Pilatus-Bahnen: Mehr Gäste als je zuvor, starker Cashflow und zwei Grossprojekte

Gästezahlen auf dem Luzerner Hausberg erreichen neue Rekorde

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Die rote Zahnradbahn der Pilatus-Bahnen kämpft sich mit bis zu 48% Steigung von Alpnachstad auf den Pilatus Kulm. Bild: pilatus.ch

Die Pilatus-Bahnen AG hat 2025 das stärkste Jahr ihrer Geschichte abgeschlossen: mehr Gäste als je zuvor, EBITDA-Marge von 39,5% und Cashflow auf Rekordniveau. Der Sommer war wettertechnisch anspruchsvoll.

Ein Jahr, das trotz Regen funktionierte

840’870 Gäste besuchten 2025 den Pilatus, 5,6% mehr als im Vorjahr und mehr als im bisherigen Rekordjahr 2019. Dank ausgewogenem Gästemix blieben die Frequenzen auch im regenreichen Juli und August stabil auf hohem Niveau. Bereits im Juni sorgten traumhafte Bedingungen für aussergewöhnliche Besucherzahlen. CEO Sandra Bütler, die das Amt im März 2024 übernommen hat und 2025 ihr erstes Geschäftsjahr abschloss: «Wir setzen alles daran, das Unternehmen nachhaltig und erfolgreich weiterzuentwickeln.» Die steilste Zahnradbahn der Welt, 1889 in Betrieb genommen, beförderte 464’165 Gäste von Alpnachstad auf den Berg. Die dritte Saison mit den neuen Triebfahrzeugen war gleichzeitig die erfolgreichste der Unternehmensgeschichte, Verfügbarkeit 97%. Bereits im August 2025 hatte der Pilatus den besucherstärksten Monat seiner Geschichte verzeichnet.

Rekordumsatz mit disziplinierter Kostenstruktur

Der Gesamtumsatz wuchs um 3.8 Mio. CHF auf 46.9 Mio. CHF. Das Unternehmen steigerte seine Profitabilität: Der Personalaufwand sank anteilmässig auf 35,0% des Umsatzes, das EBITDA erreichte 18.5 Mio. CHF bei einer Marge von 39,5%. Das Merchandising steuerte 3.6 Mio. CHF bei, ein neuer Rekord. Der Cashflow lag bei 17.4 Mio. CHF (37,0% des Umsatzes), die flüssigen Mittel stiegen auf 27.9 Mio. CHF. Der Reingewinn von 2.3 Mio. CHF fällt tiefer aus, weil 11.8 Mio. CHF Rückstellungen für den Gondelbahn-Ersatz als ausserordentlicher Aufwand verbucht wurden.

Gastronomie, Hotels, Freizeitanlagen

Der Panoramagrill auf Pilatus Kulm erzielte ein Rekordjahr. Die Hotels Pilatus-Kulm (4 Sterne) und Bellevue (3 Sterne) erhielten ihre Klassifikation für weitere drei Jahre bestätigt. Einzig das Seminargeschäft schwächelte. Der Dragonglider auf der Fräkmüntegg, ein Freizeiterlebnis, gewann zunehmend an Beliebtheit. Die Gästezufriedenheit stieg von 83.5% auf 91.8%, gestützt durch Massnahmen wie behindertengerechte Zugänge und neue Single-Line-Zugänge.

Naher Osten: Diversifikation schützt, Kriegsverlauf bleibt entscheidend

Bisherige Stornierungen aus Asien hätten einen reisetechnischen Hintergrund, erklärt CEO Bütler: Gesperrte Flug-Hubs im Nahen Osten zwangen Airlines zu Umwegen und verlängerten Reisezeiten. Die Nachfrage sei intakt. Je länger der Konflikt dauere, desto spürbarer könnten die Auswirkungen werden, auch Reisende aus dem Fernen Osten und Indien seien betroffen. Die breite Diversifikation schützt: 50% Schweizer, 20% USA, 15% Europa, 15% Asien. «Für die Pilatus-Bahnen sind diese Märkte wichtig, jedoch nicht existenziell», hielt Bütler fest. «Diese Diversifikationsstrategie bewährt sich somit weiterhin.» Eine ausführliche Einschätzung findet sich in unserem Beitrag zum Schweizer Bergtourismus auf schweizeraktien.net.

Nachhaltigkeit und Grossprojekte

2025 erlangte das Unternehmen die ISO 14001-Zertifizierung und Swissstainable Level 3 von Schweiz Tourismus, die höchste Nachhaltigkeitsstufe. Strategisch stehen der Gondelbahn-Ersatz und die Erneuerung des Hotels Bellevue im Fokus. VR-Präsident Bruno Thürig hält sinngemäss fest: Mit den getätigten Investitionen und den gebildeten Reserven werde der Grundstein für weitere Innovationen gelegt, damit die Pilatus-Bahnen AG weitere Generationen erfreuen könne.

Morgenstimmung am Pilatus mit dem Hotel Pilatus Kulm (l.) und dem Hotel Bellevue (r.). Der bekannte Rundbau soll in den kommenden Jahren erneuert werden. Bild: pilatus.ch

Aktie und Dividende

Die Pilatus-Bahnen AG wird ausserbörslich auf OTC-X der BEKB gehandelt. Das Unternehmen zählt 26’400 Namenaktien mit einem Nominalwert von CHF 50; der steuerliche Bewertungswert (Steuerwert) betrug per Ende 2025 CHF 2’630. Der Verwaltungsrat beantragt eine Dividende von 80 CHF je Aktie, 14,3% mehr als im Vorjahr, was auf Steuerwertbasis einer Rendite von rund 3,0% entspricht. Für 2026 erwartet das Unternehmen einen ähnlichen Verlauf. Die Risikolage habe sich im Wesentlichen nicht verändert.

Die Aktie der Pilatus-Bahnen AG auf OTC-X der BEKB im Fünfjahresverlauf. Chart: otc-x.ch

Fazit

Die Pilatus-Bahnen AG ist eine der wenigen erfolgreichen Bahnen im Schweizer Tourismusmarkt: profitabel, cashflow-stark, mit einem Gästemix, der sich selbst stabilisiert. Das Rekordjahr 2025 ist kein Glücksfall, sondern das Ergebnis einer konsequenten Strategie; mehrjährige Investitionen in die Zahnradbahn, in Gastronomie und in Nachhaltigkeit tragen nun Früchte. Die zwei anstehenden Grossprojekte, Gondelbahn-Ersatz und Hotel Bellevue, werden das Unternehmen mittelfristig Liquidität kosten, sind aber durch die gebildeten Rückstellungen und den starken Cashflow gut unterlegt. Für Anleger bleibt die Aktie auf OTC-X eine Halteposition mit wachsender Dividende und überschaubarem Risikoprofil, sofern der Sommer 2026 wettertechnisch und geopolitisch mitspielt.

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