Saanen Bank: Zinserfolg steigt im 2016, Stärkung der Substanz und höhere Dividende

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Regional verankert: Mit der Unterstützung der Saanen Bank konnten die Organisatoren des Snow Bike Festivals erstmals ein Schülerrennen durchführen. Bild: zvg
Regional verankert: Mit der Unterstützung der Saanen Bank konnten die Organisatoren des Snow Bike Festivals erstmals ein Schülerrennen durchführen. Bild: zvg

Die Saanen Bank AG konnte im Geschäftsjahr 2016 die eigenen Ziele übertreffen. Wie die Regionalbank in einer Mitteilung zum Jahresabschluss schreibt, habe sich die weitere Steigerung der Ausleihungen und die leicht höhere Zinsmarge positiv auf den Geschäftsgang ausgewirkt. Die weiterhin hohe Nachfrage nach Krediten liess die Ausleihungen um 4.1% auf 1’054.8 Mio. CHF anwachsen. Nicht mit dem Plus der Kredite mithalten konnten die Kundengelder, die um lediglich 0.5% auf 1’011.4 Mio. CHF anstiegen. Dennoch wurde der Deckungsgrad der Kundenausleihungen mit knapp 96% (Vorjahr: 99%) gehalten und bleibt ein hervorragender Wert. Einen Zuwachs von 3.5% verzeichneten die Kundendepots.

Steigerung der Zinsmarge lässt Erträge ansteigen

Die Saanen Bank konnte im Geschäftsjahr 2016 die Bruttoerträge, d.h. ohne die zulasten / zugunsten des Nettozinserfolgs zu verbuchenden Wertveränderungen, gegenüber dem Vorjahr um 6.4% auf 17.1 Mio. CHF steigern. Mit einem Anteil von fast 80% stellte auch bei der Oberländer Regionalbank das Zinsdifferenzgeschäft die Haupteinnahmequelle dar. In dieser Sparte gelang es dem Bankhaus, die Zinsmarge trotz des anhaltenden Margendrucks leicht zu erhöhen. So erhöhte sich der Bruttozinserfolg um 8.2% auf 13.6 Mio. CHF, was deutlich über dem Plus der Ausleihungen von 4.1% liegt. Einen deutlichen Zuwachs um 10% auf 1 Mio. CHF verzeichnete das Handelsgeschäft. Ebenfalls zuzulegen vermochte das Kommissionsgeschäft mit plus 1.5% auf 2.3 Mio. CHF. Den höheren Einnahmen stehen allerdings die um 4.6% auf 9.5 Mio. CHF angestiegenen Geschäftsaufwendungen gegenüber. Im Ergebnis führte dies dennoch zu einem Plus des Bruttogewinns von 8.8% auf 7.6 Mio. CHF. Es gelang, die bereits im Vorjahr gute Cost/Income-Ratio nochmals um 0.5% auf 55.1% zu verbessern. Beim Geschäftserfolg verzeichnete die Saanen Bank indessen ein Minus von 8.7% auf 6.3 Mio. CHF. Dies geht auf die Verbuchung von freiwilligen Pauschalwertberichtigungen und Abschreibungen, die betriebswirtschaftlich nicht notwendig waren, zurück. Deutlich wird dies bei den anrechenbaren Eigenmitteln, die gegenüber dem Vorjahr um 5.8% auf 96.8 Mio. CHF anstiegen. Dennoch gelang es, den Reingewinn um 1.2% auf 2.3 Mio. CHF zu steigern. Die Aktionäre sollen eine gegenüber dem Vorjahr um 1 CHF auf 23 CHF pro Aktie erhöhte Dividende erhalten.

Transparenter Handel der Aktie über OTC-X

Eine bedeutende Änderung erfolgte beim Handel der Aktien der Saanen Bank: Während in den früheren Jahren der Grossteil der Transaktionen innerhalb des eigenen Hauses abgewickelt wurden, ohne dass diese für die Investoren einsehbar waren, laufen seit dem Dezember 2016 alle Transaktionen über die Handelsplattform OTC-X der Berner Kantonalbank (BEKB). Wie Bankdirektor Jürg von Allmen erklärte, wirkt sich dies positiv auf die Transparenz des Handels aus. So können potenzielle Interessenten die Marktliquidität und die Kursbewegungen frei verfolgen.

Die Geschäftszahlen der Saanen Bank fallen erfreulich aus. Besonders anzumerken ist, dass es der Berner Regionalbank gelungen ist, sich dem weiterhin anhaltenden Zinsmargendruck zu entziehen. Auch wenn der genaue Wert der Marge noch nicht bekannt ist, lässt die Steigerung des Bruttozinserfolgs um 8.2% bei einem Plus der Ausleihungen von 4.1% aufhorchen. Diese massive Verbesserung hat dennoch nur einen geringen Einfluss auf den Geschäftserfolg, was auf die Bildung von Reserven zulasten der Erfolgsrechnung zurückgeht. So nutzt die Bank die besseren Erträge zu einer weiteren Stärkung der Substanz. Dennoch erhalten die Aktionäre eine moderate Erhöhung der Dividende.

Die Aktien der Saanen Bank werden jetzt nur noch auf der ausserbörslichen Handelsplattform OTC-X der Berner Kantonalbank (BEKB) gehandelt. Auf der Basis des letztbezahlten Kurses von 2’650 CHF weisen die Aktien eine im Branchenvergleich tiefe Dividendenrendite von knapp 0.9% auf. Deutlich attraktiver für die Anleger gestaltet sich das Kurs/Substanzwert-Verhältnis. Auf der Basis der anrechenbaren Eigenmittel lässt sich ein innerer Wert pro Aktie von gut 4’000 CHF ermitteln. Zwar dürfte der Buchwert kaum diesen Wert erreichen. Nach einem Wert der Eigenmittel von 3’365 CHF im Vorjahr dürfte sich dieser für 2016 nochmals erhöht haben und bei rund 3’500 CHF liegen, woraus sich ein rund 25%iger Discount des aktuellen Kurses gegenüber dem Buchwert ermitteln lässt. Keine Überbewertung signalisiert auch das KGV auf der Basis des Geschäftserfolgs von rund 10 für 2016.

3 KOMMENTARE

  1. Sehr erfreulicher Abschluss. Wogegen die Eigenkapital Quote im Branchenvergleich unterdurchschnittlich bleibt. Dies ist umso erstaunlicher, da die Ausschüttungsquote im Vergleich ebenfalls unterdurchschnittlich war. Und Substanz dies haben wir spätestens in den Zeiten der Schweizer Papierindustrie wie Attisholz Holzstoff und auch Papierfabrik Biberist gelernt, lässt sich nur schwer realisieren. Eigentlich lediglich bei Take over oder Rückabwicklung. Und beides kommt hier ja nicht in Frage. Freuen wir uns also des starken Frankens. Einem geschenkten Gaul schaut man bekanntlich nicht ins Mau.

  2. Im Branchenvergleich ist diese Ausschüttung von nicht einmal 1 % sehr dürftig. Auch wenn man eben andere Regionalbanken zum Vergleich nimmt. Und ich meinte dass die Aktie nunmehr schon fast seit einem Jahrzehnt einfach seitlich tendiert. Es wurde also auch keinen eigentlicher Mehrwert für den Aktionär geschaffen über einen langen Zeittraum. Von Substanz kann man bekanntlich auch nicht leben. Aber sonst ist ja der Abchluss ordentlich nur dünkt es einem dass man nicht wirklich in einer Headline von einer Dividendenerhöhung sprechen kann.

  3. Zu begrüssen wäre sicherlich wenn eine für die Privataktionäre steuerfreie Dividende von CHF 23.00 ausgeschüttet werden würde. Diese könnte einerseits aus verbleibenden Reserven aus Kapitaleinlage und andererseits aus einer Kapitalherabsetzung durch Nennwertreduktion finanziert werden. Dann hätte auch der Aktionär einen Mehrwert dieser Ausschüttung.

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