Energie Zürichsee Linth: Neuer Gewinnrekord, gleichbleibende Dividende

Starke Zahlen durch tiefere Beschaffungspreise und steigende Fernwärmeumsätze 

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Energiezentrale der Ferag in Hinwil. Bild: Screen Shot EZL News Januar 2025

Das in September 2025 beendete Geschäftsjahr 2024/25 verlief für den lokalen Energieversorger Energie Zürichsee Linth (EZL) erfolgreich. Der Gewinn erhöhte sich auf den Rekordwert von 5.1 Mio. CHF. Kostendisziplin, günstigere Beschaffungskosten und gesteigerte Erträge aus Fernwärme konnten den rückläufigen Gasumsatz im Ergebnis mehr als kompensieren.

Der Energieabsatz von EZL stieg von 491 GWh im vorangegangenen Geschäftsjahr auf nun 504 GWh. Davon entfielen 477.9 GWh auf den Gasabsatz und 25.9 GWh auf Fernwärme. Während der Gasabsatz noch im Geschäftsjahr 2022 bei 577 GWh lag, erhöhte sich in dieser Periode der Fernwärmeabsatz von 1.6 GWh markant. EZL ist an mehreren Fernwärmeprojekten beteiligt und baut diese auch weiter aus.

Fernwärmeprojekt sistiert

Am 9. Dezember 2025 wurde jedoch der Entscheid des Verwaltungsrates in einer Medienmitteilung bekannt gemacht, der das Fernwärmeprojekt Rapperswil-Jona beendet. Als Gründe werden erneute Prüfungen und Rentabilitätsberechnungen genannt, die das Projekt nicht zuletzt wegen der langen Amortisationszeit von 40 Jahren als zu riskant einstufen. Wie der Konzernrechnung 2024/25 (S. 14) zu entnehmen ist, wurden die für das Fernwärmeprojekt gebildeten Rückstellungen in Höhe von 3.2 Mio. CHF aufgelöst, um die bisher angefallenen Aufwendungen zu decken. Für die noch anfallenden Kosten seien ausreichend Rückstellungen vorhanden, heisst es weiter.

Aktienkursentwicklung, Bewertung und Dividendenrendite

Obwohl die Aktie trotz stabiler Gewinnentwicklung schon seit 2022 einen Abwärtstrend aufweist, löste die Meldung einen erneuten Abverkauf aus, der die ausserbörslich auf OTC-X gehandelte Aktie um 200 CHF auf 1100 CHF drückte. Inwischen ist jedoch eine Trendwende eingetreten. Das ist auf die starken Gewinnzahlen zurückzuführen, die Ende Januar publiziert wurden. Demnach erreichte der Gewinn je Aktie im abgelaufenen Geschäftsjahr 130.63 CHF, nach 109.08 CHF im Vorjahr. Das aktuelle KGV beträgt somit tiefe 9.3. Die Dividende soll, laut Vorschlag an die GV, unverändert 60 CHF je Aktie betragen. Das ergibt eine beachtliche Dividendenrendite von 4,9%.

Kursverlauf der Aktie von EZL während der letzten 5 Jahre. Chart: otc-x.ch

Umsatz- und Gewinnentwicklung

Der Umsatz lag im Vergleich zum Vorjahr mit 76.6 Mio. CHF minim tiefer. Der Umsatz liegt allerdings deutlich unter dem Rekordwert von 100.1 Mio. CHF, der im Geschäftsjahr 2023/24 verzeichnet worden war. Der Gewinn lag damals aber mit 3.9 Mio. CHF weit unter den aktuellen 5.1 Mio. CHF. Doch die Marktkapitalisierung von EZL bewegte sich im Januar 2024 gut 50% über dem heutigen Niveau.

Grafik: Geschäftsbericht 2025 EZL

Erfolgsrechnung

Entscheidend für die positive Gewinnentwicklung sind die um 3.2 Mio. CHF reduzierten Aufwände für Material und Vorleistungen Dritter. Mit 51 Mio. CHF ist es der grösste Aufwandsposten, gefolgt von Personalkosten, die mit 9.2 Mio. CHF um 0.6 Mio. CHF höher ausfallen. Bei einem um 2.6 Mio. CHF reduzierten gesamtbetrieblichen Aufwand von 63.3 Mio. CHF errechnet sich ein EBITDA-Ergebnis von 10.4 Mio. CHF. Der Vorjahreswert lag bei 7.9 Mio. CHF. Höhere Abschreibungen auf Sach- und Finanzanlagen führten zu einem fast unveränderten EBIT in Höhe von 3.8 Mio. CHF. Ein etwas höheres Finanzergebnis von 1.2 Mio. CHF sowie ein ausserordentlicher Ertrag von 0.8 Mio. CHF führten bei einer geringfügig höheren Steuerlast von 0.6 Mio. CHF zum rekordhohen Gewinn von 5.2 Mio. CHF, respektive 5.1 Mio. CHF nach Minderheiten. Der Vorjahreswert lag noch bei 4.2 Mio. CHF.

Investitionsfähigkeit

Die starke Gewinnentwicklung ermöglicht es der Gesellschaft auch weiterhin, hohe Investitionen zu tätigen.

CEO und Verwaltungsrat nennen im Geschäftsbericht Fernwärme, Netze und nachhaltige Innovationen. Aufgrund des rückläufigen Gasabsatzes stehen dabei erneuerbare Energien im Fokus. EZL arbeitet mit der Stadt Rapperswil-Jona an Lösungen für neue Projekte wie die Erschliessung neuer Areale und den Ausbau der klimaneutralen Wärme- und Energieversorgung.

Neuer Verwaltungsratspräsident auf der Brücke

Seit März 2025 ist Martin Roth der Verwaltungsratspräsident von EZL. Wie dem Geschäftsbericht zu entnehmen ist, nimmt Roth eine Gesamtperspektive ein und sieht die Aufgabe des Verwaltungsrats darin, Chancen und Risiken abzuwägen. Auf der operativen Seite wird ab April 2026 Peter Kistler als neuer CEO die Geschicke lenken, wie EZL bekannt gemacht hat.

Neuer CEO, neue Perspektiven

Kistler bringt Führungserfahrung aus mehreren Industrien mit. Die Aufgabe ist, EZL strategisch weiterzuentwickeln. Er findet ein profitables und gut positioniertes Unternehmen vor, das beste Voraussetzungen für weiteres Wachstum bietet. Die Eigenkapitalquote von 67,3% zeigt eine starke Bilanz. Die Energiewende verlangt vor allem nach klimaneutralen und innovativen Lösungen. Dezentrale Netze und Erzeugungskapazitäten, Speicherlösungen und die Nutzung von Synergien wie beispielsweise die Kombination von Abwärme der Kehrichtverbrennung mit Wärmelieferungen weisen den Weg.

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