Clientis Bank Oberaargau: Ausleihungen wachsen um 5.8%, höherer Zinserfolg und 2.7 Mio. CHF Gewinn – Dividende unverändert

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Der Hauptsitz der CBA befindet sich in einem stattlichen Gebäude in Huttwil. Quelle: Clientis Bank Oberaargau
Der Hauptsitz der CBA befindet sich in einem stattlichen Gebäude in Huttwil. Quelle: Clientis Bank Oberaargau

Die Clientis Bank Oberaargau AG (CBA) konnte 2015 ihren Erfolgskurs der Vorjahre fortsetzen. Mit einer Bilanzsumme von 1.32 Mrd. CHF per Ende 2015 gehört das im Verwaltungskreis Oberaargau des Kantons Bern tätige Finanzinstitut zu den grösseren Regionalbanken. Neben dem Hauptsitz in Huttwil betreibt die Gesellschaft sieben Geschäftsstellen sowie drei Zweigstellen und einen Bancomaten, der an eine nur für individuelle Termine geöffnete Beratungsstelle angegliedert ist. Das Bankhaus geht auf die Spar- und Leihkasse Huttwil zurück, die im Jahr 1876 gegründet wurde und 2002 mit der Spar- und Leihkasse Melchnau fusionierte. Seit 2010 führt das Bankhaus den Namen Clientis Bank Oberaargau.

Rekordwachstum der Bilanzsumme

Im Geschäftsjahr 2015 konnte die CBA die Bilanzsumme um hohe 10.3% auf 1.32 Mrd. CHF steigern. Wie das Unternehmen in einer Medienmitteilung zum Jahresabschluss schreibt, handelt es sich um das höchste Wachstum in der langen Firmengeschichte. Der Anstieg gehe auf das Konto der Ausleihungen, die um 5.8% respektive 59.6 Mio. CHF auf knapp 1.1 Mrd. CHF bei einem gleichzeitigen Plus der Kundengelder um 55.6 Mio. CHF respektive 6.5% auf gut 0.9 Mrd. CHF zulegten. Der Deckungsgrad der Ausleihungen konnte leicht von 83.1% im Vorjahr auf 83.7% gesteigert werden. Trotz des anhaltenden Zinsmargendrucks gelang es, den Zinserfolg um 1.3 Mio. CHF auf 14.3 Mio. CHF zu erhöhen. Wie die CBA weiter mitteilt, mussten zudem keine Wertberichtigungen für Ausfallrisiken zulasten des Zinserfolgs gebucht werden. Insgesamt bezeichnet das Bankhaus die Entwicklung des Zinserfolgs als sehr gut. Zuzulegen vermochte die CBA auch im Bereich der Kommissions- und Dienstleistungserträge mit einem Plus von 6.8% auf 2.4 Mio. CHF. Auch beim übrigen ordentlichen Erfolg verzeichnete das Bankhaus einen Anstieg um 4.2% auf 1.1 Mio. CHF, während der Handelserfolg die Budgetvorgaben erreichte.

Kosten gehen zurück

Im letzten Jahr gelang es der Regionalbank, die Geschäftsaufwendungen um 1% auf 11.4 Mio. CHF zu senken. Als Grund benennt die Gesellschaft die tieferen IT-Verarbeitungskosten, die ihrerseits zu einem tieferen Sachaufwand führten. Positiv auf das Ergebnis wirkten sich zudem die höheren Erträge aus, so dass die Cost/Income-Ratio (CIR) von 66.7% im Vorjahr auf 62.2% markant verbessert werden konnte. Auch der Geschäftserfolg, entsprechend dem Zwischengewinn, konnte gegenüber dem Vorjahr deutlich um 14.9% respektive um plus 441’000 CHF gesteigert werden. Hierbei zu berücksichtigen ist indessen, dass der Erfolg für 2015 nach den neuen Rechnungslegungsvorschriften ermittelt wurde und die Vergleichbarkeit nicht vollständig gegeben ist. Das gute Resultat habe es erlaubt, Abschreibungen von 2.2 Mio. CHF auf das Anlagevermögen und die immateriellen Werte durchzuführen, schreibt die Gesellschaft weiter. Nach einer Bildung der risikotragenden Substanz von 3.06 Mio. CHF resultierte ein Reingewinn von 2.665 Mio. CHF nach 2.585 Mio. CHF im Vorjahr. Die Aktionäre sollen eine gegenüber dem Vorjahr unveränderte Dividende von 6.10 CHF pro Aktie erhalten.

Die Geschäftszahlen der CBA fallen nicht nur angesichts des harzigen Umfelds für Regionalbanken mindestens gut aus. Trotz des hohen Zinsmargendrucks gelang es, den Zinserfolg mit plus 10% überproportional gegenüber dem Anstieg der Ausleihungen von 5.9% zu erhöhen. Auch konnte das sehr starke Bilanzwachstum ohne eine Erhöhung der Risiken und ohne Schwächung der Bilanzstruktur erreicht werden. Schliesslich wurde die CIR erheblich verbessert. Alle diese Indizien deuten darauf hin, dass die Oberaargauer Regionalbank erfolgreich gewirtschaftet hat. Selbst wenn ein Teil der Verbesserung der Zahlen auf die veränderten Rechnungslegungsvorschriften zurückgehen sollte, fällt das Ergebnis erfreulich aus.

Die Aktien der CBA werden auf der ausserbörslichen Handelsplattform OTC-X der Berner Kantonalbank (BEKB) gehandelt. Auf der Basis der letztbezahlten Kurse von 380 CHF weisen die Titel eine Dividendenrendite von 1.6% aus. Dieser Wert kann zwar nicht als üppig, aber als im aktuellen Tiefzinsumfeld durchschnittlich angesehen werden. Für die Ermittlung des Kurs/Gewinn-Verhältnisses dürfte bei den Regionalbanken auch nach den neuen Rechnungslegungsvorschriften in erster Linie das Zwischenergebnis, welchen die CBA als Geschäftserfolg bezeichnet, dienen. Dieser Wert dürfte für 2015 in der Grössenordnung von 15.50 CHF pro Aktie liegen, woraus sich ein KGV auf der Basis des Zwischengewinns von hohen 24.5 errechnen lässt. Vorläufig nur geschätzt werden kann der Buchwert per Jahresende 2015. Angesichts der Darstellung der Bank, wonach die offen ausgewiesenen Eigenmittel bei 85 Mio. CHF lagen, drängt sich die Einschätzung auf, dass der Vorjahreswert unter Einbezug der nicht offen ausgewiesenen Eigenmittel in der Form der Reserven für allgemeine Bankrisiken keinesfalls unterschritten wurde. Bereits auf der Basis des Vorjahreswerts weisen die Aktien einen Discount von knapp 10% gegenüber dem Buchwert, der seinerseits deutlich unterhalb des Substanzwerts liegen dürfte, auf. Dies macht die Aktien vor allem für Anleger mit einem Faible für Substanzwerte interessant. Zudem schüttet die Bank regelmässig Dividenden aus.

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