Holdinova: Westschweizer Versorger muss riesige Wertberichtigung hinnehmen

Gewinn bricht 2025/26 um 69,1% ein – EBITDA erreicht mit 100,4 Mio. CHF Rekordniveau

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Der Gasabsatz ging 2025/26 zwar zurück. Allerdings konnte Holdinova die Produktion von Biogas um 21% steigern. Bild.: holdinova.ch

Die ersten Angaben zum Geschäftsjahr 2025/26 des Westschweizer Versorgungsunternehmens Holdinova werfen Fragen auf. Der konsolidierte Umsatz ging zwar nur um 2,9% auf 321 Mio. CHF zurück, und der operative Gewinn (EBITDA) erreichte mit 100.4 Mio. CHF sogar einen neuen Rekordwert. Der Jahresgewinn brach jedoch um 69,1% auf 8.2 Mio. CHF ein, was das Unternehmen mit einer Wertberichtigung auf Investments in den USA begründet. Dennoch will Holdinova der Generalversammlung vom 23. September eine mit dem Jahr 2024 vergleichbare Dividende beantragen. 2024 wurden 6 CHF je Aktie ausgeschüttet.

2,8% weniger Gas geliefert

Wie die Holdinova-Gruppe, die 2025 ihren Namen von Holdigaz in Holdinova geändert hat, in einer Medienmitteilung schreibt, gingen die vom Tochterunternehmen Energiapro SA gelieferten Gasmengen gegenüber dem Vorjahr um 2,8% auf 1’339 GWh zurück. Darin enthalten ist auch das in der Westschweiz erzeugte Biogas. Der Rückgang sei auf die milderen Temperaturen sowie auf den Ersatz von Gasanlagen durch andere Energieträger zurückzuführen, heisst es in der Mitteilung. Gleichzeitig sei der Absatz von Strom aus erneuerbaren Energien gegenüber dem Vorjahr um 12% auf 8 GWh gestiegen. Dieser werde über die rund 40 im Contracting-Modell betriebene Solardächer erzeugt. Vorangetrieben wurde auch die Produktion von Biogas an fünf eigenen Standorten. Die Produktionsmenge erreichte 38,1 GWh (+21%).

Stabile Gebäudetechnik

In der Gebäudetechnik verliefen die Geschäfte im Vergleich zum Vorjahr laut der Medienmitteilung «weitestgehend stabil». Der Umsatz der Tochterunternehmen Agena SA, Brauchli SA, Holdibat SA, Joseph Diémand SA, Roos Ventilation SA und Taxa SA erreichte 83.8 Mio. CHF (–0,7%). Die Unternehmen würden von einer steigenden Nachfrage im Bereich der Sanierung gebäudetechnischer Anlagen profitieren, schreibt Holdinova.

Anschreiber auf Investments in den USA

Belastet wird die Erfolgsrechnung der Holdinova-Gruppe vor allem durch Wertberichtigungen in erheblichem Umfang auf Anlagen in den USA. Negativ habe sich hier der «One Big Beautiful Bill Act» (OBBBA) auf den US-Markt für erneuerbare Energien ausgewirkt, so Holdinova in der Mitteilung. Konkreter wird das Unternehmen allerdings nicht.

Die Bilanz des Geschäftsjahres 2024/25 wies noch Finanzanlagen in Höhe von 362 Mio. CHF aus, darunter auch vier Fonds, die im Ausland in erneuerbare Energien investieren. Durch den OBBBA der Trump-Administration wurden die US-Steuergutschriften für zahlreiche Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien deutlich verkürzt beziehungsweise eingeschränkt. Dies verschlechterte die Wirtschaftlichkeit und damit den Marktwert insbesondere von Wind- und Solarprojekten, die sich noch in einer frühen Entwicklungsphase befinden.

Solide Finanzlage trotz Wertberichtigung

Die Gruppe verweist trotz der Wertberichtigung auf ihre «solide Finanzlage» und die starke Bilanz. «Diese Finanzlage ermöglicht es der Gruppe, ihre Entwicklungsstrategie in den Bereichen Energieinfrastruktur, Gebäudetechnik und Lösungen zur Unterstützung der Energiewende fortzuführen», wird Philippe Petitpierre, Präsident und Delegierter des Verwaltungsrats der Holdinova-Gruppe, in der Medienmitteilung zitiert.

Weitere Details dürfte voraussichtlich der Jahresabschluss liefern, der Mitte August zusammen mit der Einladung zur Generalversammlung versandt werden soll.

Die Aktien von Holdinova haben binnen Jahresfrist rund 5% verloren. Chart: otc-x.ch

Die Aktien von Holdinova werden ausserbörslich auf OTC-X gehandelt. Zuletzt wurden 143 CHF je Aktie bezahlt. Bei einer Dividende von 6 CHF je Aktie ergäbe sich eine hohe Dividendenrendite von 4,2%. Per Ende des Geschäftsjahres 2024/25 lag die Eigenkapitalquote bei 53,0%.

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