
Die Arosa Bergbahnen AG blickt auf das erfolgreichste Geschäftsjahr ihrer Unternehmensgeschichte zurück. An der Generalversammlung vom vergangenen Samstag im Sport- und Kongresszentrum Arosa genehmigten die Aktionärinnen und Aktionäre sämtliche Anträge des Verwaltungsrats, darunter die Ausschüttung einer Dividende von 4 CHF je Aktie. Im Zentrum der Versammlung standen neben den Rekordzahlen insbesondere das angekündigte Investitionsprogramm im Hörnli-Gebiet sowie der bevorstehende Wechsel an der Unternehmensspitze.
Erfolgreiches Geschäftsjahr
Wie wir bereits im Juli berichtet haben, steigerte die Bergbahngesellschaft im Geschäftsjahr 2025/26 den Betriebsertrag auf 38.5 Mio. CHF und erreichte damit einen neuen Höchstwert. Das EBITDA lag bei 14.9 Mio. CHF, der Jahresgewinn bei 3.6 Mio. CHF und der Cashflow bei 13.7 Mio. CHF. Ebenfalls positiv entwickelte sich die Berggastronomie: Der Umsatz überschritt mit 10.4 Mio. CHF erstmals die Marke von 10 Mio. CHF. Wie auch bei vielen anderen Bergbahnen konnten in Arosa die Sommergästezahlen erhöht werden. Insgesamt wurden rund 158’000 Ersteintritte registriert, was einer Zunahme von 7,8% gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Grösstes Investitionsprojekt der Unternehmensgeschichte
Einen Schwerpunkt der GV bildete die geplante Weiterentwicklung des Hörnli-Gebiets. Die Arosa Bergbahnen planen Investitionen von insgesamt 67.1 Mio. CHF. Damit handelt es sich um die grösste Einzelinvestition in der Geschichte des Unternehmens.
Vorgesehen sind der Ersatz der bestehenden Gondel- und Sesselbahn durch eine neue 10er-Gondelbahn sowie eine 8er-Sesselbahn. Darüber hinaus sollen die Pistenführung optimiert, die technische Beschneiung ausgebaut und weitere Infrastrukturmassnahmen umgesetzt werden. Das Hörnli-Gebiet ist die zentrale Verbindung zwischen den Skigebieten Arosa und Lenzerheide.
Die Umsetzung erfolgt etappenweise bis Ende 2028. Die Inbetriebnahme der neuen Anlagen ist für die Wintersaison 2028/29 vorgesehen.
CEO-Wechsel per 1. November 2026
Auch personell steht bei den Arosa Bergbahnen ein bedeutender Wechsel an. CEO Philipp Holenstein wird die operative Leitung nach 14 Jahren per 1. November 2026 abgeben und in Pension gehen. Zu seinem Nachfolger wurde Stefan Reichmuth bestimmt, der bereits früher für die Bergbahnen tätig war und sich an der Generalversammlung den Aktionären vorstellte.
Stabile Dividende trotz Grossinvestition
Die Generalversammlung folgte den Anträgen des Verwaltungsrats und genehmigte unter anderem die vorgeschlagene Dividende von 4 CHF je Aktie. Damit bleibt die Ausschüttungshöhe seit dem Geschäftsjahr 2021/22 stabil und entspricht einer Ausschüttungsquote von 17%.
Diese Entwicklung dürfte sich auch künftig fortsetzen. Die anstehenden Grossinvestitionen ändern nach dem Willen des Verwaltungsrats nichts an der Ausschüttungspolitik. Wie Verwaltungsratspräsident Urs Marti in der aktuellen Medienmitteilung erläuterte: «Die Kombination aus hoher Ertragskraft, stabilem Cashflow und einer gesunden Bilanz ermöglicht es, Investitionen und Dividendenpolitik miteinander zu vereinbaren».
Operative Exzellenz als Grundlage für Zukunftsfähigkeit
Ein Blick auf die Entwicklung der operativen Ergebnisse der vergangenen Jahre zeigt wie die Arosa Bergbahnen kontinuierlich eine solide Grundlage für ein prosperierendes Geschäft und weitere Zukunftsinvestitionen geschaffen hat.

Während der Umsatz seit dem Geschäftsjahr 2017/18 um 42,7% zugenommen hat, entwickelten sich die Gewinne auf sämtlichen Stufen deutlich überdurchschnittlich. So legte der EBITDA rund 88% zu, während sich das EBIT mit einem Plus von 249% mehr als verdreifachte. Der Cashflow stieg um 136% und der Gewinn nahm sogar um 723% zu.

Zu verdanken ist dieses starke Wachstum der operativen Effizienz des Unternehmens, welches die Margen auf allen Ebenen deutlich verbessern konnte. So stieg die EBITDA-Marge von 29,4% auf 38,7%. Auch die EBIT-Marge legte von 5,2% auf 12,6% zu und die Cashflow-Marge hat sich von 24,5% auf 40,5% beinahe verdoppelt.

Für Aktionäre ist diese Entwicklung von hoher Bedeutung. Einerseits stärkt die verbesserte Profitabilität die finanzielle Stabilität des Unternehmens, andererseits erhöht sie den finanziellen Spielraum für Investitionen in die touristische Infrastruktur und die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der Destination. In einem kapitalintensiven Geschäft wie dem Bergbahnbetrieb ist die Fähigkeit, Investitionen zunehmend aus dem operativen Cashflow zu finanzieren, ein wichtiger Indikator für die wirtschaftliche Qualität eines Unternehmens.
Die Zahlen der vergangenen Jahre zeigen deshalb, dass die Arosa Bergbahnen nicht nur von einer positiven Entwicklung des Winter- und Sommertourismus profitieren konnten, sondern gleichzeitig ihre operative Leistungsfähigkeit nachhaltig gesteigert haben. Die geschaffene Ertragskraft bildet eine solide Basis, um künftige Grossprojekte umzusetzen und auch in einem anspruchsvollen Marktumfeld erfolgreich zu bestehen.
Fazit: Hohe Investitionen treffen auf anspruchsvolles Marktumfeld
Mit dem Hörnli-Projekt stellen die Arosa Bergbahnen die Weichen für die nächsten Jahrzehnte. Das Investitionsvolumen von 67.1 Mio. CHF entspricht jedoch fast dem Fünffachen des zuletzt erzielten EBITDA und wird die Gesellschaft in den kommenden Jahren finanziell stark beanspruchen.
Positiv hervorzuheben ist, dass die Gesellschaft in den vergangenen zehn Jahren dank operativer Exzellenz den Eigenkapitalanteil von knapp 30% auf beinahe 50% steigern konnte und heute über eine solide Bilanz verfügt. Für Aktionäre wird von Interesse sein, wie sich die Finanzierung auf Verschuldung, Cashflow und künftige Ausschüttungen auswirkt.
Zudem bleibt das Geschäft der Bergbahnen stark von Wetterbedingungen, Schneeverhältnissen und der Entwicklung des Wintertourismus abhängig. Der Ausbau der technischen Beschneiung kann diese Risiken teilweise reduzieren, erhöht jedoch gleichzeitig den Kapitalbedarf und die laufenden Betriebskosten.
Die aktuellen Rekordzahlen schaffen zwar eine solide Ausgangslage für das Vorhaben. Der nachhaltige Erfolg des Projekts wird sich jedoch erst nach dessen Fertigstellung und im laufenden Betrieb zeigen. Positiv zu bewerten ist zudem die auch in Arosa festzustellende Entwicklung hin zum Ganzjahrestourismus. Diese erhöht die Resilienz in Jahren mit schwierigen Wintersportverhältnissen und verbessert die Auslastung der vorhandenen Infrastruktur.

Die Aktien der Arosa Bergbahnen AG werden ausserbörslich auf OTC-X gehandelt und gelten als vergleichsweise liquide. Zuletzt wurden 142 CHF je Aktie bezahlt, was einem Kursanstieg von 13,6% seit Jahresbeginn entspricht. Die Dividendenrendite beträgt auf Basis der aktuellen Ausschüttung von 4 CHF je Aktie rund 2,8%.
Der ausführliche Geschäftsbericht 2025/26 ist hier abrufbar.
Hinweis in eigener Sache: Am 29. Oktober findet der Branchentalk Tourismus in Engelberg statt. Mit dabei ist auch Daniel Stiefel, VRP Lenzerheide Marketing&Support AG. Er spricht über die 300-Tage-Destination. Mehr Infos unter: www.schweizeraktien.net/branchentalk-tourismus-29-oktober-2026-2/




