Casino Montreux: Position als grösstes Schweizer Spielcasino verteidigt

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Die Casino Montreux SA konnte im 2018 die Spitzenposition der Schweizer Casinos erfolgreich verteidigen. Entgegen dem allgemeinen Markttrend stiegen die Bruttospielerträge leicht um 0,5% auf 73.3 Mio. CHF, während die Besucherzahlen um 3% auf 531’238 Personen sanken. Die höhere Ausgabebereitschaft kompensierte dieses Minus.

Als belastender Faktor für den Betrieb stellen sich die aktuellen Strassenerneuerungen in Montreux dar. Diese seien allerdings unumgänglich, um die Lebensqualität in der Stadt aufrechtzuerhalten, erklärte Laurent Wehrli, Vizepräsident des Verwaltungsrats und Ammann der Gemeinde Montreux, den Aktionären an der Generalversammlung vom 29. April. Die Installationen seien 100-jährig und müssten saniert werden. Mit der aktuellen Situation, die sich auch nachteilig auf Veranstaltungen auswirkt, sei niemand zufrieden. Gemeinsam mit allen Beteiligten wird jeweils ein Kompromiss ausgestaltet, der die Einschränkungen soweit als möglich reduziert.

Kosten steigen an

Das Casino Montreux konnte im Berichtsjahr die Erträge aus dem Tronc mit 2.3 Mio. CHF ebenso stabil halten wie die Restaurations- und sonstigen Erträge mit 7.3 Mio. CHF. Zusammen mit den Nettospielerträgen von 33.8 Mio. CHF nach 33.7 Mio. CHF wurden Einnahmen von 43.4 Mio. CHF generiert, was gegenüber dem Vorjahr einem leichten Plus von 0,3% entspricht.

Auf der Kostenseite belasteten die um 2,5% auf 15.8 Mio. CHF angestiegenen Personalkosten. Noch deutlicher fiel der Anstieg bei den sonstigen Kosten mit plus 6,1% auf 7.7 Mio. CHF aus. Hierin enthalten sind neben Investitionen in das Casino auch Gelder, die zur Unterstützung der Abstimmung über das neue Geldspielgesetz Mitte 2018 aufgewendet wurden. In der Summe führte dies zu einem Rückgang des Betriebsgewinns vor Abschreibungen EBITDA um 0.7 Mio. CHF respektive 4,3% auf 17.2 Mio. CHF. Nach gleichbleibenden Sachabschreibungen im Umfang von 1.9 Mio. CHF resultierte ein Betriebsgewinn von 15.3 Mio. CHF nach 16.1 Mio. CHF im Vorjahr. Dank der um 0.4 Mio. CHF auf 3.2 Mio. CHF gesunkenen Steueraufwendungen fiel der Rückgang beim Reingewinn mit minus 0.6 Mio. CHF auf 12.3 Mio. CHF etwas geringer aus als das Minus des EBIT. Die Aktionäre erhalten eine um 10 auf 157 CHF gesunkene Dividende pro Aktie im Nennwert von 100 CHF.

Neues Restaurant

Am Abend der GV wurde das neue Restaurant Le Fouquets, eine Zweigstelle der bekannten gleichnamigen Brasserie in Paris, eröffnet. Das zur Groupe Barriere, die Merheitsaktionärin des Casinos Montreux ist, gehörende le Fouquets soll neue Akzente in Montreux setzen. Mit einer gehobenen Gatronomie soll das Renommée des Casinos in Montreux gestärkt werden. Bis dato keine Aussagen macht die Gesellschaft über mögliche Pläne eines Onlinecasinos.

Fazit

Die Geschäftszahlen des Casinos Montreux für 2018 fallen per saldo gut aus. Bei den der Rechnung belasteten Mehrkosten handelt es sich vorwiegend um Investitionen in das eigene Haus, die nicht aktiviert wurden, sowie um Unterstützungsbeiträge für die Kampagne zur Annahme des Spielbankengesetzes im letzten Jahr. Wie in den Vorjahren dürfte der wirtschaftliche Gewinn den ausgewiesenen Wert übersteigen. Untermauert wird dies durch die hohen Sachabschreibungen, die nicht betriebswirtschaftlich notwendig sind. Als grundsolide angesehen werden können auch die Bilanzkennzahlen mit einer Eigenmittelquote von fast 60%. Bei den Verbindlichkeiten handelt es sich zudem nur um kurzfristige Verpflichtungen, die grossteils aus dem laufenden Geschäft stammen dürften.

Die Aktien der Gesellschaft werden auf der ausserbörslichen Handelsplattform OTC-X der Berner Kantonalbank (BEKB) gehandelt. Nahezu bedeutungslos sind die kleinen Namenaktien mit einem Nennwert von 50 CHF, da diese grösstenteils in Stücke mit Nennwert 100 CHF umgewandelt wurden. Gemäss dem seit nunmehr vier Jahren unveränderten Stand des Handelsregisters sind noch 196 kleine Aktien ausstehend.

Die Aktien im Nennwert von 100 CHF wurden letztmalig zu Kursen von 2’950 CHF umgesetzt. Auf dieser Basis lässt sich eine sehr hohe Ausschüttungsrendite von 5,3% für 2018 errechnen. Die Gesellschaft schüttet den ausgewiesenen Reingewinn nahezu vollumfänglich an ihre Aktionäre aus. Lediglich eine gesetzlich vorgesehene Mindestquote wird den bereits hoch dotierten Reserven zugewiesen. Die Höhe der Dividende hängt damit jeweils von der Entwicklung des Reingewinns ab, der durch die Gesellschaft massgeblich beeinflusst werden kann.

Da lediglich ein Abschluss nach den sehr viel Freiraum bietenden Regeln des Obligationenrechts erstellt wird, können beispielsweise die Abschreibungen deutlich höher angesetzt werden, als dies betriebsnotwendig ist. Daher sollte zur Bewertung der Titel auch keinesfalls der ausgewiesene Buchwert herangezogen werden. Die Gesellschaft dürfte neben den aus den überhöhten Abschreibungen gebildeten Reserven über erhebliche stille Reserven in der Form des Immobilienbesitzes an sehr attraktiver Lage in Montreux verfügen. Inwieweit diese den aktuellen Kurs rechtfertigen, kann allerdings nur geschätzt werden. Die Aktien, die zum grossen Teil in festen Händen sind (77.86% gehören der Groupe Barrière, 17.18% besitzt die Gemeinde Montreux), eignen sich vor allem für Anleger mit einem Bezug zur Region. Als sehr attraktiv kann auch die Ausschüttungspolitik angesehen werden, sofern sich die Gewinne weiterhin positiv entwickeln.

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