UD Medien Holding: Rekordverlust zwingt zur Sanierung

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Der Aktienkurs der Luzerner UD Medien Holding AG zeigt seit Monaten nach unten. 95% hat das Papier innert Jahresfrist verloren. Grund dafür ist ein miserables Ergebnis im Geschäftsjahr 2012. Das Unternehmen, zu dem die im Digital- und Offsetdruck tätige Druckerei „UD Print AG“ sowie der Verlag „Insider“ und der Werbemittelhändler „Kalender+Werbe AG“ gehören, musste einen Konzernverlust von 2.2 Mio. CHF ausweisen. Nachdem bereits im Vorjahr ein Verlust von 230’000 CHF resultierte, ist das Eigenkapital auf 676’000 CHF oder 3% der Bilanzsumme zusammengeschmolzen. Der Verwaltungsrat, aus dem Bruno Affentranger per Ende Juni auf eigenen Wunsch ausscheidet, bereitet daher derzeit die Sanierung vor. An der Generalversammlung wurde eine Kapitalherabsetzung durch Reduktion des Nennwertes von 250 auf 50 CHF je Aktie beschlossen (siehe Beitrag Neue Luzerner Zeitung). Anschliessend soll das Aktienkapital wieder von 302’000 CHF auf 1’510’000 CHF bis maximal 2’718’000 CHF erhöht werden. Eine bisherige Aktie berechtigt zum Bezug von 8 neuen Aktien zum Preis von 50 CHF. Offen ist derzeit noch, wer die Aktien zeichnen wird.

Notwendig wurde die Sanierung, nachdem im vergangenen Jahr im Druckgeschäft die Umsätze aufgrund der starken Konkurrenz im Ausland sowie dem Vormarsch digitaler Medien deutlich zurückgegangen sind. Konsolidiert sank der Umsatz von 21.5 Mio. CHF auf 17.6 Mio. CHF (minus 18%). Dass der Verlust mit 2.1 Mio. CHF so dramatisch hoch ausfiel, ist auch auf die Tatsache zurückzuführen, dass das Management wegen zu optimistischer Annahmen zu spät auf die Kostenbremse trat. Mit 8.8 Mio. CHF war der Personalaufwand in 2012 nahezu gleich hoch wie im Vorjahr (8.9 Mio. CHF). Konsolidiert führte dies zu dem Rekordverlust von 2.2 Mio. CHF. Die „UD Print AG“ trug mit einem negativen Resultat von 1 Mio. CHF den grössten Teil zum Verlust bei. Auch die „Insider Verlag AG“ wies einen Verlust von 17’000 CHF aus, während die „Kalender+Werbe AG“ einen Gewinn von 29’000 CHF erzielen konnte. Der prekäre Geschäftsgang bei der UD Print AG zwang die UD Medien Holding dazu, auf ein Darlehen an die Tochtergesellschaft UD Print in Höhe von 2.3 Mio. CHF den Betrag von 1.3 Mio. CHF abzuschreiben. Wichtigstes Asset der UD Medien Holding ist nun die Immobilie an der Reusseggstrasse 9 in Luzern. Für diese Immobilie, die derzeit vorwiegend an die UD Print AG vermietet ist und so 73% der Mieteinnahmen der UD Medien Holding generiert, wird derzeit eine neue Strategie entwickelt.

Ein kritischer Blick auf die Bilanz- und Erfolgsrechnung der UD Medien zeigt den Ernst der Lage: zwei der drei Tochtergesellschaften arbeiten defizitär. Dies insbesondere, da es nicht rechtzeitig gelang, die Kosten an die rasch sinkenden Umsätze im Druckgeschäft bei der UD Print AG anzupassen. Nach einer erfolgreich durchgeführten Kapitalerhöhung ist für das Überleben der Gesellschaft entscheidend, wie rasch sie in der Lage ist, ihre defizitären Betriebe zu restrukturieren und wieder auf Erfolgskurs zu bringen. Eine weitere Option wäre der Verkauf der Tochtergesellschaften an Wettbewerber oder das Management. In diesem Fall würde die UD Medien Holding zum Verwalter einer Industrieliegenschaft werden. Angesichts der grossen Unsicherheiten sind die Aktien bei Briefkursen von 85 CHF trotz der tiefen Bewertung (Marktkapitalisierung ca. 500’000 CHF) derzeit kein Kauf und bleiben eine Turnaround-Spekulation.

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