Bobst Group S.A.: Margen verbessert, Gewinn verdoppelt und vielversprechende Perspektiven

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Die Maschinen von Bobst sind weltweit gefragt. Bild: Bobst Group S.A.

Das ist eine klare Underperformance. Während der SPI seit Jahresanfang um 3% im Plus liegt, beklagen Bobst-Aktionäre ein Kursminus von 2% und damit eine Underperformance zum Index von 5%. Und auf Sicht von zwölf Monaten liegt Bobst sogar um 18% hinter dem Markt zurück. Immerhin konnte die Aktie des Anbieters von Qualitätsanlagen und Services für Verpackungshersteller von Faltschachteln und Wellpappe in den letzten zwei Wochen um rund 20% zulegen. Grund waren unerwartet starke Jahreszahlen.

2014 verbuchte der Konzern aus Prilly bei Lausanne zwar einen Umsatzrückgang um 4.0% auf 1.3 Mrd. CHF. Doch beim Gewinn machte der Verpackungsexperte einen gewaltigen Sprung. Das bereits in 2010 eingeleitete Transformationsprogramm – beispielsweise mit der Verlagerung von Produktionsbereichen nach China, Indien und Russland – und zusätzlich Ende 2011 eingeleitete Effizienzprogramme entfalten nun ihre volle Wirkung. Die Einsparungen beim operativen Ergebnis betragen infolge der Massnahmen seit Start der Programme 163 Mio. CHF. Eine weitere Margenverbesserung brachte die hohe Auslastung der Kapazitäten, so dass der operative Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) mit 81.7 Mio. CHF um 35.5% über Vorjahr lag. Darin enthalten waren sogar noch negative Einmaleffekte aus Umstrukturierungen in Höhe von 1.9 Mio. CHF. Die EBIT-Marge verbesserte sich insgesamt von 4.5% auf 6.3%. Da das Beteiligungsergebnis von 1.6 auf 7.3 Mio. CHF kletterte und die Zinsbelastung wegen des günstigen Marktumfelds von 22.5 auf 16.8 Mio. CHF zurückging, ergab sich beim Gewinn vor Steuern ein kräftiger, weit überproportionaler Schub um 68.1% auf 72.1 Mio. CHF.

Abbau der Nettoverschuldung und verbessertes Finanzergebnis

Bemerkenswert ist übrigens der starke Abbau der Nettoverschuldung im Unternehmen von 109.0 auf nur noch 17.7 Mio. CHF und die Umwandlung von kurzfristigen Finanzschulden in längerfristige. Der Anteil von Finanzverbindlichkeiten mit Laufzeiten von über fünf Jahren an den gesamten Finanzschulden stieg im vergangenen Jahr nämlich von 0.0% auf 31.2%. Bei einem Rückgang des durchschnittlichen Zinssatzes von 4.0 bis 4.2% Ende 2013 auf nur noch 3.1% Ende 2014 hat sich Bobst damit das aktuell günstige Zinsniveau zu einem bedeutenden Anteil längerfristig gesichert. Aber zurück zur Ergebnisentwicklung im 2014. Der gleichzeitige Rückgang der Steuerquote von vergleichsweise hohen 35.4% im 2013 auf eher schon durchschnittliche 26.5% brachte beim Jahresüberschuss dann ein starkes Plus um 91.3% auf 53.0 Mio. CHF. Das Ergebnis je Aktie bekam dadurch einen Schub von 1.58 auf 3.06 CHF.

In diesem Jahr setzt Bobst vor allem auf Innovationen und Produktneueinführungen und erwartet einen leichten Umsatzrückgang auf rund 1.2 Mrd. CHF. Bei einer angestrebten Nettomarge von mehr als 3% könnte das Ergebnis im Bereich des 2014er-Werts und damit um 3.0 CHF je Aktie liegen. Zwar hat das Bobst-Management mit CEO Jean-Pascal Bobst wegen des Aus beim Euro-Mindestkurs die Erreichung seiner erst im Dezember veröffentlichten mittel- bis langfristigen Ziele nun etwas nach hinten verschoben. Da das Unternehmen jedoch seine Abhängigkeit vom Franken beispielsweise durch den Ausbau des Einkaufs in Euro und die Verlagerung von Teilen der Produktion weiter senken will, dürfte sich die Verzögerung bei der Zielerreichung in Grenzen halten. Auf jeden Fall dürfte der Zielwert beim Umsatz von 1.4 Mrd. CHF nicht allzu weit weg sein. Denn der weltweiten Verpackungsindustrie wird bis 2018 ein Wachstum von rund 4.5% vorausgesagt.

Bei der mittelfristig angestrebten operativen Marge von 8% könnte der Nettogewinn schon in einigen Jahren im Bereich von 75 Mio. CHF oder geschätzt 4.25 CHF je Aktie und einem günstigen 8er-KGV landen. Mit einem aktuellen 12er-KGV auf Basis 2014 und einer attraktiven Dividende von 1.25 CHF je Aktie – Rendite 3.3% – ist Bobst aber schon jetzt nicht hoch bewertet. Kurse von über 45 CHF wie zuletzt im Dezember könnten bald wieder drin sein.

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