Pilatusbahnen: Mehr Gäste sorgen für Rekordergebnis 2017

Dividende steigt auf 40 CHF

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Die Luftseilbahn auf den Pilatus fährt auch im Winter.
Rekordergebnis, gute Geschäftsaussichten: Das herrliche Panorama vom Pilatus aus wird von den Besuchern geschätzt. Quelle: Pilatusbahnen AG

Die Pilatusbahnen AG konnte im Jahr 2017 wiederum ein neues Rekordergebnis verbuchen. Gemäss dem aktuellen Geschäftsbericht sorgten die Schneefälle in der ersten Januarhälfte für ideale Bedingungen zur Eröffnung der Schlittelpiste. So war denn auch der Start ins neue Geschäftsjahr von einer deutlichen Steigerung der Frequenzen gekennzeichnet. Dieser Vorsprung der Gästezahlen konnte dank der guten Witterungsbedingungen während des letzten Jahres und der positiven Entwicklung in der Tourismusbranche bis zum Jahresende gehalten werden. So legte etwa die Gesamtzahl der Frequenzen gegenüber dem Vorjahr um 15.7% auf 2.8 Millionen deutlich zu, während die Besucherzahl um 13.7% auf 779’420 Gäste anschwoll. Hiervon besuchten fast 557’000 Personen den Gipfel. Mit zur Steigerung beigetragen hat das Gruppengeschäft, das um 17.2% gewachsen ist.

Umsätze und Gewinn erreichen neue Rekordwerte

Die Pilatusbahnen konnten die Gesamteinnahmen im 2017 um 5.7% auf 33.4 Mio. CHF steigern. Der Grossteil der Erträge stammte wie in den Vorjahren aus dem Verkehrsumsatz, der gegenüber dem Vorjahr um 9.4% auf 21.2 Mio. CHF avancierte. Dennoch konnten die Gastronomieerträge nur marginal um 0.2% auf 7.1 Mio. CHF gesteigert werden, während die Hoteleinnahmen sogar um 14% auf 1.1 Mio. CHF sanken. Weiterhin auf der Erfolgswelle schwamm der Verkauf von Merchandising-Artikeln, dessen Volumen um 16.8% respektive plus 0.4 Mio. CHF auf 2.6 Mio. CHF zulegte. Dieses Plus spiegelt sich indessen auch im Warenaufwand der Merchandisingartikel wider. Dieser stieg um 0.3 Mio. CHF auf 1.2 Mio. CHF an, während die Warenkosten der Gastronomie um 0.1 Mio. CHF auf 1.9 Mio. CHF gesenkt werden konnten. Das höhere Besucheraufkommen forderte den Tribut bei den um 0.5 Mio. CHF auf 12.9 Mio. CHF angestiegenen Personalausgaben. Dank der Optimierung innerbetrieblicher Abläufe gelang es, die Betriebskosten um 0.1 Mio. CHF auf 6.2 Mio. CHF zu senken. Im Ergebnis führte dies zu einem Plus des Betriebsgewinns vor Abschreibungen (EBITDA) um 1.3 Mio. CHF respektive 13.2% auf 11.2 Mio. CHF. Nach Abschreibungen in Vorjahreshöhe von 2.7 Mio. CHF resultierte ein EBIT von 8.5 Mio. CHF, was gegenüber dem Vorjahrswert einem Anstieg um 18.1% auf 8.5 Mio. CHF entspricht. Wegen der Äufnung der Rückstellungen um 6.4 Mio. CHF nach 5.2 Mio. CHF im Vorjahr und höheren Steueraufwendungen resultierte unter dem Strich nur ein Gewinnplus von 7.3% respektive plus 0.1 Mio. CHF auf 1.4 Mio. CHF. Die Aktionäre erhalten eine um 2.50 CHF auf 40 CHF erhöhte Dividendenausschüttung.

Die Geschäftszahlen der Pilatusbahnen für 2017 fallen zumindest auf den zweiten Blick sehr erfreulich aus. So konnte das Unternehmen im letzten Jahr in nahezu allen Sparten Zuwächse verzeichnen, ohne dass die Kosten spürbar angestiegen sind. Die Margen und der für die Refinanzierung künftiger Erneuerungen oder Angebotserweiterungen notwendige Cashflow stiegen stark an. Mit einem Cashflow von 10.7 Mio. CHF im Berichtsjahr sind die Pilatusbahnen in einer sehr komfortablen Situation: So können alle Sachanlagen, deren Gesamtwert gemäss Anlagenrechnung bei 114.5 Mio. CHF liegt, in 11 Jahren komplett erneuert werden, ohne dass hierbei Fremdmittel eingesetzt werden müssten.

Der Kurs der auf OTC-X gehandelten Pilatusbahn-Aktie. Quelle: moneynet.ch

Nur auf den ersten Blick dürftig präsentieren sich die Bilanzkennzahlen mit einer ausgewiesenen Eigenmittelquote von 17.3% der Bilanzsumme. Die Gesellschaft besitzt sehr hohe Rückstellungen von fast 70% der Bilanzsumme, die nahezu vollumfänglich Eigenmittelcharakter aufweisen dürften. So lässt sich ein wirtschaftlicher Eigenfinanzierungsgrad von rund 87% ermitteln. Die Aktien der Pilatusbahnen werden auf der ausserbörslichen Handelsplattform OTC-X der Berner Kantonalbank (BEKB) gehandelt. Auf der Basis des letztbezahlten Kurses von 2’900 CHF weisen die Papiere eine auch im aktuellen Tiefzinsumfeld niedrige Rendite von 1.4% auf. Als wenig zielführend für die Ermittlung eines fairen Werts der Papiere erscheint der Reingewinn wegen der Bildung von Rückstellungen zulasten der Erfolgsrechnung und den hohen Sachabschreibungen, die das betriebswirtschaftlich notwendige Mass deutlich überschreiten dürften. Somit kommt lediglich das EBITDA in Betracht. Mit einem KGV von knapp 7 auf der Basis des EBITDA und einem Enterprice-Value / EBITDA- Verhältnis von 5.5 erscheinen die Titel nicht überteuert. Weitere Kursavancen sind allerdings zumindest kurzfristig nach einem Kursplus der Aktien um gut 20% binnen Jahresfrist nicht zu erwarten. Als attraktiv angesehen werden kann die Naturaldividende, welche die an der Generalversammlung teilnehmenden Aktionäre erhalten: zwei Gutscheine, die je zu einer Gratis-Retourfahrt auf den Pilatus berechtigen. Eine Retourfahrt auf den Pilatus kostet ohne Ermässigung 72 CHF, woraus sich bei zwei Fahrten ein geldwerter Vorteil von 144 CHF ermitteln lässt. Dies entspricht beim Besitz von nur einer Aktie einer stolzen Rendite von 5% exklusive der Bardividende und von 6.4% inklusive der Barausschüttung.

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