Leclanché: Kapitalerhöhung und neuer Verwaltungsratspräsident

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Beim Energiespeicherunternehmen Leclanché kommt es zu einem Wechsel an der Spitze des Verwaltungsrats. Darüber hinaus plant das Unternehmen, einen weiteren Schritt zur Stabilisierung der Finanzlage vorzunehmen. Der grösste Aktionär Fefam soll erneut Schulden in Aktien wandeln.

Um die Weichen für die Zukunft möglichst rasch zu stellen, hat Leclanché ihre Aktionäre am 11. Dezember zu einer ausserordentlichen Generalversammlung eingeladen, wie das Unternehmen am Montag schreibt. Auf dieses Datum hin werde Verwaltungsratspräsident Jim Atack zurücktreten. Als neuer Präsident wird David Anthony Ishag vorgeschlagen.

Als neuer VRP bei Leclanché vorgeschlagen: David Anthony Ishag. Bild: gpholding.ch

Jim Atack präsidiert das Gremium seit August 2013. Es sei nun der richtige Zeitpunkt gekommen, um zurückzutreten, wird er in der Einladung zur GV zitiert. Sein designierter Nachfolger kommt aus dem Einflussbereich von Fefam. Als Chef der Golden Partner SA berät der Brite den Investor.

Stabilisierung der Bilanz

Fefam wird dazu beitragen, Leclanché auf eine finanziell besser abgestützte Basis zu hieven. Im Kern geht es darum, Schulden im Umfang von 54.7 Mio. CHF in Aktienkapital umzuwandeln. Dazu sollen die Aktionäre eine Kapitalerhöhung in demselben Umfang beschliessen, in dem sie gleichzeitig auf das Bezugsrecht verzichten.

Dieser Schritt sei dazu da, um die Bilanz, die derzeit ein negatives Eigenkapital aufweise, zu stabilisieren, begründete der Verwaltungsrat in der Einladung. Man wolle damit das Risiko eines Bankrotts der Gesellschaft eindämmen.

Es handle sich nicht um die erste Rettungsaktion bei Leclanché, doch sei das Unternehmen nach OR-Artikel 725 immer noch mit rund 27 Mio. CHF überschuldet. Mit der geplanten Kapitalerhöhung soll der Missstand des negativen Eigenkapitals beseitigt werden. Sobald dieser Schritt vollzogen wurde, werde man weitere finanzielle Schritte zur langfristigen Sicherung der Bilanz vornehmen.

Mit der Kapitalerhöhung wird sich das Eigenkapital von Leclanché von derzeit rund 121 Mio. CHF auf 176 Millionen erhöhen. Dabei wird Fefam 54.7 Mio. der rund 80 Millionen Darlehensschulden in Kapital umwandeln und in den Besitz von 36,4 Millionen Titel mit einem Nennwert von 1.50 CHF je Aktie kommen.

Befreiung von Angebotspflicht beantragt

Bereits im Verlauf des Jahres 2018 hatte sich Fefam dazu bereit erklärt, über Rangrücktritte bei Darlehen auf bestimmte Forderungen und Finanzierungsvereinbarungen zu verzichten. Und man ging eine Verpflichtung ein, ausstehende Schulden von anderen Drittinvestoren zu kaufen und deren Laufzeit bis zum 31. März 2020 zu verlängern. Derzeit hat Fefam an Leclanché Darlehen in einer Grössenordnung von 80 Mio. CHF gewährt.

Nach Abschluss der Transaktion wird Fefam der weitaus grösste Aktionär von Leclanché sein. Fefam werde in etwa 64,3% am Batterienspezialisten halten. Entsprechend habe man bei der Übernahmekommission (UEK) einen Antrag auf die Befreiung der Pflicht gestellt, ein offentliches Angebot an die ausstehenden Aktionäre unterbreiten zu müssen.

Die Aktien von Leclanché sind an der SIX Swiss Exchange kotiert und notierten zuletzt bei 1.93 CHF.

mk/cf

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