
Die Lausanner Bondpartners SA (BPL) hat das erste Halbjahr 2026 mit einem Nettogewinn von 1.6 Mio. CHF abgeschlossen. In der Vorjahresperiode musste das Unternehmen mit einem Verlust von 1729 CHF nur ein ausgeglichenes Ergebnis ausweisen. Höhere Handelsvolumen, eine bessere Bewertung des Eigenbestands und geringere Währungsverluste trugen zur Ergebnisverbesserung bei.
Handelsvolumen nehmen um 21% zu
Der operative Gewinn lag in den ersten sechs Monaten 2026 bei 2.1 Mio. CHF, nachdem im gleichen Vorjahreszeitraum noch ein operativer Verlust von 0.5 Mio. CHF resultiert hatte. «Die erste Hälfte des Berichtsjahres fiel für Bondpartners günstiger aus als die entsprechende Periode 2025», hält das Unternehmen in seiner Medienmitteilung fest. Die Handelsaktivitäten hätten sich bei deutlich höheren Volumen positiv entwickelt und damit die rückläufigen Margen kompensiert.
Die Transaktionsvolumen nahmen um 21% zu. Jedoch erhöhte sich der Nettoertrag aus dem Handelsgeschäft nur von knapp 3.0 Mio. auf 3.2 Mio. CHF. Die durchschnittlichen Margen hätten rund 25% unter dem Vorjahresniveau gelegen, begründet Bondpartners die schwächere Entwicklung der Marge. Dies sei unter anderem auf den zunehmenden Anteil von Transaktionen mit strukturierten Produkten zurückzuführen.
Um kräftige 89% auf 1.5 Mio. CHF nahm hingegen die Bewertung des für eigene Rechnung gehaltene Wertschriftenportfolios zu. Die Entwicklung des Eigenbestands sei trotz der weiterhin hohen geopolitischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten günstiger verlaufen als im Vorjahr, schreibt Bondpartners.
Das Nettoergebnis aus dem Zinsengeschäft erhöhte sich leicht auf 1.1 Mio. CHF. Im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft stieg der Nettoertrag von 0.13 Mio. auf 0.15 Mio. CHF.
Währungsverlust fällt geringer aus
Die erneute Aufwertung des Schweizer Frankens belastete das Ergebnis weiterhin. Der Verlust aus dem Devisen- und Wechselkursgeschäft verringerte sich jedoch deutlich von knapp 2.0 Mio. auf 0.6 Mio. CHF.
Die Betriebskosten reduzierten sich von 3.5 Mio. auf 3.3 Mio. CHF. Gleichzeitig setzte Bondpartners seine Investitionen in die Informatik, die betriebliche Ausstattung sowie die Modernisierung der eigenen Liegenschaft in Lausanne fort. Auch die Arbeiten im Bereich künstliche Intelligenz seien weitergeführt worden, hier insbesondere im Zusammenhang mit der Abwicklung und Abrechnung von Transaktionen.
Hohe Eigenkapitalquote
Per Ende Juni 2026 wies Bondpartners eine Bilanzsumme von 183.8 Mio. CHF aus. Gemäss der Gesellschaft entfielen 94,5% der Bilanz auf Umlaufvermögen. Dieses belief sich auf insgesamt 174.0 Mio. CHF.
Das ausgewiesene Eigenkapital betrug per Ende Juni 84.2 Mio. CHF, was 45,8% der Bilanzsumme entspricht. Die Reserven für allgemeine Bankrisiken beliefen sich auf 39.4 Mio. CHF, die übrigen Reserven auf 37.8 Mio. CHF.
Die CET1-Kapitalquote lag mit 42,4% ungefähr auf dem Niveau der Vorjahresperiode. «Die erforderlichen Eigenmittel sind beinahe 5,5-mal durch die anrechenbaren Eigenmittel gedeckt», schreibt Bondpartners. Die Gesellschaft betont, dass die umfangreichen Reserven ihre Unabhängigkeit sowie ihre Fähigkeit sichern sollen, auch unter deutlich verschlechterten Bedingungen umfangreiche Transaktionen abzuwickeln, zu finanzieren und zu verrechnen.
Vorsichtig konstruktiver Marktausblick
Bondpartners beschreibt das erste Halbjahr 2026 als «von starken Schwankungen» geprägt. Nach einer geopolitisch bedingten Korrektur im ersten Quartal hätten sich die Märkte im Frühjahr technisch erholt.
Für das zweite Halbjahr erwartet Bondpartners eine «moderat konstruktive, aber volatile» Entwicklung der Finanzmärkte. Anhaltende geopolitische Spannungen, die US-Zollpolitik und die zunehmende Fragmentierung der Weltwirtschaft dürften die Risikoprämien hoch halten. Gleichzeitig rechnet das Unternehmen mit einem möglichen Wechsel hin zu zyklischen und qualitativ hochwertigen Aktien.
Fazit
Die Bondpartners SA kann im 1. Halbjahr 2026 trotz der schwierigen geopolitischen Lage auf ein respektables Ergebnis blicken. Einmal mehr zeigt das Westschweizer Unternehmen, dass es sich mit der Spezialisierung auf weniger liquide Bonds und strukturierte Produkte attraktive Renditen erzielen lassen. Dies ist sicherlich auch der langjährigen Erfahrung des Teams und dem umfangreichen Know-how geschuldet.

Die Aktien der Bondpartners SA spiegeln diese Entwicklung allerdings bisher zu wenig wieder. Der Kurs bewegt sich seit Jahren um die 800 CHF. Der rechnerische Buchwert liegt jedoch mit 1530 CHF je Aktie fast 40% über dem Aktienkurs. Auch wenn das Geschäftsergebnis stark schwanken kann, so zahlt Bondpartners auch bei einem schwächeren Ergebnis regelmässig Dividenden. Für 2025 wurden 40 CHF je Aktie ausgeschüttet, was auf Basis des aktuellen Kurses von 780 CHF einer Rendite von 5,1% entspricht. Angesichts der Entwicklung im 1. Semester 2026 dürfte eine Ausschüttung in gleicher Höhe auch für 2026 möglich sein. Die Aktien eignen sich daher vor allem für Value-Investoren, die von einer attraktiven Dividende profitieren wollen.
Zu berücksichtigen ist, dass die Gesellschaft zusätzlich zu den auf OTC-X gehandelten 50’000 Namenaktien zu nominal 100 CHF weitere 50’000 Vorzugsaktien zu nominal 10 CHF ausstehen hat. Über die Vorzugsaktien kontrolliert CEO Christian Plomb die Stimmenmehrheit.





