Davos Klosters Bergbahnen: Sparte Hotel und Gastro leidet unter Pandemie

Leichte Erholung im Winter 2021/22 erhofft

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Neues Jahr, neues Glück, lautet ein gängiges Sprichwort in der deutschen Sprache. Leider geht diese Gleichung in der Realität aber nicht immer auf, was sich auch im per Ende April abgeschlossenen Geschäftsjahr 2020/21 der Davos Klosters Bergbahnen AG (DKB) zeigte. Nachdem die Vorperiode mit dem ersten Lockdown abrupt geendet hatte, überschattete – wie es Verwaltungsratspräsident Carlo Schertenleib und CFO Yves Bugmann im Geschäftsbericht ausdrücken – grosse Unsicherheit das neue Jahr.

Die Lage bleibt unsicher bei den Davos Klosters Bergbahnen, hier im Bild die Mittelstation Höhenweg. Ob die erhoffte Besserung in der Wintersaison 2021/22 eintrifft, bleibt abzuwarten. Bild: Davos Klosters Bergbahnen AG
Erfreuliche Sommersaison 2020

Aufgrund des Lockdowns wusste die DKB im Mai 2020 überhaupt noch nicht, wann das Geschäftsjahr mit der Sommersaison würde starten können. Als die Saison im Juni dann tatsächlich losging, präsentierte sich ein zu den Vorjahren verändertes Gästebild. Die ausländischen Gäste blieben weitgehend aus, dafür verweilten Herr und Frau Schweizer vermehrt in der Region. Zusammen mit der verkürzten Saison sorgte dies gegenüber dem Vorjahr für einen Rückgang der Ersteintritte im Sommer 2020 um 31%. Gleichzeitig stieg aber der Verkehrsertrag um 21% auf 2.5 Mio. CHF an. Die DKB führt diese Entwicklung auf die Einführung der «Premium Card» als Ersatz für das bestehende Produkt «All inclusive» zurück. Ein ähnliches Muster zeigte sich auch bei den zur DKB gehörenden Unterkünften, wo die Umsätze trotz weniger Logiernächte zunahmen. Im Vergleich zu den Vorjahren waren die Durchschnittspreise deutlich gestiegen, und so vermochte der Sommer 2020 die Erwartungen der Geschäftsführung zu übertreffen.

Eingeschränktes Ski-Erlebnis belastet Wintersaison

Durch die früh einsetzenden Schneefälle und kälteren Tage startete die DKB mit optimalen Bedingungen in die Wintersaison 2020/21. Diese konnte am 24. Oktober und somit so früh wie noch nie eröffnet werden. Hilfreich kam hinzu, dass durch die wegfallende Möglichkeit des Skifahrens im Ausland die inländischen Gäste erneut vermehrt in die Region Davos-Klosters strömten. So resultierte mit über 44’000 Ersteintritten gleich der beste November aller Zeiten. Aufgrund von stetig ändernden Massnahmen zur Pandemiebekämpfung im In- und Ausland nahm die Unsicherheit um die Jahreswende aber wieder zu. Für die Gäste war das Erlebnis durch den reinen Take-Away-Betrieb der Wirtschaften eingeschränkt, was sich in deutlich tieferen Aufenthaltsdauern auf dem Berg niederschlug. Schlussendlich lagen die Ersteintritte im Winter 2020/21 um knapp 5% über Vorjahresniveau, der Verkehrsertrag mit 32.8 Mio. CHF jedoch knapp darunter.

Sparte Hotel und Gastro leidet unter Einschränkungen

Über das gesamte Geschäftsjahr 2020/21 fiel der Verkehrsertrag trotz der unsicheren Pandemie-Lage mit 35.3 Mio. CHF (+1,0%) leicht höher aus als im Vorjahr. Deutlich stärker von den Massnahmen und Lockdowns im Zusammenhang mit der Pandemie getroffen wurde die Sparte Hotel und Gastro. Gerade im Winter standen die Unterkünfte aufgrund der praktisch vollständig ausfallenden Events, Firmen-Skiweekends und Skilager häufig leer, und die Logiernächte gingen ganzjährig um knapp einen Viertel zurück. Der erzielte Umsatz von 13.6 Mio. CHF entspricht einem Rückgang von 6.9 Mio. oder 34% vom Vorjahr.

Dividendenverzicht nach moderatem Verlust

Auf Konzernebene fiel der Betriebsertrag um 12% auf 61.1 Mio. CHF. Die Aufwände blieben gleichzeitig aber annähernd konstant, sodass das EBITDA von 20.5 Mio. (Vorjahr 28.2 Mio.) einer deutlich reduzierten Marge von 34% entspricht (Vorjahr 41%). Das EBIT ist mit 2.1 Mio. zwar noch im positiven Bereich, aber beinahe um 80% tiefer als im Vorjahr. Im ausserordentlichen Ertrag stützt der Verkauf des Bergrestaurants Schifer vom Frühjahr 2020 das Ergebnis mit rund 1.5 Mio. CHF. Dies wird aber sogleich überkompensiert durch die Rückstellung der Verlängerung der Swap Zinsabsicherung über 2.8 Mio., welche im ausserordentlichen Aufwand enthalten ist. So steht unter dem Strich ein moderater Jahresverlust von 0.2 Mio. CHF zu Buche, dies nach einem Gewinn von 2.1 Mio. im Vorjahr. Aufgrund des negativen Ergebnisses beantragt der Verwaltungsrat der Generalversammlung vom 18. Oktober, auf die Ausschüttung einer Dividende zu verzichten. Die GV findet ohne physische Teilnahme statt.

Erholung im Winter 2021/22 erhofft

Für das laufende Geschäftsjahr geht die DKB von einer leichten Erholung des Geschäfts in allen Segmenten im Winter aus. Für die Sommersaison hingegen erwartet das Unternehmen einen Umsatzrückgang von 5-10%, da ein gewisser Nachholbedarf nach Ferien am Meer spürbar sei. Deutlich tiefer als in den Vorjahren werden dieses Jahr die Investitionen ausfallen. Noch im vergangenen Geschäftsjahr investierte die DKB knapp 21 Mio. CHF unter anderem in die Beschneiungsanlagen auf Parsenn und dem Jakobshorn sowie in die Einstellhalle beim Hotel National. Die gesamte Überbauung inklusive der Hotelsanierung soll bis Dezember dieses Jahres fertiggestellt sein.

Fazit

Hinter der Davos Klosters Bergbahnen AG liegt, wie hinter den meisten Bergbahnen, ein schwieriges Geschäftsjahr 2020/21. Insbesondere der Bereich Hotel und Gastro schloss aufgrund der Massnahmen zur Pandemiebekämpfung massiv schlechter ab als in den Vorjahren. Immerhin hielt sich der Jahresverlust – unter anderem dank des Verkaufes des Bergrestaurants Schifer – in Grenzen. Im laufenden Geschäftsjahr rechnet das Unternehmen im Winter mit einer leichten Erholung in allen Bereichen. In welchem Ausmass diese Erholung ausfallen wird, hängt stark davon ab, wie das Skigebiet geöffnet werden kann. Besteht auch fürs Skifahren eine Zertifikatspflicht? Bleibt sie auf den Bereich Hotel und Gastro beschränkt? Fallen die Massnahmen weg? Diese Fragen sind heute noch nicht zu beantworten, werden aber über die Erholung des Geschäfts mitentscheiden und die Richtung fürs Jahresergebnis weisen. Schliesslich nimmt das Wintergeschäft mit einem Anteil von 93% am gesamten Verkehrsertrag eine enorm hohe Bedeutung ein.

Der Aktienkurs der Davos Klosters Bergbahnen AG hat in den letzten drei Jahren um 23% zugelegt. Aktuell liegt der Geldkurs mit 231 CHF deutlich unter dem letztbezahlten Kurs von 260 CHF. Bild: otc-x.ch

Die Aktien der DKB werden ausserbörslich auf OTC-X gehandelt. Der letztbezahlte Preis liegt bei 260 CHF. Eine ergebnisbasierte Bewertung ist aufgrund des aussergewöhnlichen Geschäftsjahres 2020/21 wenig sinnvoll. Mit einem Preis/Buchwert-Verhältnis von 3.2 scheinen die Titel aber auf den ersten Blick nicht gerade günstig bewertet zu sein. Durch die oftmals über die betriebswirtschaftliche Notwendigkeit hinausgehenden Abschreibungen dürften in der Bilanz aber stille Reserven schlummern. Dies relativiert die Bewertung und auch die im Branchenvergleich tiefe Eigenkapitalquote von 22%. Ausser in der Pandemiezeit und fürs Geschäftsjahr 2018/19, als durch eine Sonderdividende 10 CHF pro Aktie ausgeschüttet wurden, lag die Dividende der DKB jeweils bei 3.60 CHF pro Aktie. Auf dem aktuellen Kursniveau entspräche dies bei einer allfälligen Wiederaufnahme der Ausschüttung in Zukunft einer Rendite von bescheidenen 1.4%.

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