
Mit frischem Elan gestalteten Verwaltungsratspräsidentin Marianne Wildi und CEO Silvan Hilfiker in diesem Jahr die Generalversammlung der Hypothekarbank «Hypi» Lenzburg. Mehr Unterhaltung und Effizienz war das Ziel. Die 157. Generalversammlung dauerte dann auch lediglich eine Stunde und sechs Minuten.
Moderator Alain Röllin sorgte mit Videoeinspielern und kurzen Interviews mit Wildi und Hilfiker für einen abwechslungsreichen Ablauf. Die effizient abgewickelten Abstimmungen führten zu rekordhohen Zustimmungswerten für Marianne Wildi und ihre Kolleginnen und Kollegen. Zudem genehmigten die Aktionärinnen und Aktionäre eine Dividende von 120 CHF je Aktie.
Jahresrechnung für Stammhaus und Konzern
Marianne Wildi führte zum ersten Mal als Verwaltungsratspräsidentin durch die Generalversammlung. Zuvor hatte sie während 14 Jahren als CEO das operative Geschäft geleitet. In dieser Zeit sei ihr nie langweilig geworden, da stets neue Herausforderungen anstanden, erklärte sie im Gespräch mit Röllin.
Unter ihrer Führung entwickelte sich die «Hypi» Lenzburg zu einem diversifizierten Finanzunternehmen, das sich neu in einer Gruppenstruktur organisiert. 2025 veröffentlichte die Bank deshalb erstmals neben der Jahresrechnung des Stammhauses eine Konzernrechnung. Zur Gruppe gehören die Hypothekarbank Lenzburg AG, das Karten- und Payment-Unternehmen Swiss Bankers Prepaid Services AG sowie das Bankensoftwareunternehmen Finstar AG.
Bankbilanz erstmals grösser als 8 Mrd. CHF
CEO Silvan Hilfiker präsentierte den rund 1000 anwesenden Aktionärinnen und Aktionären die beiden Jahresrechnungen. Das Stammhaus überschritt 2025 bei der Bilanzsumme erstmals die Marke von 8 Milliarden Franken.
Trotz eines Rückgangs der Kreditvergabe um 1,9% verzeichnete das Finanzinstitut einen starken Zufluss an Kundengeldern: Die Kundeneinlagen nahmen um 13,2% zu. Auch das Anlagegeschäft entwickelte sich sehr erfreulich – die Depotvolumen stiegen um rund 30%.

Hilfiker wertet sowohl den Mittelzufluss als auch das Wachstum der Depotvolumen als klaren Vertrauensbeweis der Kundinnen und Kunden. Zwar belasteten tiefere Zinsen das Zinsengeschäft, und der Aufwand stieg investitionsbedingt. Dennoch blieb der Jahresgewinn dank eines um 14,6% höheren Anlageerfolgs sowie eines starken übrigen ordentlichen Erfolgs mit 20 Mio. CHF auf Vorjahresniveau.
Eigenkapital weiter gestärkt
Auf Konzernebene resultierte ebenfalls ein Gewinn von 20 Mio. CHF bei einer Bilanzsumme von 8,6 Mrd. CHF. Silvan Hilfiker wies darauf hin, dass Restrukturierungsmassnahmen bei der im vergangenen Jahr erworbenen Swiss Bankers im zweiten Halbjahr 2025 Wirkung gezeigt hätten und künftig das Ergebnis positiv beeinflussen dürften.
Trotz der unveränderten Dividende von 120 CHF konnten 11 Mio. CHF dem Eigenkapital zugewiesen werden. «Die Stärkung der Eigenmittel sichert langfristig die Existenz unserer Bank», begründete der CEO diesen Schritt. Mit einer Eigenmittelquote von 17,2% liegt die Hypi deutlich über den gesetzlich geforderten 12,3%.
Multibanking und weitere Highlights
Hilfiker bezeichnete das Geschäftsjahr 2025 angesichts wirtschaftlicher Unsicherheiten, geopolitischer Spannungen, regulatorischer Anforderungen und zunehmenden Wettbewerbs als anspruchsvoll. Gleichzeitig hob er die Fortschritte im Anlagegeschäft, im Bereich Banking-as-a-Service (BaaS) sowie bei der IT-Tochter Finstar hervor.
Exemplarisch nannte er drei Meilensteine: die Lancierung der ersten Multibanking-Lösung in der Schweiz, den Gewinn des Lipper Fund Awards sowie die Teilnahme am Programm «Liquidität gegen hypothekarische Sicherheit» (LGHS) der Schweizerischen Nationalbank.
Geschäftsleitung wieder komplett
Auch 2026 ist die Hypothekarbank Lenzburg mit frischer Dynamik gestartet. Seit Februar verstärkt Marco Supplizi als neuer Bereichsleiter Finanzen und Risiken (CFO) die Geschäftsleitung. Per 1. Juni 2026 übernimmt Fabian Bürki die Leitung des Bereichs Privat- und Firmenkunden. Damit ist die Geschäftsleitung nach zwei Wechseln wieder vollständig besetzt.
Im laufenden Jahr will die Bank die Diversifikation der Erträge weiter vorantreiben, die Effizienz steigern und die Strategie im Rahmen der neuen Gruppenstruktur neu formulieren. Die Zukunftsgestaltung stehe dabei im Zentrum, so Hilfiker, der sich in einem kurzen Fragespiel mit Moderator Rölli als Frühaufsteher outete und sagte, dass er E-Mails dem Telefon vorziehe.
Kurze Versammlung ohne Wortmeldungen
Dass die Generalversammlung bereits nach gut einer Stunde beendet war, lag nicht nur an der straffen Leitung. Auch aus dem Aktionariat gab es keine Wortmeldungen. VR-Präsidentin Wildi erzielte bei ihrer Wiederwahl mit knapp 98% ein Spitzenresultat.

Ganz im Sinne des Spannungsfelds zwischen Innovation und Tradition erhielten die Aktionärinnen und Aktionäre zum Abschluss ein neues Sparsäuli.
Nicht fehlen durfte das anschliessende Nachtessen in drei Lenzburger Restaurants, wo der Abend bei Aargauer Zwetschgenbraten und Rüeblikuchen ausklang.






Die operative Performance war überhaupt nicht gut. Schauen sie doch mal, wo die CIR steht. Der Kurs dümpelt seit 20 Jahren vor sich her.