Goldbach Group AG: Vor dem Turnaround

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Goldbach Group – deutlicher Gewinnanstieg nach dem Umbau. Quelle: Goldbach Group

Die Medienlandschaft und die gesamte Kommunikation der Menschen ist im Umbruch. Das Nutzungsverhalten ändert sich rasch als Folge des technologischen Fortschritts. Smartphone, Tablet, Soical-Media, Apple-Watch und Selfie beherrschen das Bild; die teils viele Jahrzehnte tradierte Verhaltensweise mit Radio, TV oder dem Internet zu Hause werden mehr und mehr zum Relikt vergangener Zeiten. Stattdessen sind mobile Anwendungen gefragt. Dieser Wandel wirkt stark auf den Werbemarkt. Während Print massive Rückgänge verbucht, zeigen neue Werbeformen wie das Internet steil nach oben.

Eine Entwicklung, die auch an die Flexibilität von Werbevermarktern und Marketing-Dienstleistern hohe Anforderungen stellt. In diesem Umfeld wurde Goldbach Group im vergangenen Jahr umgebaut. In einem Übergangsjahr 2014 fokussierte der Konzern aus Küsnacht seine Geschäftstätigkeit: Die Aktivitäten in Polen wurden auf profitable Bereiche konzentriert, bei der Tochter in Rumänien gab es ein Management Buy-out, in Russland wurde das Geschäft eingestellt, und die Web-TV-Plattform Wilmaa wurde an ihren Gründer Thomas Gabathuler zurückverkauft. Obendrein wurde jetzt im März auch noch der Ausstieg aus den Aktivitäten in der Region Adria beschlossen.

Markteintritt in Deutschland steht bevor

Verstärkt im Fokus steht dafür die D-A-CH-Region mit Deutschland, Österreich und Schweiz sowie weiterhin auch der polnische Markt. In Österreich beispielsweise übernahm Goldbach im vergangenen Jahr das Vermarktungsbüro AdWorx, und in Deutschland, dem grössten Werbemarkt Europas, bereitet das Unternehmen den Markteintritt vor. So soll das Vermarktungsportfolio im Nachbarland bereits in diesem Jahr aufgebaut werden. Und für Polen schliesslich prüft das Goldbach-Management den Eintritt in den TV-Werbemarkt.

Trotz Umbau und Konzentration steigerte Goldbach Group mit seinen beiden Geschäftsbereichen Werbevermarktung und Marketing-Dienstleistungen den Umsatz im vergangenen Jahr um 1.2% auf 463.9 Mio. CHF. Während es in der Schweiz ein Plus um 1.5% auf 394.2 Mio. CHF gab, schrumpften die übrigen Regionen insbesondere infolge Einstellung der Geschäftstätigkeit um 19.8% auf 26.0 Mio. CHF. Im volumenmässig grösseren Geschäftsfeld Werbung schaffte der Konzern vom Zürichsee ein Plus um 0.6% auf 419.8 Mio. CHF.

Hohe Dividende für 2014 geplant und starker Gewinnanstieg im 2015

Mit einem Zuwachs um 6.8% auf 48.7 Mio. CHF legten die Dienstleistungen im Marketing allerdings deutlich stärker zu. Angesichts der Umbauten und Neuausrichtung hält sich der Rückgang im operativen Ergebnis um 20.3% auf 24.2 Mio. CHF, entsprechend einer operativen Marge von 5.2%, fast in Grenzen. Nach Steuern schrumpfte der Gewinn sogar lediglich um 6.5% von 0.46 auf 0.43 CHF je Aktie. Auf die Aktionäre wartet eine üppige Dividende von 0.80 CHF. Da die Zahlung aus der Kapitaleinlage fliessen soll, sind da 4.3% steuerfreie Dividende drin. Die Generalversammlung ist übrigens am 14. April.

Für dieses Jahr prognostiziert Firmenchef Michi Frank ein Umsatzwachstum im tiefen einstelligen Bereich und erwartet beim Reingewinn eine substanzielle Verbesserung. Da ist dann auch für 2015 wieder eine hohe Dividende zu erwarten.

Möglicherweise kann Goldbach schon im 2015 wieder an die Gewinnlevels früherer Jahre anschliessen. Immerhin gab es 2012 noch ein Ergebnis je Aktie von 1.54 CHF und 2011 von 1.01 CHF. Sollten diese Niveaus in diesem oder im nächsten Jahr wieder annähernd erreicht werden, scheinen bei dem Titel auch wieder Kurse im Bereich von 30 CHF wie zuletzt vor drei Jahren möglich. Technisch orientierte Anleger setzen darauf, dass die Aktie nach Überwindung der fast schon erreichten Widerstandszone um 19/20 CHF ihren Aufwärtsdrang in Richtung 22 CHF schnell fortsetzen kann.

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