
Die Zürichsee-Fähre Horgen–Meilen AG erneuert ihre Flotte und bestellt eine neue Fähre (wir berichteten). Das Schiff soll im Herbst 2028 in Betrieb gehen und die inzwischen über 55-jährige Fähre «Schwan» ersetzen. Mit höherer Kapazität, verbesserter Sicherheit und effizienterem Betrieb will das Unternehmen die Leistungsfähigkeit der wichtigen Seeverbindung langfristig sichern. Hergestellt wird das neue Flottenmitglied von der österreichischen Werft «Öswag» in Linz. Ein Kaufpreis wurde nicht kommuniziert.
Nach Angaben des Unternehmens hat die bestehende «Schwan» das Ende ihrer technischen Lebensdauer erreicht. Insbesondere die begrenzte Nutzlast sowie Einschränkungen bei schwierigen Wetterbedingungen hätten die Anforderungen an einen modernen Fährbetrieb zunehmend erschwert. Die neue Fähre soll deshalb in mehreren Bereichen deutliche Verbesserungen bringen.
Mehr Fahrzeuge, höhere Sicherheit
Wie das Unternehmen in einer Medienmitteilung schreibt, wird das neue Schiff über eine grössere Transportkapazität verfügen und gleichzeitig die Manövrierfähigkeit verbessern. Dadurch sollen sowohl die Betriebssicherheit als auch die Zuverlässigkeit der Verbindung zwischen Horgen und Meilen erhöht werden. Für Pendler und Gewerbekunden dürfte dies insbesondere in Spitzenzeiten von Vorteil sein.
Elektrifizierung bleibt langfristiges Ziel
Geprüft wurde auch die Beschaffung einer vollelektrischen Fähre. Der Verwaltungsrat analysierte verschiedene Antriebsvarianten und führte Gespräche mit Behörden sowie möglichen Finanzierungspartnern. Aufgrund der im Vergleich zu einer konventionellen Lösung deutlich höheren Investitionskosten sei eine Elektrofähre derzeit jedoch wirtschaftlich nicht realisierbar gewesen.
Trotzdem hält die Gesellschaft an ihrer langfristigen Strategie zur Elektrifizierung der Flotte fest. Künftige Ersatzbeschaffungen sollen weiterhin unter dem Aspekt neuer Antriebstechnologien geprüft werden. Das Unternehmen zeigt sich aufgrund der raschen technologischen Entwicklung zuversichtlich, dass elektrische Lösungen bei zukünftigen Projekten wirtschaftlich umsetzbar sein werden.
Bedeutende Investition für die Flotte
Die Zürichsee-Fähre Horgen–Meilen AG betreibt heute fünf Fähren auf der rund drei Kilometer langen Verbindung zwischen den beiden Zürichseeufern. Die Überfahrt dauert rund zehn Minuten und zählt zu den wichtigsten Verkehrsachsen zwischen der Goldküste und dem linken Seeufer.
Mit der Bestellung der neuen Fähre setzt das Unternehmen ein klares Zeichen für die langfristige Sicherung des Betriebs. Gleichzeitig zeigt der Entscheid den Balanceakt zwischen ökologischen Ambitionen und wirtschaftlicher Tragbarkeit, mit dem sich viele Verkehrsunternehmen derzeit konfrontiert sehen.
Fazit
Die Investition unterstreicht die nachhaltige Ausrichtung der an der OTC-X gehandelten Zürichsee-Fähre Horgen–Meilen AG. Zwar bleibt die vollständige Elektrifizierung vorerst vertagt, doch stärkt die neue Fähre die Wettbewerbsfähigkeit und Effizienz des traditionsreichen Unternehmens für die kommenden Jahrzehnte. Die Aktie wurde zuletzt zu 3’530 CHF gehandelt und hat sich im laufenden Jahr nach schwierigen Vorjahren positiv entwickelt. Die Dividendenrendite beträgt bei einer gleichbleibenden Dividende von 100 CHF 2,8%.






Sinnvoller Entscheid. Die Elektrofähren haben einen miserablen Track Record.
ABER: Jetzt muss man endlich an den Betriebskosten arbeiten. Die Geschäftsleitung ist für diesen kleinen Betrieb aufgebläht. Es braucht hier eine neue Kostenkultur. Motto: Jeden Franken zweimal umdrehen.