Bad Schinzach: Freude über Regenwetter und Sonnenschein

104. Generalversammlung stimmt allen Traktanden nahezu einstimmig zu

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Bei nass-kaltem Wetter trafen die Aktionärinnen und Aktionäre der Bad Schinznach AG in diesem Jahr zur GV ein. Alle Bilder: André Grimm

Frühlingswetter mit viel Sonnenschein begleitete in den vergangenen Jahren stets die Generalversammlung (GV) der Bad Schinznach AG. Doch in diesem Jahr regnete es. Hans-Rudolf Wyss, Verwaltungsratspräsident des Gesundheitsunternehmens, konnte dem nass-kalten Frühlingswetter dennoch Positives abgewinnen: «Uns freut es, wenn es regnet. Dann kommen mehr Gäste in unsere Bäder», sagte Wyss bei der Begrüssung der 286 Aktionärinnen und Aktionäre in der Turnhalle in Schinznach-Bad. Gleichzeitig ergänzte er: «Natürlich freuen wir uns auch, wenn das Wetter schön ist. Dann können unsere Gäste den Park, die Restaurantterrassen und den 9-Loch-Golfplatz geniessen.»

Rekordwerte beim Umsatz

Mit seiner Begrüssung machte Wyss gleich zu Beginn der 104. Generalversammlung deutlich, dass das Geschäft in den beiden Thermalbädern der Gruppe, «Aquarena fun» und «Thermi spa», stark wetterabhängig ist. Gleichzeitig sorgen die zwei Kliniken in Schinznach und Zug, das Kurhotel im Park sowie das Immobilienportfolio für Stabilität, wie Wyss beim Rückblick auf das äusserst erfolgreiche Geschäftsjahr 2025 betonte: «Wir hatten noch nie einen so hohen konsolidierten Umsatz.»

Verwaltungsratspräsident Hans-Rudolf Wyss begrüsst die Gäste.

Mit Rekordwerten bei den Pflegetagen, einer durchschnittlichen Auslastung der Kliniken von über 90% und einem Umsatzplus von 2 Mio. CHF auf 58.8 Mio. CHF überzeugten sämtliche Geschäftsbereiche und Tochtergesellschaften. Auch die Klinik Meisenberg AG in Zug wuchs deutlich. Lediglich in den Bädern verlief die Umsatzentwicklung uneinheitlich, was Wyss unter anderem auf den sehr warmen Sommer 2025 zurückführte. Dennoch erzielte die Unternehmensgruppe wieder einen Gewinn von 2.3 Mio. CHF, nachdem im Vorjahr noch ein Verlust resultiert hatte. Die Aktionäre stimmten an der GV einer Dividende von 32 CHF je Aktie zu.

Baugesuch für Kurhotel im Mai

Nach dem erfolgreichen Geschäftsjahr richtet die Bad Schinznach AG den Blick gezielt in die Zukunft. Mit klar definierten Projekten begegnet das Unternehmen Herausforderungen wie dem Fachkräftemangel sowie strukturellen Veränderungen im Gesundheitswesen, in der Hotellerie und im Immobilienbereich.

Zu den wichtigsten Vorhaben zählt der Erweiterungsbau des «Kurhotel im Park». Das Baugesuch soll bis Ende Mai eingereicht werden. Voraussetzung bleibt jedoch die gesicherte Finanzierung, erklärte CEO Daniel Bieri vor den Aktionärinnen und Aktionären. Ziel sei es, die Kostengenauigkeit weiter zu erhöhen, um spätestens Ende des ersten Quartals 2027 mit dem Bau beginnen zu können.

Investitionen in Klinikinformationssystem

Auch Investitionen in Digitalisierung und Qualität spielen eine zentrale Rolle. Für die Kliniken Meisenberg und Bad Schinznach wird das neue Klinikinformationssystem «KISIM» vorbereitet, das im Herbst 2027 eingeführt werden soll. Daniel Bieri verwies dabei auf mögliche Synergien durch die parallele Einführung mit Nachbarkliniken.

CEO Daniel Bieri spricht über die Zukunftsprojekte der Bad Schinznach AG.

Neben baulichen und digitalen Modernisierungsschritten stehen weitere operative Massnahmen an. In der Klinik Meisenberg sollen die Auslastung und der Anteil zusatzversicherter Patientinnen und Patienten weiter gesteigert werden. Zudem wird eine neue Gutachterstelle der KESB integriert. Gleichzeitig sind Sanierungen wie die Dachsanierung während des laufenden Betriebs geplant.

Stabile Entwicklung auch für 2026 erwartet

Auch wirtschaftlich zeigt sich das Unternehmen robust: Während die Bereiche Klinik und Thermalbäder erneut sehr hohe Auslastungen verzeichnen, bleiben Miet- und Pachterträge ein stabiler Liquiditätsfaktor. Energie-, IT- und Verwaltungskosten sollen durch gezielte Massnahmen gebremst werden.

Die Prognose bleibt erfreulich: «Wir sind ganz leicht höher oder besser als im Vorjahr. Ziel ist es, in den verbleibenden Monaten die Umsätze zu erreichen und die Kosten weiterhin gut im Griff zu behalten», sagte der CEO.

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