Aktionärinnen und Aktionären die Strategie 2026–2029 vorzustellen.

ElenIA als Anwendungsbeispiel für KI

Begrüsst wurden die 54 anwesenden Anteilseigner allerdings nicht wie üblich vom Verwaltungsratspräsidenten, sondern von ElenIA, der neuen virtuellen Mitarbeiterin der Espace Real Estate Holding, erstellt mithilfe Künstlicher Intelligenz (KI). Und KI spielte gemäss Andreas Hauswirth auch bei der Erarbeitung der neuen Strategie 2026–2029 eine Rolle. «ElenIA und KI-Anwendungen haben uns beim Strategieprozess begleitet», so Hauswirth. Denn die KI werde die Geschäftswelt komplett verändern – und damit auch die Immobilienbranche, ist Hauswirth überzeugt. Der Verwaltungsrat von Espace erachtet es daher als Chefsache, sich mit KI auseinanderzusetzen und die sich bietenden Chancen zu nutzen.

Andreas Hauswirth, VRP der Espace Real Estate Holding, zeigte die Ziele der Gesellschaft auf.

Wie dies gelungen ist, konnten die Aktionärinnen und Aktionäre bei der Präsentation der Ziele für die kommenden vier Jahre erfahren. Im Zentrum der Strategie 2026–2029 steht ein nachhaltig profitables Wachstum. Verwaltungsratspräsident Hauswirth betonte, dass man in den letzten sieben Jahren die Mietzinse durchschnittlich um 1.3 Mio. CHF pro Jahr habe steigern können – trotz des Verkaufs einzelner Liegenschaften. Besonders beeindruckend sei, dass jeder Franken mehr Mietzins zu einem Franken mehr operativem Gewinn geführt habe – «eine fast einmalige Entwicklung», wie Hauswirth festhält.

Ambitionierte Zielsetzungen bis 2029

Die Strategie für die kommenden vier Jahre umfasst fünf Bereiche: neben dem nachhaltig profitablen Wachstum die Portfolio-Optimierung durch gezielte Verkäufe und strategische Zukäufe, Operational Excellence, die auch mithilfe digitaler Prozesse und KI verbessert werden soll, Nachhaltigkeit nach dem Schweizer Baustandard SNBS sowie die Positionierung als regional verankerte Immobiliengesellschaft im Mittelland.

Die neue Strategieperiode ist auch mit konkreten Zielen verbunden. So sollen die Erlöse aus Vermietung bis 2029 von zuletzt 40.6 Mio. CHF auf 48 Mio. CHF steigen. Die Leerstandsquote soll im Wohnbereich unter 1% und im kommerziellen Bereich unter 4% liegen. Ausserdem möchte Espace den Anteil der Wohnliegenschaften am Portfolio auf über 60% ausbauen. Im Jahr 2025 lag dieser bei 52,2%.

Zum Ziel gesetzt hat sich das Espace-Team auch, eine operative EBIT-Quote von 78,0% zu erreichen. Konkret bedeutet dies: Jeder Franken Mieteinnahmen soll zu einem Betriebsgewinn vor Zinsen und Steuern von 78 Rappen führen – Neubewertungsgewinne und Verkäufe werden dabei nicht berücksichtigt.

Klares Bekenntnis zur Qualität

CEO Lars Egger vertiefte vor den Aktionären anhand konkreter Beispiele die drei Strategiebereiche Nachhaltigkeit, Operational Excellence und Positionierung. Besonders stolz sei man auf die erstmalige SNBS-Zertifizierung eines Wohnprojekts im Kanton Solothurn. «Das Label werden wir künftig bei allen Neubauten und Sanierungen anstreben», so Egger.

Espace-CEO Lars Egger erklärte den Aktionärinnen und Aktionären einzelne Bereiche der Strategie 26-29. Bild: schweizeraktien.net/Sandra Blaser

Ein weiteres zentrales Anliegen ist die Effizienzsteigerung im Bauprozess. Dank des sogenannten Design-Build-Ansatzes können Kosten bereits in einer sehr frühen Projektphase geschätzt und Fehlentwicklungen vermieden werden. Auch KI-basierte Tools und eine baubegleitende Qualitätssicherung sorgen für mehr Wirtschaftlichkeit, wie Egger erklärt.

Beim Thema Totalsanierung, etwa im Hochhaus in Köniz, sieht sich Espace als sozial verantwortliche Vermieterin: «Wir informieren die Mieter frühzeitig, bieten Unterstützung bei der Wohnungssuche und stellen den Kontakt zu einem Care-Team her.» Bisher habe es weder negative Medienberichte noch Anfechtungen bei der Schlichtungsstelle gegeben.

Portfolio mit Perspektive

Auch künftig bleibt das Unternehmen regional stark verankert: «Das Mittelland bietet für uns Stabilität und Chancen auf weiteres Wachstum – aber immer mit Augenmass und Fokus auf bezahlbaren Wohnraum», erläutert Egger weiter. Selektive Investitionen in Gewerbe und innovative Wohnformen wie «intermediäres Wohnen» – zwischen Eigenheim und Pflege – ergänzen das Spektrum. Mit dem Ausbau von Light-Industrial-Flächen und der Entwicklung nachhaltiger Quartiere sieht sich Espace für die Zukunft solide aufgestellt.

Kapitalerhöhung im Oktober

Um das weitere Wachstum finanzieren zu können, kündigte Andreas Hauswirth eine Kapitalerhöhung an. Geplant ist ein Volumen von mindestens 35 Mio. CHF. Bestehende Aktionäre erhalten ein Bezugsrecht. «Wir würden uns freuen, wenn sich alle bisherigen Aktionäre an der Kapitalerhöhung beteiligen», so Hauswirth. Mitte Oktober 2026 sollen weitere Informationen folgen.

Die Aktionärinnen und Aktionäre genossen im Anschluss an die GV einen Apéro riche im Konzertsaal in Solothurn.

Zum Abschluss der Generalversammlung gab es für Daniela von Arx, die seit 20 Jahren bei Espace für das Rechnungswesen verantwortlich ist, einen Blumenstrauss. Mitarbeitende und Aktionäre tauschten sich anschliessend bei einem reichhaltigen Apéro riche aus.

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