Alpha Rheintal Bank: hält Dividende trotz schwächerer Zahlen

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2001
Das Geschäftsgebiet der Alpha Rheintal Bank reicht vom Bodensee bis weit ins Rheintal. Bild: Alpha Rheintal Bank
Das Geschäftsgebiet der Alpha Rheintal Bank reicht vom Bodensee bis weit ins Rheintal. Bild: Alpha Rheintal Bank

Die Alpha Rheintal Bank (ARB) gehört mit einer Bilanzsumme von knapp 1.7 Mrd. CHF zu den grösseren Schweizer Regionalbanken. Das im St. Gallischen Rheintal beheimatete Institut generiert einen im Vergleich zu anderen Regionalbanken tiefen Anteil der Erlöse aus dem Zinsgeschäft. So stammt rund ein Drittel der Erträge aus dem zinsindifferenten Geschäft. Ein wichtiges Standbein der ARB stellt das Vermögensverwaltungsgeschäft dar. Das Volumen der Depotwerte zog im Jahr 2013 um 5.4% auf 1’389 Mio. CHF an. Allerdings konnte die ARB im Jahr 2013 auf der Ertragsseite nicht von der positiven Entwicklung an den Finanzmärkten profitieren. So fielen die Erlöse aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft um 4.6% auf 5.9 Mio. CHF. Dies steht im Gegensatz zur Entwicklung anderer Regionalbanken wie etwa der Regiobank Solothurn (siehe Blog-Beitrag vom 3. Februar). Nahezu halten konnte die ARB die Erträge aus dem Handelsgeschäft. Das Zinsgeschäft, welches für knapp zwei Drittel der Erträge verantwortlich ist, war durch den anhaltenden Zinsmargendruck bei einer hohen Nachfrage nach Krediten geprägt. Die Hypothekarforderungen, die den Grossteil der Ausleihungen der ARB darstellen, legten im Geschäftsjahr 2013 um 5.8% auf fast 1.3 Mrd. CHF zu. Noch stärker wuchsen mit plus 6.8% auf 1.06 Mrd. CHF die Kundengelder an. Somit konnte die ARB die bereits in den vergangenen Jahren gute Refinanzierungssituation bei den Ausleihungen nochmals verbessern. Ein Wermutstropfen stellt die Entwicklung des Zinserfolgs dar, der um 1.6% auf 17.6 Mio. CHF fiel.

Auf der Aufwandseite verzeichnete die ARB einen Anstieg der Geschäftskosten um 1.4% auf 16.5 Mio. CHF. Hierbei zu berücksichtigen ist, dass in den Aufwendungen sämtliche Kosten, die durch die Abklärungen, die im Zusammenhang mit dem Abkommen der Schweiz mit den USA zur Beseitigung des Steuerstreits notwendig wurden, enthalten sind. Vor wenigen Wochen skizzierten wir im Beitrag zu den Regionalbanken, der hier nachgelesen werden kann, über die zu erwartenden Auswirkungen des Abkommens auf die Regionalbanken. Die ARB hat sich für die Kategorie 3 entschieden. Dies bedeutet, dass keine bestimmten US-Normen verletzt wurden. Dennoch sind für eine abschliessende Beurteilung durch die Steuerbehörden der USA noch zahlreiche Abklärungen zu treffen, die zu hohen Kosten führen. Dieser Aufwand wurde von der ARB geschätzt und zulasten der Erfolgsrechnung 2013 verbucht. So resultierte eine deutliche Verschlechterung der Cost/Income-Ratio auf 61.5% nach 59.5% im Vorjahr.

Der Bruttogewinn fiel um 6.7% auf 10.3 Mio. CHF. Trotz tieferer Sachabschreibungen und geringeren Wertberichtigungen zulasten der Jahresrechnung sank das Zwischenergebnis um 5.3% auf 7.4 Mio. CHF. Unter dem Strich resultiert ein Gewinnausweis von 6.2 Mio. CHF, was einem Rückgang um 4.3% entspricht. Die Aktionäre erhalten eine gegenüber dem Vorjahr unveränderte Dividende von 9 CHF pro Aktie.

Die Geschäftszahlen der ARB vermögen nur teilweise zu überzeugen. Vor allem die Schwäche des zinsindifferenten Geschäfts überrascht negativ. Angesichts der Entwicklung der Depotvolumina dürfte zumindest kein nennenswerter Abfluss von Kundenanlagegeldern zu verzeichnen gewesen sein. Das Vermögensverwaltungsgeschäft ist im St. Galler Rheintal, in dem die ARB tätig ist, wegen der Grenznähe durch zahlreiche ausländische Kunden, die ihr Geld in der Schweiz anlegen, geprägt. Sofern sich die Entwicklung mit rückläufigen Erträgen trotz positiver Finanzmarktentwicklung fortsetzt, muss der Stellenwert des zinsindifferenten Geschäfts bei der ARB zumindest kritisch durchleuchtet werden. Hierzu sollten auch die Entwicklungen der anderen Regionalbanken, die in der Region tätig sind, verfolgt werden. Aufschlussreich könnten hierbei die Zahlen der gemessen an der Bilanzsumme etwa doppelt so grossen Acrevis Bank sein, die ebenfalls sehr stark im Vermögensverwaltungsgeschäft verankert ist. Dies gilt besonders im Hinblick auf die stetig steigenden regulatorischen Anforderungen, die zu weiteren Kostensteigerungen führen werden. Mit einer Cost/Income-Ratio von 61.5% befindet sich die ARB nicht in der Komfortzone.

Als solide angesehen werden können indessen die Bilanzkennzahlen des Ostschweizer Bankhauses. Diese untermauern den aktuellen Aktienkurs von 420 CHF auf der ausserbörslichen Handelsplattform OTC-X der Berner Kantonalbank. Damit notieren die Papiere auf dem Niveau des Buchwerts per Ende 2012, was sie als nicht überteuert erscheinen lässt. Die Dividendenrendite auf der Basis der Ausschüttung für 2013 liegt bei gut 2.1%, was im Regionalbankenvergleich als attraktiv eingestuft werden kann. Eine Kürzung der Ausschüttungen erscheint auch in den nächsten Jahren wenig wahrscheinlich. Anleger, die sich mit einer Ausschüttungsrendite von gut 2% zufrieden geben, können die Papiere als Obligationsersatz ins Depot aufnehmen.

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