
Die Stanserhorn-Bahn AG hat 2025 die 10-Millionen-Grenze beim Umsatz geknackt. Gleichzeitig lanciert das Unternehmen das bisher grösste Investitionsprojekt seiner Geschichte: Stanserhorn++, ein dreistöckiger Neubau auf dem Gipfel für 34 Mio. CHF, Fertigstellung geplant für 2030.
215’513 Gäste und ein historischer Umsatz
Mit 215’513 Gästen knackte die Stanserhorn-Bahn die 200’000er-Marke zum dritten Mal in Folge und übertraf das Vorjahr um 5,3%. Entscheidend waren längere Schönwetterphasen, vor allem an Wochenenden. Lediglich der Juli blieb mit einem Minus von rund 10% unter den Erwartungen. Der August war mit 39’777 Gästen der zweitbeste Monat der Geschichte. Rund 80% der Gäste sind Schweizerinnen und Schweizer oder Individualreisende aus dem Ausland; internationale Gruppen machen rund 20% aus und sichern eine wichtige Grundauslastung, unabhängig vom Wetter.
Nettoerlös erstmals über 10 Mio. CHF
Der Nettoerlös wuchs um 8,4% auf 10.1 Mio. CHF, erstmals in der 133-jährigen Geschichte der Gesellschaft. Das EBITDA stieg um 20,8% auf 2.8 Mio. CHF. Das ermöglicht Abschreibungen von 2 Mio. CHF auf der 2012 für rund 30 Mio. CHF in Betrieb genommenen CabriO-Luftseilbahn, die damit noch mit 3.3 Mio. CHF in den Büchern steht. Der Jahresgewinn von 29’780 CHF fliesst vollständig in die freiwilligen Gewinnreserven, die sich auf 1.5 Mio. CHF erhöhen. Die Bahn schüttet keine Bardividende aus; Aktionärinnen und Aktionäre profitieren stattdessen von vergünstigten Fahrten auf den Berg.
Alle drei Betriebsbereiche trugen zum Rekord bei. Der Bahnbetrieb erzielte einen Nettoerlös von 6.0 Mio. CHF (+12,2%), das Restaurant 3.5 Mio. CHF (+2,8%) bei einem Betriebserfolg von 1.0 Mio. CHF, zum vierten Mal in Folge über der Millionen-Grenze. Beide Bahnen, die Standseilbahn von 1893 und die Cabrio-Luftseilbahn von 2012, liefen trotz hoher Belastung mit lediglich rund einer Stunde Ausfall sehr zuverlässig.
Stanserhorn++: 34 Mio. CHF für einen Neubau auf dem Gipfel
Das grösste strategische Projekt in der Geschichte der Stanserhorn-Bahn trägt den Namen Stanserhorn++. Auf dem Gipfel entsteht ein moderner, dreistöckiger Holz- und Glasbau, der das bestehende Gebäudeensemble aus verschiedenen Bauphasen zwischen 1893 und 2001 vollständig ersetzt. Das Siegerprojekt stammt von der ARGE Weitschies Krähenbühl aus Chur. Der Neubau schafft Raum für ein Selbstbedienungsrestaurant für 120 Personen, ein Bankettrestaurant für 150 Personen, ein bedientes À-la-carte-Restaurant für 60 Personen sowie Seminarräume und grosszügige Terrassen nach Norden und Süden. Hintergrund: Seit der Einführung der CabriO-Luftseilbahn im Jahr 2012 haben sich die Gästezahlen um über 60% erhöht, ohne dass die Infrastruktur auf dem Gipfel wesentlich angepasst wurde.

«Dieses Projekt wird das Erlebnis für unsere Gäste und auch die Arbeitsbedingungen für unser Team nachhaltig positiv verändern», erklärt Geschäftsführer Peter Bircher. Der Baustart ist abhängig vom Bewilligungsverfahren für 2028 vorgesehen, die Eröffnung für 2030. Während der rund zweijährigen Bauzeit bleibt das Stanserhorn in Betrieb, wenn auch mit reduzierten Kapazitäten von 80 bis 100 Plätzen. Zur Finanzierung erklärt Bircher auf Nachfrage von schweizeraktien.net, dass die Stanserhorn-Bahn seit mehreren Jahren schuldenfrei sei, doch werde eine Investition dieser Grössenordnung nicht ohne Bankfinanzierung möglich sein. Deren genaue Höhe werde in der nächsten Projektphase bestimmt. Öffentliche Beiträge seien keine vorgesehen. Eine Kapitalerhöhung für Aktionärinnen und Aktionäre sei eine mögliche Form der Kapitalbeschaffung, noch aber nicht entschieden. Für die Bauphase mit 80 bis 100 Plätzen sieht Bircher die Wirtschaftlichkeit als gewährleistet. Nach der Eröffnung 2030 rechnet er mit mehr Gästen und höherem Gastronomieumsatz, gestützt durch das neue À-la-carte-Restaurant, Seminarräume und eine verlängerte Saison bis in die Weihnachtstage.

Aktie und Ausblick
Die Aktien der Stanserhorn-Bahn AG werden ausserbörslich auf OTC-X der BEKB gehandelt. Das Kapital ist in zwei Kategorien aufgeteilt: 12’000 Namenaktien zu nominal 250 CHF (Valor 58645524) und 2’000 Namenaktien zu nominal 10 CHF (Valor 58668598). Beide Kategorien gewähren vergünstigte Bergfahrten als Naturaldividende. Eine Bardividende wird nicht ausgeschüttet. Die liquidere Namenaktie zu nominal 250 CHF wurde zuletzt zu 955 CHF gehandelt (Stand 13. April 2026). Der breite Spread zwischen Geldkurs (CHF 950) und Briefkurs (CHF 1’075) zeigt die geringe Handelsliquidität: Sie wechselt selten den Besitzer. Eine ausführliche Unternehmensanalyse findet sich in unserem Bericht vom April 2024 auf schweizeraktien.net. Die Generalversammlung findet am 1. Mai 2026 in Stans statt. Für 2026 startete die Bahn am 11. April in ihre 134. Saison.






