MediBank: Liquidation soll bis Ende 2016 erfolgen, letzte GV für Juli geplant – erste Teilausschüttung verzögert sich weiter

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Die Tage der Zuger MediBank sind gezählt. Bild: schweizeraktien.net
Die Tage der Zuger MediBank sind gezählt. Bild: schweizeraktien.net

In einem aktuellen Schreiben an die Aktionäre informiert die MediBank AG in Liquidation darüber, dass sich „das Liquidationsverfahren auf der Zielgeraden befindet“. Wie es in dem Schreiben weiter heisst, ist das laufende Kundengeschäft abgewickelt, die Infrastruktur gekündigt sowie die Klage der Gesellschaft verwertet. Auch sollen für die verbleibenden Aufgaben und nachvertraglichen (Archivierungs-)Verpflichtungen Lösungen gefunden worden sein. Die Liquidatoren gehen ferner davon aus, dass ein Abschluss der Liquidation, die Ausschüttung des Liquidationsertrags und eine Löschung der Gesellschaft im Handelsregister „bis Ende 2016 wahrscheinlich“ seien.

Letzte Generalversammlung im Juli

Auf Anfang Juli 2016 soll die letzte Generalversammlung der MediBank AG in Liquidation einberufen werden, um dort die Liquidationsschlussbilanz zu genehmigen und über die Verteilung des Liquidationsüberschusses zu beschliessen. Spätestens zu dieser letzten Generalversammlung sollten die Aktionäre dann auch über die voraussichtliche Höhe des zu erwartenden Liquidationsertrags orientiert sein. Eine seriöse Prognose über den effektiv zu erwartenden Liquidationsertrag ist uns zum heutigen Zeitpunkt mit den vorliegenden Informationen weiterhin leider nicht möglich. In diesem Zusammenhang verweisen wir auch auf unseren Blog-Beitrag vom 23. November 2015.

Ausschüttungsverbot besteht weiterhin

Getrübt wird die im Kern positive Nachricht eines auf der Zielgeraden befindlichen Liquidationsverfahrens von der bisher nicht erfolgten Aufhebung des Dividendenausschüttungsverbots durch die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht FINMA. So musste auch auf die eigentlich für das erste Quartal 2016 geplante erste Teilausschüttung der beschlossenen Dividende verzichtet werden. Über die Gründe für ein vorläufiges Fortbestehen dieses Ausschüttungsverbots über das erste Quartal 2016 hinaus ist öffentlich nichts bekannt. Aus Sicht der Aktionäre ist diese weitere Verzögerung nach der bekannten, in den letzten Jahren nicht immer glücklichen Geschichte der MediBank unbefriedigend, doch es bleibt angesichts der aktuellen Nachrichtenlage über die Fortschritte im Verfahrensablauf zu hoffen, dass nach dem Beschluss der kommenden Generalversammlung im Juli 2016 tatsächlich auch ein schneller Abschluss der Liquidation möglich ist und der anteilige Liquidationserlös am Ende im Idealfall oberhalb von 1’200 CHF je Inhaberaktie bzw. 300 CHF je Namenaktie (vor Steuern auf Ebene Anteilseigner) liegen wird.

Die Aktien der MediBank in Liquidation werden auch im laufenden Liquidationsverfahren auf der OTC-X-Plattform der Berner Kantonalbank (BEKB) gehandelt. Für die illiquiden „kleinen“ Namenaktien im Nominalwert von jeweils 100 CHF (Stimmrechtsaktien), die weit überwiegend von den Hauptaktionären gehalten werden, werden aktuell jedoch weder Geld- noch Briefkurse gestellt. Die Inhaberaktien à 400 CHF nominal werden zu 900 CHF (1.4.2016) gesucht und zu 1’400 CHF (1.4.2016) angeboten. Der zuletzt bezahlte Kurs der Inhaberaktien lag bei 1’000 CHF (11.3.2016).

Transparenzhinweis: Der Autor ist Aktionär der Gesellschaft.


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