Nexus: Neue Findea-Buchhaltungssoftware soll weitere Fortschritte bringen

CEO Michele Blasucci bleibt trotz Corona-Krise zuversichtlich

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In kleinen Schritten schreitet die Nexus-Gruppe derzeit voran. Das Unternehmen, zu dem die Gründerplattform STARTUPS.CH AG, die e-Treuhand Firma Findea AG und der Softwareentwickler Websoft AG gehören, hat sich zum Ziel gesetzt, wichtige Prozesse in der Unternehmensgründung und Führung vom KMU zu digitalisieren. Wie Unternehmensgründer und Hauptaktionär Michele Blasucci allerdings in den letzten Jahren feststellen musste, ist dieses Vorhaben sehr aufwendig und ressourcenintensiv. Er hat auch hohe Ansprüche an die Softwarelösungen, möchte damit gar in der Champions League spielen.

Zwar ist die Plattform STARTUPS.CH bei Online-Unternehmensgründungen in der Schweiz führend; rund 3000 Gründungen werden über die STARTUPS.CH jährlich durchgeführt. Doch die Nexus-Gruppe wollte von Anfang an den Gründern und auch anderen KMU eine schlanke, automatisierte Lösung für die Buchhaltung, Treuhand- und Rechtsdienstleistungen bieten. Diese Aufgaben übernimmt nun die Tochterfirma Findea. In neun eigenen Niederlassungen sowie über ein Netzwerk von 20 Vertretungen werden die Mandanten heute digital und auch persönlich betreut. Dies soll auch weiterhin der Fall sein, obwohl in Zukunft immer stärker die selbst entwickelte Buchhaltungssoftware LEA zum Einsatz kommen wird. 2020 könne das profitabelste Jahr in der Geschichte werden, meint Blasucci mit Blick auf die Einführung der Software. Denn diese soll zu noch mehr Effizienz beitragen und so die Kosten auch für die Mandanten tief halten.

4.8 Mio. CHF Umsatz im 1. Halbjahr 2019/20

In dem per Ende September 2019 abgeschlossenen 1. Halbjahr des Geschäftsjahres 2019/20 erzielte die Unternehmensgruppe einen Umsatz von 4.8 Mio. CHF. STARTUPS.CH steuerte hier 2.35 Mio. CHF bei, Findea einen Anteil von 2.18 Mio. CHF. Zudem wurden wieder 319’000 CHF an Eigenleistungen aktiviert. Diese sind vor allem Entwicklungskosten für die eigenen Softwarelösungen. Unter dem Strich verblieb ein EBITDA von 686’000 CHF und ein Reingewinn von 73’000 CHF.

Die Nexus AG konnte im 1. Halbjahr 2019 ein besseres Ergebnis erzielen. Chart: nexus-group.com

Für das zweite Halbjahr gibt sich Unternehmensgründer Blasucci trotz der Corona-Krise optimistisch. Die Nexus-Gruppe sei erfolgreich in das neue Jahr gestartet. «Unternehmensgründungen sowie Online-Buchhaltungs- und Steuerberatungen erweisen sich als krisenresistent», meint er. Genaue Auswirkungen der Krise auf sein Geschäft kann er noch nicht benennen. Allerdings ist Blasucci sehr optimistisch, dass sich die aktuelle Lage nicht nur rasch beruhigen, sondern auch positiv auf die Geschäftsentwicklung der Unternehmensgruppe auswirken wird.

«Den Lockdown nutzen viele KMU nun, um ihre Buchhaltung zu machen und sich um Steuerthemen zu kümmern», berichtet der CEO von Nexus. Findea komme dabei zugute, dass mittlerweile die meisten Dienstleistungen digital angeboten werden können. Auch bei den Gründungen sei bisher nur ein leichter Rückgang zu verzeichnen gewesen. Blasucci rechnet sogar damit, dass nach dem Ende des Ausnahmezustandes die Anzahl der Gründungen in die Höhe schnellen könnte, weil sich jetzt viele Leute Gedanken über ihre persönliche Zukunft machen und in Krisen auch immer wieder neue Geschäftsideen für die Zukunft entstehen.

Fazit

Der Nexus AG ist mit der Fertigstellung der eigenen Buchhaltungssoftware LEA ein wichtiger Schritt zur weiteren Automatisierung ihrer Dienstleistungen gelungen. Allerdings wird es noch etwas dauern, bis sich die Fortschritte auch in der Erfolgsrechnung positiv niederschlagen. Die Bilanzstruktur bleibt weiterhin mit einer Eigenkapitalquote von knapp 14% unterdurchschnittlich. Mit über 5 Mio. CHF schlummert nach wie vor ein hoher Betrag an «immateriellen Anlagen» per Ende September 2019 in der Bilanz. Dabei handelt es sich vor allem um die aktivierten Eigenleistungen für die Softwareentwicklung. Angesichts der hohen Verschuldung wird das Unternehmen in diesem und den nächsten beiden Geschäftsjahren den Fokus auf die Rückzahlung der Darlehen legen müssen. Nicht auszuschliessen ist zudem, dass die aktuelle Corona-Krise zu einer Pleitewelle von KMU führt. Tritt dieser Fall ein, so könnten auch die Folgen für Findea kurzfristig eher negativ sein.

Die Aktien der Nexus AG werden ausserbörslich auf OTC-X gehandelt. Der Briefkurs liegt bei 6 CHF, was einer Marktkapitalisierung von CHF 9.6 entspricht. Auf diesem Kursniveau sind zwar schon viele Risiken mit eingepreist. Um höhere Kurse zu rechtfertigen, muss es der Gesellschaft allerdings nun gelingen, die starke Verschuldung abzubauen.

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