Polyphor: Finanzierung bis ins erste Quartal 2021 durch liquide Mittel sichergestellt

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Das Biotech-Unternehmen Polyphor sieht seine Geschäftstätigkeit bis ins erste Quartal 2021 sichergestellt. Insgesamt verfügte Polyphor per Ende 2019 noch über liquide Mittel von 77.4 Mio. CHF, wie das Allschwiler Unternehmen am Dienstag mitteilte.

Im vergangenen Jahr schrieb Polyphor einen Gesamtverlust von 64.7 Mio. CHF, wie den am Dienstag vorgelegten Zahlen zu entnehmen ist. Der durchschnittliche monatliche Mittelabfluss (Cash burn) lag bei 4.6 Mio. CHF nach 3.5 Mio. im Jahr davor.

Insgesamt wandte das Unternehmen im vergangenen Jahr 60.7 Mio. CHF für Forschung und Entwicklung (F&E) auf, 36% mehr als im Jahr davor. Die Kosten betrafen vor allem die Phase-III-Studien mit Murepavadin und den Beginn der Zulassungsstudie mit Balixafortide.

Einen Umsatz erzielte das Unternehmen im vergangenen Jahr nicht. Im Jahr 2018 waren noch Einnahmen von 6.5 Mio. CHF aus dem Abschluss einer Lizenzvereinbarung mit Santhera erzielt worden.

Patientinnen-Rekrutierung

In der Fortress-Studie zum Medikament Balixafortide zur Behandlung von Brustkrebs komme die Rekrutierung von Studienteilnehmerinnen aufgrund der guten Studiendurchführung schneller voran als geplant, schreibt das Unternehmen. Die ersten Daten für eines der primären Studienziele, die objektive Ansprechrate (Objective Response Rate, ORR), würden gegen Ende des ersten Quartals 2021 vorliegen.

Dagegen würden die Ergebnisse für das „progressionsfreie Überleben“ (Progression Free Survival, PFS) im vierten Quartal 2021 erwartet. Diese bildeten die Grundlage für einen regulären Zulassungsantrag in den USA und der EU.

Das Unternehmen sieht nun auch die Möglichkeit, eine Pipeline um Balixafortide herum aufzubauen. Das Unternehmen plane, Balixafortide als frühe Therapieoption von metastasierendem Brustkrebs und bei Tumoren mit anderen Kombinationen als Brustkrebs zu untersuchen.

Für das inhalierbare Murepavadin werde im vierten Quartal 2020 ein Antrag für eine klinische Studie und kurz danach der Beginn einer Phase-I-Studie erwartet. Im Fall einer Zulassung würde das Medikament die erste neue Klasse von Antibiotika für „Gram-negative Krankheitserreger“ in den letzten 50 Jahren darstellen.

Pandemie-Massnahmen

Bezüglich der Covid-19-Pandemie habe Polyphor in der Fortress-Studie alle geeigneten Massnahmen ergriffen, um Patientinnen, Studienleiter, Prüfärzte und alle an der Durchführung der Studie beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schützen, heisst es.

Per Ende April sei das Unternehmen im Zeitplan gelegen, um die Rekrutierung von 384 Patientinnen in der Fortress-Studie bis Ende September 2020 abzuschliessen und mit der Studie von inhalierbarem Murepavadin an gesunden Freiwilligen im vierten Quartal 2020 zu beginnen.

Die Aktien von Polyphor sind an der SIX Swiss Exchange kotiert. Zuletzt wurden 8.20 CHF für eine Aktie bezahlt.

tp/ra

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