Stadtcasino Baden AG: Grand Casino Baden liegt 2013 vor Zürich

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Palais Schwarzenberg in Wien
Im Palais Schwarzenberg in Wien plant die Stadtcasino Baden AG ein Grand Casino. Bild: Stadtcasino Baden AG

Die schwierige Lage in der Schweizer Casinolandschaft und die neue Konkurrenz durch ein Grand Casino in Zürich haben die Stadtcasino Baden AG im letzten Jahr dazu bewogen, eine Vorwärtsstrategie einzuleiten. Als Betreiber des mit einer A-Konzession ausgestatteten Grand Casino Baden war die Gesellschaft bisher stets – gemessen am Bruttospielertrag (BSE) – das grösste Casino in der Schweiz. Projekte wie die Beteiligung am Casino Davos, Vaduz und im deutschen Bundesland Sachsen-Anhalt sollten dazu beitragen, aus dem hart umkämpften Spielbankenmarkt im Grossraum Zürich auszubrechen und neue Ertragsquellen zu erschliessen. Das Prestigeprojekt ist dabei sicherlich die Bewerbung um eine Konzession für eine neue Spielbank in der österreichischen Hauptstadt Wien. Die Projektgesellschaft Entertainment Development AG, an der die Stadtcasino Baden AG mit zwei Dritteln und die deutsche Merkur Entertainment AG mit einem Drittel beteiligt sind, plant bereits für 2015 mit einem BSE von 27 Mio. EUR. Bis 2028 soll dieser laut Businessplan im Konzessionsgesuch auf 42.4 Mio. EUR gesteigert werden. Ursprünglich rechnete die Stadtcasino Baden AG bis Ende 2013 mit einem Konzessionsentscheid. Doch die Vergabe konnte wegen der Regierungsbildung in Österreich nicht wie geplant in 2013 erfolgen. „Wir erwarten den Entscheid aber in den nächsten Monaten“, so Detlef Brose, CEO der Spielbank Baden AG im Gespräch mit „schweizeraktien.net“. Wenn der Entscheid positiv ausfalle, benötige die Projektgesellschaft immer noch ein gutes halbes Jahr, um den notwendigen Umbau des Barock-Palastes „Palais Schwarzenberg“ umzusetzen. Die Eröffnung des Grands Casino in Wien dürfte daher wohl erst Ende 2014 oder – je nach Zeitpunkt des Entscheides – erst 2015 stattfinden. Zu den Chancen für das Projekt wollte sich Brose nicht äussern, da es sich hier um laufendes Konzessionsverfahren handle.

Bruttospielerträge Schweizer Casinos 2012
Bruttospielerträge der Schweizer Casinos 2012: Quelle: OTC-X Research Branchenanalysen Casinos.

In Baden müssen Brose und sein Team in 2013 das erste Mal ein komplettes Geschäftsjahr mit der neuen Konkurrenz in Zürich im Nacken absolvieren. Bisher rechnete das Grand Casino Baden mit einem Einbruch des BSE von 92.2 Mio. CHF auf 70 Mio. CHF. Brose bestätigt nun, dass das Grand Casino in 2013 einen BSE von knapp unter 70 Mio. CHF erreichen werde. Mit diesen Zahlen sei man angesichts der neuen Konkurrenz und der ohnehin anspruchsvollen Situation für Schweizer Casinos zufrieden. Ein Vorteil für das Grand Casino Baden ist sicherlich die Tatsache, dass der Betrieb in Zürich noch nicht so läuft, wie der Betreiber Swiss Casinos Zürich AG dies ursprünglich geplant hat. In den Konzessionsgesuchen war noch von einem BSE von 100 Mio. CHF die Rede. Im Frühjahr hatten Swiss Casinos die Erwartungen auf 65 Mio. CHF reduziert. Doch auch dieser Wert dürfte nicht ganz erreicht werden. „Wir liegen bisher unter unseren ursprünglichen Erwartungen und dürften einen BSE von rund 60 Mio. CHF erzielen“, so Martin Vogel, Sprecher von Swiss Casinos, und ergänzt: „Wir gehen daher nicht davon aus, dass das Casino in Zürich BSE-Spitzenreiter wird“. Dies würde bedeuten, dass das Grand Casino Baden – neben Montreux und Basel – einen Platz unter den Top 3-Casinos behalten könnte. Unabhängig davon wird für die Stadtcasino Baden AG in 2013 dennoch ein niedrigerer Gewinn als in 2012 resultieren. Detlef Brose weist allerdings darauf hin, dass man bereits Ende letzten Jahres auf die neue Entwicklung mit Massnahmen zur Effizienzsteigerung reagiert habe, so dass trotz des starken Rückgangs beim BSE ein solider Gewinn ausgewiesen werden könne. In 2012 lag der konsolidierte Reingewinn noch bei 6.2 Mio. CHF. Für 2014 wolle man versuchen, einen weiteren Rückgang des BSE durch Investitionen in das Angebot und den Gästeservice zu verhindern. Positiv verläuft nach seinen Angaben derzeit die Entwicklung in Davos. Der Umbau des Casinos sei erfolgreich verlaufen, und die Besucherzahlen würden wieder anziehen, so Brose.

Das Umfeld in der Casinobranche bleibt anspruchsvoll. Die Stadtcasino Baden AG reagiert mit ihren Initiativen proaktiv darauf. Allerdings ist es ein weiter Weg, bis sich entscheidet, ob diese Initiativen von Erfolg gekrönt sind. Dies zeigt auch der Entscheidungsprozess in Wien. Umso erfreulicher ist es, dass die Gesellschaft ihr Stammgeschäft im Grand Casino in Baden trotz des neuen Wettbewerbs im Griff hat. Wir rechnen aufgrund der rückläufigen BSE mit einem Rückgang des Reingewinns auf 4 bis 4.5 Mio. CHF (oder 40 bis 45 CHF je Aktie). Mit einem 12er KGV ist der Titel bei Kursen um die 500 CHF und einer gleichbleibenden Dividende von 25 CHF je Aktie (Rendite: 5%) fair bewertet. Allerdings dürften sich grössere Kursavancen erst einstellen, wenn sich erste Erfolge in der Auslandexpansion abzeichnen. Bis dahin können die Aktionäre immer noch von einer interessanten Dividende profitieren, die auch bei einer allfälligen Reduktion aufgrund von anstehenden Investitionen noch attraktiv bleiben dürfte.

1 KOMMENTAR

  1. Wie in einer Medienmitteilung der Stadtcasino Baden AG zu lesen ist, hat das Grand Casino Baden im Jahr 2013 die führende Position im Grossraum Zürich erfolgreich verteidigt. Mit Bruttospielerlösen von knapp 67 Mio. CHF und über 340‘000 Besuchern wurde der Wert des Zürcher Casinos, welches Bruttospielerträge von nur 60 Mio. CHF erzielte, deutlich übertroffen. Detlef Brose, CEO der Grand Casino Baden wertet das erreichte Ergebnis als „grossen Erfolg“. Die Anpassung der Organisations- und Kostenstrukturen an die erwarteten Ertragsausfälle habe es erlaubt einen „attraktiven Gewinn“ zu erwirtschaften. Ein Verlustausweis ist hingegen für das Zürcher Casino zu erwarten. Gemäss Budget wären für die Erreichung der Gewinnschwelle Spielerlöse von 70 Mio. CHF nötig. Eine positive Entwicklung vermeldet Baden zudem für das Casino in Davos, welches im 2013 im Gegensatz zum Branchentrend mit rückläufigen Einkünften eine Zunahme der Bruttospielerlöse von 4% erzielte. Angesichts der Aussagen kann es als sicher angesehen werden, dass die Stadtcasino Baden AG eine Dividende in Vorjahreshöhe von 25 CHF pro Aktie ausschütten wird. Obwohl die Aktien im ausserbörslichen Handel der Berner Kantonalbank seit Jahresbeginn um über 12% auf den letztbezahlten Kurs von 575 CHF avancierten, sind sie nicht zu teuer. Die Papiere werden mit einem Abschlag von rund 20% auf den ausgewiesenen Buchwert per 31.12.2012 gehandelt und rentieren mit hohen 4.3%. Als mögliche Joker können sich die Auslandspläne des Unternehmens erweisen. Während das Konzessionsverfahren im liechtensteinischen Vaduz in einem langwierigen juristischen Verfahren blockiert ist, liegt die Betriebsbewilligung für ein Casino in Sachsen-Anhalt, an welchem die Gruppe mit 25% beteiligt ist, bereits vor, wie einem Artikel unserer Kollegen der Aargauer Zeitung zu entnehmen ist.

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