BVZ Holding: Ausflugsverkehr auf das Gornergrat floriert auch 2017

Gewinn steigt 2017 um 43% - Sonderdividende von 2 CHF.

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Ein Ausflug auf das Gornergrat ist auch im Winter attraktiv.
Die Gornergratbahn: über das ganze Jahr stark genutzt. Quelle: BVZ Holding AG

Die Bahngesellschaft BVZ Holding AG konnte im 2017 von der weiteren Erholung des Schweizerischen Tourismus profitieren. Wie Geschäftsführer Fernando Lehner an der Bilanzmedienkonferenz in Brig erklärte, hat sich die Währungssituation deutlich entspannt. Die Abschwächung des Schweizer Frankens gegenüber dem Euro brachte zusätzliche Gäste aus dem Euroraum, die den Ausflugsverkehr klar wachsen liessen. Deutlich wird dies etwa beim Blick auf das Geschäftsfeld Gornergrat Bahn, das ein Umsatzplus von 14.7% erreichte. Positiv wirkte sich auch das schöne Sommer- und Herbstwetter und zahlreiche Attraktionen wie etwa das Freilichtspiel Romeo und Julia auf dem Gornergrat aus. So wurde erstmalig die Umsatzschwelle von 30 Mio. CHF überschritten. Dieses sehr ertragsstarke Geschäftsfeld wird denn auch in den nächsten Jahren gezielt ausgebaut. So sind zwischen 2019 und 2021 Investitionen von 45 Mio. CHF in das Rollmaterial der Gornergratbahn vorgesehen. Diese sollen es erlauben, einen 20-Minuten-Takt auf das Gornergrat zu etablieren. Auf dem Gornergrat ist zudem die Erstellung eines Angebots für Tage mit schlechtem Wetter geplant.

Regionalverkehr legt weiter zu

Das Geschäftsfeld Mobilität blieb auch im Berichtsjahr mit einem Umsatz von 59.4 Mio. CHF die Haupteinnahmequelle. Hier konnte die BVZ dank der um 7.9% auf 51.5 Mio. CHF angestiegenen Erträge aus dem Regionalverkehr ein Einnahmenplus von 6.7% verbuchen. Positiv entwickelte sich auch der Glacier Express mit einem Umsatzplus von 5% auf 10.6 Mio. CHF. Die Mehreinnahmen resultieren aus einer weiteren Zunahme der Fahrgästezahlen, was wiederum zu einem Anstieg der Abgeltungen um 1 Mio. CHF auf 32.2 Mio. CHF führte. Gesamthaft stiegen die Einkünfte um 6% auf 151.5 Mio. CHF an. Eine effiziente Kostenkontrolle ermöglichte einen deutlich unterproportionalen Anstieg der Betriebskosten um 2.7% auf 111.4 Mio. CHF. Klar höher fielen vor allem die übrigen Betriebsaufwendungen mit 24 Mio. CHF aus, was einem Plus von 5.8% entspricht. In den um 1.9% auf 55.1 Mio. CHF angestiegenen Personalaufwendungen sind ausserordentliche Ausgaben im Zusammenhang mit freiwilligen Rückstellungen für die Pensionskasse enthalten. Die Materialkosten stiegen infolge der höheren Besucherfrequenzen um 1.8% auf 32.3 Mio. CHF an. Hieraus resultiert ein Anstieg des Betriebsgewinns vor Abschreibungen EBITDA um 16.3% auf 40.2 Mio. CHF. Wegen der Investitionen in die Digitalisierung und neuem Rollmaterial legten die Sachabschreibungen um 6.1% auf 21.6 Mio. CHF zu. Dennoch erhöhte sich das EBIT um hohe 30.8% auf 18.6 Mio. CHF. Der Reingewinn wuchs sogar um 42.7% auf 12.4 Mio. CHF. Die Aktionäre partizipieren am Gewinnplus mit einer Sonderdividende in Höhe von 2 CHF zusätzlich zur ordentlichen Dividende in Vorjahreshöhe von 12 CHF pro Aktie.

Ergebnis in Vorjahreshöhe erwartet

Für das laufende Jahr rechnet die BVZ mit einem Ergebnis auf dem Niveau des guten Vorjahres. In diesen Prognosen enthalten sind die Auswirkungen der Winterstürme im Januar 2018, deren Schadenshöhe Finanzchefin Alice Kalbermatten mit 1 Mio. CHF beziffert. Für derartige Schäden besitzt die Gesellschaft eine Versicherung, informierte Kalbermatten. Nicht versichert sind indessen die Ertragsausfälle, die allerdings auch nicht beziffert werden können. Neben dem ordentlichen Geschäft investiert die BVZ rund 30 Mio. CHF in den Bau eines neuen Bahnhofsgebäudes und 50 Wohnungen in Andermatt. Der Baustart ist erfolgt.

Die Geschäftszahlen der BVZ Holding für 2017 fallen erfreulich aus. Dank dem weiteren deutlichen Plus im Ausflugsverkehr konnte der Gewinn erheblich gesteigert werden. Mit den geplanten Investitionen in die Erweiterung des touristischen Angebots dürfte weiteres Wachstum möglich sein. Aus der Immobiliensparte werden mit dem Abschluss der Bauarbeiten in Andermatt ab 2020 nicht unbeachtliche Mehreinnahmen resultieren, die sich positiv auf die Gewinnentwicklung niederschlagen sollten. Als grundsolide angesehen werden können auch die Bilanzkennzahlen mit einer Eigenmittelquote von 42.3% per Jahresende 2017. Mit den geplanten Investitionen in das Immobilienprojekt von 30 Mio. CHF und das Rollmaterial auf dem Gornergrat von 45 Mio. CHF dürfte sich indessen der Eigenfinanzierungsgrad reduzieren. Wegen der geringen liquiden Mittel werden die Investitionen durch Fremdmittel finanziert. Die Aktien der BVZ sind an der SIX Swiss Exchange kotiert. Der Kurs der Papiere stieg in den letzten Wochen wieder in die Nähe des Höchstkurses aus dem Oktober 2017 an. Die letztbezahlten Kurse lagen bei 735 CHF. Auf diesem Niveau werden die Papiere auf dem Niveau des Buchwerts per 31. Dezember 2017 gehandelt. Als eher tief angesehen werden muss auch im aktuellen Tiefzinsumfeld die Ausschüttungsrendite von 1.9%.

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