Grand Resort Bad Ragaz: Luxusresort-Gruppe verbessert 2025 ihr operatives Ergebnis

Belastungen im Gesamtergebnis aufgrund Beteiligungsverlust im Casinogeschäft im Fürstentum Liechtenstein – Umbau im Hof Ragaz wird die 2026er Zahlen belasten

0
423
Das Grand Hotel «Hof Ragaz» wird in diesem Jahr umgebaut und neu positioniert. Bild: © Grand Resort Bad Ragaz

Für das 5-Sterne-Resort in Bad Ragaz lief es im Geschäftsjahr 2025 wieder richtig gut. Der Umsatz kletterte um 6,4% auf 109.2 Mio. CHF. Obwohl auch das operative Ergebnis an frühere Erfolge anknüpfen konnte, verblieb am Schluss ein Verlust von 0.9 Mio. CHF, der auf die Schliessung des Casinos Admiral in Ruggell im Fürstentum Liechtenstein zurückzuführen ist.

Ohne die Schliessung des Casinos in Ruggell hätte die Grand Resort Bad Ragaz AG (GRBR) mit einem Gewinn von 3 Mio. CHF abgeschlossen. Im laufenden Geschäftsjahr dürften der Umbau bzw. die Neupositionierung des Grand Hotels «Hof Ragaz» sowie die unsichere Situation im Nahen Osten die Geschäftsentwicklung belasten.

Thermalbad Tamina Therme mit Rekordzahlen

Ein Blick in die Spartenrechnung zeigt, dass die Umsätze in nahezu allen Bereichen zugelegt haben. Mit den Grand Hotels «Quellenhof» und «Hof Ragaz» setzte die Gruppe 62.4 Mio. CHF um, 0,5% mehr als im Vorjahr. Dies, obwohl die Anzahl Logiernächte mit 74’251 um 2,5% rückläufig war und auch die Zimmerbelegung mit 51,2% (Vorjahr: 54,6%) geringer als 2024 ausfiel. «Dies ist primär bedingt durch eine Veränderung des Gästemixes vom Gruppengeschäft zu Individualgästen, was sich positiv auf die Zimmerrate auswirkte», präzisiert Dr. Klaus Tschütscher, VR-Präsident der Gruppe.

Das Thermalbad Tamina Therme mit dem Spa-Tower (links). Bild: © Grand Resort Bad Ragaz

Besonders gut lief es im Thermalbad «Tamina Therme», das vor allem von externen Gästen besucht wird, aber auch von Hotelgästen genutzt werden kann. Hier stieg der Umsatz um 77,6% auf 14.3 Mio. CHF. Im Vorjahr war der Betrieb allerdings wegen der Sanierung des Bads eingeschränkt. Jedoch lagen die Umsätze der Tamina Therme 2025 deutlich über den 2023er Zahlen von 13.8 Mio. CHF.

Auch die Clinic Bad Ragaz, das Tamina Health Center und der Bereich Golf & Sports steigerten die Umsätze beziehungsweise erzielten Ergebnisse auf Vorjahresniveau.

Sperrlistenaustausch beeinflusst auch das Casino Bad Ragaz 

Weniger gut lief es im Casino in Bad Ragaz: Der Umsatz des Spielbetriebs ging um 10,4% auf 11.8 Mio. CHF zurück. Wie in der Casino Landschaft im Fürstentum Liechtenstein verursachte die Einführung des Sperrlistenaustausches zwischen der Schweiz und dem Nachbarland einen Rückgang der Besucherzahlen. Bisher war das Casino stets eine wichtige Ertragsquelle für die Unternehmensgruppe.

Wie VR-Präsident Dr. Klaus Tschütscher auf Nachfrage von schweizeraktien.net erklärt, soll sich das Casinogeschäft nach dem Konsolidierungsprozess im Fürstentum Liechtenstein wieder positiv entwickeln, aber nicht mehr das Niveau der vergangenen Jahre erreichen. «Entsprechend dürfte der Ergebnisbeitrag des Casinos im Verhältnis zum Gruppenergebnis künftig tendenziell abnehmen», so Tschütscher.

Margen deutlich verbessert

Auf der Kostenseite zeigen sich kaum Veränderungen; der Aufwand blieb mit wenigen Ausnahmen stabil oder lag sogar leicht unter den Vorjahreswerten. Einzig der direkte Personalaufwand legte leicht auf 43.4 Mio. CHF zu, was jedoch ein unterproportionaler Anstieg zum Umsatz ist.

Dank dieser positiven Entwicklung auf der Kostenseite stieg der Bruttobetriebserfolg, eine in der Hotellerie wichtige Kennzahl, auf 20.5 Mio. CHF oder 18,8% des Umsatzes (Vorjahr: 12,6%). Beim EBITDA kam es zu einem Sprung auf 20.1 Mio. CHF (+58,4%), was einer EBITDA-Marge von 18,4% entspricht.

Beteiligungsverlust am Casino Ruggell belastet

Dass unter dem Strich dennoch ein Verlust von 908’000 CHF ausgewiesen werden musste, ist auf die 3.9 Mio. CHF Beteiligungsverlust für die Schliessung des Casinos im liechtensteinischen Ruggell zurückzuführen. Das GRBR ist seit dessen Eröffnung im Jahr 2017 mit 34% an dem Casino beteiligt. Das Casino Ruggell wurde aufgrund der regulatorischen Rahmenbedingungen sowie der Einführung des Sperrdatenaustausches zwischen dem Fürstentum Liechtenstein und der Schweiz per 30. September 2025 aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen. «Trotz dieses einmaligen Verlustes war die Beteiligung am Casino Ruggell über die letzten 10 Jahre aus Sicht des Grand Resorts insgesamt sehr erfolgreich», kommentiert Klaus Tschütscher den Verlust.

Verbessert hat sich im Geschäftsjahr 2025 auch die Bilanz. Die Finanzverbindlichkeiten konnten um 5.4 Mio. CHF reduziert werden. Die Eigenkapitalquote erhöhte sich auf 50,8% (Vorjahr: 50,1%).

Dividendenzahlungen nimmt die Grand Resort Bad Ragaz AG, die sich zu 85,4% im Besitz der Unternehmerfamilie Schmidheiny befindet, nicht vor. Stattdessen erhalten Aktionäre Vergünstigungen für den Aufenthalt im Resort Bad Ragaz.

Neue Strategie und angepasste Führung

Dr. Klaus Tschütscher, VRP der Grand Resort Bad Ragaz-Gruppe, führte das Unternehmen bis zur GV 2026 auch als CEO. Bild: zvg

In der Unternehmensleitung kommt es in diesem Jahr zu Veränderungen. Dr. Klaus Tschütscher hat in den vergangenen zwei Jahren die Gruppe auf Wunsch des Hauptaktionärs in Personalunion als VRP und CEO geführt. Diese befristete Bündelung der strategischen und operativen Verantwortung war von Anfang an auf zwei Jahre und den klaren Auftrag ausgerichtet, die Resort-Strategie «GRBR 2035» auf den Weg zu bringen. Mit der Erfüllung des Auftrags wird Tschütscher per Generalversammlung am 5. Mai das Verwaltungsratspräsidium wieder im Rahmen der bewährten Führungsordnung wahrnehmen.

Das operative Geschäft des Resorts wird künftig durch die bisherigen Geschäftsleitungsmitglieder als Kollegialorgan geführt. Die strategische Steuerung und operative Führung der Tochtergesellschaften und Beteiligungen der Gruppe erfolgt unter Anbindung an den Gesamtverwaltungsrat der Gruppe über je eine eigene Governance-Struktur. Laut Klaus Tschütscher liege der Fokus nun auf der konsequenten Umsetzung der unter ihm erarbeiteten Resort-Strategie «GRBR 2035», deren Ziel es ist, den Betrieb in Bad Ragaz als führendes «Luxury Wellbeing & Healthy Living Resort» in Europa zu positionieren.

Mit dem Start des Tamina Health Centers im Jahr 2025 sei ein wichtiger strategischer Meilenstein erreicht worden, so Tschütscher. «Im laufenden Jahr liegt unser Fokus auf der Steigerung der Auslastung und der Generierung von Logiernächten in den Grand Hotels, auf dem Aufbau eines gruppenweiten Datenmanagements zur gezielteren Marktbearbeitung sowie auf der konsequenten Weiterentwicklung unseres Wachstumsfelds Health & Wellbeing», ergänzt der Präsident.

Gleichzeitig halte man an einem strikten Kostenmanagement fest, um die Wirtschaftlichkeit nachhaltig zu sichern.

Umbau und Auszeichnungen

Seit Februar 2026 läuft die Neugestaltung des Erdgeschosses im Grand Hotel «Hof Ragaz», dem zweiten 5-Sterne-Haus neben dem Grand Hotel «Quellenhof». Damit einhergehen soll auch eine Neupositionierung des Hauses. «Wir setzen damit ein klares Zeichen für ‹New Luxury›», so Tschütscher.

Allerdings werde der Umbau, der noch bis Mitte Dezember dauere, die Anzahl Logiernächte beeinflussen, da nur eine limitierte Anzahl Zimmer im «Hof Ragaz» an den Wochenenden zur Verfügung stünden. Inwiefern sich der Konflikt im Nahen Osten auf die Buchungen auswirken wird, lässt sich zurzeit noch nicht abschätzen.

Zufrieden ist man jedenfalls mit dem Start ins Geschäftsjahr 2026, der besser als geplant verlaufen sein soll.

Zufrieden kann das Grand Resort auch in Bezug auf die Auszeichnungen sein: So wurde das Restaurant «gladys» im Januar bei den Swiss Golf Awards 2025 als bestes Golfrestaurant der Schweiz ausgezeichnet. Und bei den 101 besten Hotels der Schweiz landete das Grand Resort Bad Ragaz in der Kategorie Luxury Spa & Health Resorts an der Spitze.

Fazit

Die Valoren der Grand Resort Bad Ragaz AG sind keine gewöhnlichen Aktien. Mit dem Kauf eines solchen Titels, die zuletzt 4’200 CHF auf OTC-X kosteten, wird ein Aktionär Mitbesitzer eines der grössten und exklusivsten Resorts der Schweiz. Ende 2025 lag die Zahl der Aktionäre bei 1’263.

Doch im Gegensatz zu anderen Hotelprojekten, die vom Mäzenatentum ihrer Besitzer leben, verfolgt die Grand Resort Bad Ragaz Gruppe die klare Strategie, auch wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Dies dürfte in Zukunft umso wichtiger werden, denn die Gewinne im Spielbereich, die viele Jahre auch eine Quersubventionierung der Hotel- und Gastroaktivitäten ermöglicht haben, dürften künftig weniger üppig ausfallen.

In diesem Jahr stehen mit der unsicheren geopolitischen Lage und dem Umbau im Hof Ragaz zwei Herausforderungen an, welche das Ergebnis belasten dürften. Nach der erfolgreichen Wiedereröffnung des «Hof Ragaz» Ende Jahr und der konsequenten Umsetzung der neuen Strategie sollte es möglich sein, Umsatz und vor allem auch den Gewinn weiter zu steigern.

Die Auslastung in den Grand Hotels mit etwas mehr als 50% zeigt, dass hier durchaus Potenzial vorhanden ist. Angesichts einer immer älter werdenden, aber aktiven Gesellschaft dürfte das neue Angebot auch auf Nachfrage treffen.

Der Aktienkurs der Grand Resort Bad Ragaz AG hat sich in den letzten Monaten oberhalb von 4’000 CHF stabilisiert. Chart: otc-x.ch

Bei Kursen um 4’200 CHF je Aktie werden die Titel mit einem Abschlag von knapp 30% auf den ausgewiesenen Buchwert von 5’890 CHF je Aktie gehandelt. Die Marktkapitalisierung liegt bei 101 Mio. CHF, der Unternehmenswert bei 198 Mio. CHF.

Mit einem EV/EBITDA-Multiple von knapp 10 ist der Titel sicher nicht zu teuer. Dividendenzahlungen dürften auch bei einer positiven Ertragslage in Zukunft eher nicht zu erwarten sein. Denn das Unternehmen investiert Gewinne stets in den Ausbau und die Erneuerung des Resorts.

Kommentar verfassen