Griston Holding: Geschäftsjahr 2020 gut gemeistert

Umsatz nimmt zu, Gewinn nimmt ab

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Die Griston Holding AG mit Sitz in Untervaz im Graubünden ist mit den von ihr direkt und indirekt gehaltenen Gesellschaften in der Kies- und Betonindustrie, im Anlagenbau, Engineering und im Baudienstleistungsbereich tätig. 15 Gesellschaften sind unter dem Dach der Holding konsolidiert, 4 weitere Unternehmen assoziiert. Im Geschäftsjahr 2020 erzielte die Griston-Gruppe einen konsolidierten Nettoumsatz von 47.0 Mio. CHF.  

Spartenergebnisse publiziert die Griston Holding nicht. Aus dem Geschäftsbericht wird aber ersichtlich, dass insbesondere der Anlagenbau im vergangenen Jahr sehr erfreulich lief, obwohl auf Baustellen- und Kundenbesuche weitgehend verzichtet werden musste, wie Norbert Albin, der Präsident des Verwaltungsrat, und André Renggli, Delegierter des VR, schreiben.

So seien beim Anlagenbauer STAG AG in Maienfeld überdurchschnittlich viele Aufträge eingegangen, weshalb man auf ein sehr gutes Jahr zurückblicken könne, so der Geschäftsbericht. Als Gründe für die deutliche Verbesserung des Jahresergebnisses wird die Neuausrichtung der Firma auf ausgewählte Kunden, die rigorose Kostenkontrolle und die daraus resultierende effizientere Projektabwicklung genannt. Griston zeigt sich erfreut, dass sich die STAG AG trotz der Entwicklung der Wechselkurse und des starken Frankens international zu den führenden Anbietern im Anlagenbau und Schüttguthandling zählen darf.

Beispiel für den Anlagenbau: Die STAG AG hat für Liebherr eine Sonderanlage für die pneumatische Einbringung eines Kalk-Zement-Gemischs in den Bohrgrund produziert. Die „mobile“ Förderanlage inkl. Steuerung ist auf einem Ramm- und Bohrgerät installiert. Bild: stag.net

Nicht so gut lief es beim Anlagenbauer TRUMAG in Frutigen, der die Budgetziele verfehlt habe.

Ertrag im Anlagenbau nimmt deutlich zu

Insgesamt legte der Ertrag im Anlagenbau  deutlich zu, von allerdings relativ niedrigem Niveau in 2019. 17.6 Mio. CHF wurden 2020 umgesetzt, 8.6 Mio. mehr als im Vorjahr. Damit ist man bei Griston wieder auf dem Niveau des Jahres 2017; damals hatte das Unternehmen mit Anlagen 17.9 Mio. CHF umgesetzt.

Auch der Handelsertrag im Anlagenbau, also die Ersatzteil-Verkäufe an die Betreiber der Anlagen, konnte von 3.1 auf 4.1 Mio. CHF zulegen.

Preisdruck bei Kies und Sand

Etwas weniger verdiente die Griston Holding mit der Herstellung von Kies und Beton. Die Erträge gingen von 22.3 Mio. CHF in 2019 auf 17.2 Mio. zurück. Und das, obwohl die Kies- und Betonwerke weniger von der Pandemie betroffen gewesen seien, da auf den Baustellen im Kanton Graubünden unter Einhaltung der Schutzkonzepte hätte weitergearbeitet werden können, schreibt das Unternehmen im Geschäftsbericht. Dennoch fielen die verkauften Mengen Sand, Kies und Beton im Raum Davos als auch im Churer Rheintal leicht geringer aus als im Vorjahr. Gut behaupten konnte sich hingegen der Betonhersteller und -lieferant GRIBAG. Die budgetierten Mengen an Sand, Kies und Beton seien deutlich übertroffen worden. Allerdings sind die Preise seit einigen Jahren unter Druck, was sich negativ auf das Ergebnis niederschlägt.

Die Ökologie nimmt bei der Griston Holding einen immer grösseren Stellenwert ein. Z.B. die Renaturierung des ehemaligen Baggersees «Caluori Weiher» der Kieswerk Untervaz AG bei Trimmis. Hier soll das Projekt «Naturschutz und Erholungszone Rheinaue Trimmis» realisiert werden. Ein grosser Teil des Gebiets wird in Form von zahlreichen ökologisch wertvollen Amphibienweihern wieder der Natur zurückgegeben. Ein weiterer Teil ist für die Freizeitnutzung vorgesehen. Bild: Geschäftsbericht Griston
Deutlich höherer Warenaufwand

Insgesamt setzten die Beteiligungen von Griston 47 Mio. CHF um, nach 44.4 Mio. CHF in 2019 (+ 5,6%). Mit dem Umsatzwachstum ist auch ein deutlicher Anstieg des Warenaufwands und der Fremdleistungen um 5 Mio. auf 19.7. Mio. CHF verbunden. Dies sei vor allem auf den Anlagenbau zurückzuführen, so Jürg Poppel, stv. Vorsitzender der Geschäftsleitung und Leiter Finanzen, gegenüber schweizeraktien.net.

Beim restlichen Betriebsaufwand konnten hingegen die Kosten gesenkt werden und schlagen mit 18.8 Mio. CHF (Vorjahr 20.1 Mio.) zu Buche.

Da die Abschreibungen, Steuern und Zinsen ungefähr auf Vorjahresniveau lagen, verzeichnet die Griston Holding unter dem Strich einen etwas gesunkenen Reingewinn von 4 Mio. CHF nach 4.7 Mio. in 2019.

Ausblick

Die Griston Holding erwartet aufgrund der aktuellen Auftragssituation ein solides Geschäftsjahr 2021. Im Bereich Sand, Kies und Beton habe die Saison erst kürzlich richtig begonnen, und der Start sei gut verlaufen, sagt Jürg Poppel. Im Bereich Anlagenbau/Engineering/Fertigung sei die Auslastung aufgrund der eingegangenen Aufträge Ende 2020/Anfangs 2021 sogar sehr gut.

Fazit

Dank der guten Auftragslage und der Bearbeitung der Engineering-Projekte im Homeoffice musste in keiner Gruppengesellschaft Kurzarbeit angemeldet werden, beantwortet Jürg Poppel die entsprechende Frage von schweizeraktien.net. Das Unternehmen konnte im Ausnahmejahr 2020 die Umsätze sogar steigern, allerdings auf Kosten der Rentabilität. Die Eigenkapitalrentabilität sank von 14% im Vorjahr auf 11,2% in 2020.

Trotz des leicht tieferen Reingewinns wird der GV eine gegenüber den Vorjahren unveränderte Dividende in Höhe von 56.25 CHF beantragt. Damit liegt die Dividendenrendite bei 2,45%. Die Ausschüttung ist seit langer Zeit konstant und dürfte sich auch zukünftig nicht ändern. Dies macht die Papiere z.B. zum Ersatz für eine Obligation, die derzeit nahezu keine Rendite abwirft.

Zuletzt wurden über die Handelsplattform OTC-X der BEKB 3’000 CHF für eine Aktie der Griston Holding bezahlt. Auffallend hoch ist die Differenz zwischen Geld- und Briefkurs: Die Aktie wird aktuell zu 2’220 CHF gesucht und zu 3’500 angeboten.

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