LZ Medien AG: Rückläufige Werbeerlöse auch in der Zentralschweiz

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Nicht nur die Gebäude der LZ Medien stehen auf soliden Beinen.
Nicht nur die Gebäude der LZ Medien stehen auf soliden Beinen. Bild: LZ Medien AG

Die LZ Medien AG konnte sich dem Negativtrend der Medienbranche im Geschäftsjahr 2013 nicht entziehen. Allerdings ist bei den Ertragszahlen zu berücksichtigen, dass per 1. Januar 2013 das Kalendergeschäft verkauft wurde. So gehen 12.4 Mio. CHF der gesamten Ertragsrückgänge von 17.3 Mio. CHF auf das Konto des Verkaufs der Calendaria AG. Das auf bereinigter Basis verbuchte Ertragsminus betrug 3.4% auf knapp 140.6 Mio. CHF. Da das Kalendergeschäft einen eigenen Bereich darstellte, waren die Erträge grossmehrheitlich unter der Position übriger Ertrag zu finden, die um 11.5 Mio. CHF auf 12.6 Mio. CHF fiel. Ebenfalls vom Kalendergeschäft beeinflusst waren die Erlöse des Druckgeschäfts, die um 1.1 Mio. CHF auf 33.7 Mio. CHF zurückgingen. Auf die übrigen Sparten, insbesondere die Werbeerlöse, hatten die Zahlen der Calendaria nur einen geringen Einfluss. Die deutlichen Einbussen der LZ Medien bei den Werbeerträgen, die um 4.9 Mio. CHF auf 54.2 Mio. CHF zurückgingen, reflektieren die ungünstige Marktentwicklung. Als Lichtblick erwiesen sich die Einkünfte aus dem Lesermarkt, die entgegen dem allgemeinen Trend leicht um 0.3 Mio. CHF auf 40 Mio. CHF zulegten.

Sehr positiv entwickelte sich das zur LZ Medien gehörende Radio Pilatus mit einem Anstieg der Erträge um 1.1 Mio. CHF auf 9.2 Mio. CHF. Verantwortlich für den starken Anstieg sei die gute Vermarktung eigener Projekte gewesen, so Jürg Weber, Geschäftsleiter der Neuen Luzerner Zeitung an der Generalversammlung (GV) der LZ Medien AG. Zu diesen Projekten zählten etwa der Verkauf von Tickets für die eigenen Veranstaltungen im Zusammenhang mit dem 30-jährigen Jubiläum des Radios. Die Betriebsausgaben legten um 1 Mio. CHF auf 8.1 Mio. CHF zu, so dass ein Plus des Betriebsgewinns (EBIT) um 0.1 Mio. CHF resultierte. Beim Fernsehsender Tele1 konnte trotz des Ertragsrückgangs um 0.3 Mio. CHF auf 7.5 Mio. CHF unter dem Strich budgetgemäss eine schwarze Null erzielt werden, berichtete Weber den Aktionären.

Den rückläufigen Erlösen begegnete die Gesellschaft mit Kosteneinsparungen. So sank der Betriebsaufwand um 15.3 Mio. CHF auf 130 Mio. CHF. Den grössten Anteil an der Senkung der Kosten trugen die Personalaufwendungen mit einem Minus von 5.9 Mio. CHF auf 44.2 Mio. CHF bei. Beim Betriebsaufwand konnten 4.3 Mio. CHF und beim Direktaufwand weitere 3.8 Mio. CHF eingespart werden. Positiv auf das EBIT wirkten sich die um 1.4 Mio. CHF auf 6.6 Mio. CHF gesunkenen Abschreibungen aus. So resultierte ein Rückgang des EBIT um 1.9 Mio. CHF respektive minus 15.5% auf 10.6 Mio. CHF. Die EBIT-Marge von 7.5% bezeichnete VR-Präsident Erwin Bachmann an der GV vom 13. Mai als ansprechend. Unter dem Strich resultierte ein Minus des Reingewinns von 2.1 Mio. CHF auf 9.3 Mio. CHF respektive minus 18.5%. Bereinigt um den Einfluss des Kalendergeschäfts betrug der Rückgang des Gewinns 10%. Wegen des Gewinnrückgangs sinkt die Dividende von 90 CHF auf 80 CHF pro Aktie. Dies ist ein im Vergleich zur Hauptaktionärin NZZ Mediengruppe, bei welcher die Aktionäre eine Halbierung der Dividende auf noch 100 CHF pro Aktie verzeichneten, moderater Rückgang. Weitere Informationen zum Ergebnis der NZZ können Sie in unserem Blog-Beitrag zur AG für die NZZ nachlesen.

Die LZ Medien wird weiterhin am Standort Luzern, an dem sie dem VR-Präsidenten Erwin Bachmann zufolge stark verwurzelt ist, festhalten. Bestätigt in dieser Meinung wurde Bachmann durch die Bereitschaft des neuen CEO der NZZ Mediengruppe Veit Dengler, Einsitz in den Verwaltungsrat der LZ Medien zu nehmen. Dengler folgt damit dem anlässlich der GV zurückgetretenen früheren CEO der NZZ-Gruppe Albert P. Stäheli. Die NZZ Mediengruppe ist über die Freie Presse Holding (FPH) Mehrheitsaktionärin der LZ Medien. Die NZZ besitzt aktuell knapp 75% an der FPH, die restlichen 25% liegen bei der Publigroupe. Die NZZ Mediengruppe hat angekündigt, die restlichen 25% der FPH für 53 Mio. CHF übernehmen zu wollen. Dies bezeichnete Bachmann als Bekenntnis der NZZ zu den Regionalmedien und einen Schritt, den er sehr begrüsse.

Ein Ende des Rückgangs bei den Werbeerlösen sei auch im 2014 nicht abzusehen, erklärte Bachmann. Die LZ Medien begegne diesem Einnahmenausfall mit einem strikten Kostenmanagement. Zudem setzt die Gesellschaft auf alternative Ertragsquellen und stellt hierbei besonders den Ausbau des Onlinegeschäfts inklusive der Erweiterung des Onlineangebots mit neuen Dienstleistungen in den Vordergrund.

Die Geschäftszahlen der LZ Medien AG fallen nicht nur angesichts des schwierigen Umfelds gut aus. Besonders hervorzuheben ist die im Branchenvergleich selbst in guten Zeiten als hoch zu qualifizierende EBIT-Marge von 7.5%. Als grundsolide kann die Bilanz mit einer Eigenmittelquote von 75% bezeichnet werden. 

Ein schaler Nachgeschmack bleibt bei der Publikation der Bilanzkennzahlen. So wird unter Verweis auf die Rechnung des Mehrheitsaktionärs NZZ auf die Erstellung einer aussagekräftigen detaillierten Konzernrechnung der LZ Medien im Gegensatz zu den letzten Jahren verzichtet. Auch auf Nachfrage erhalten die Aktionäre keine weiteren Auskünfte über die Zusammensetzung des Eigenkapitals mit Hinweis auf die gesetzlichen Vorschriften. Dieses juristisch einwandfreie Verhalten wirft angesichts der gerade von den Medienhäusern geforderten transparenten Berichterstattung ein schlechtes Licht auf die Gesellschaft. Es ist zwar kaum davon auszugehen, dass die LZ Medien so mögliche Probleme kaschieren will. Dennoch ist dieses Verhalten gerade für ein Medienunternehmen nicht zeitgemäss. Angesichts des Umgangs der NZZ-Mediengruppe mit den eigenen Aktionären, die wir in unserem Blog-Beitrag zur NZZ-GV kommentierten, dürfen die Minderheitsaktionäre der LZ Medien AG wohl in Zukunft wenig von „ihrer“ Gesellschaft erwarten. Diese Aspekte sollten bei einem Engagement in die Titel der LZ Medien, zusätzlich zu den harten Fakten in der Form der Bilanzkennzahlen, berücksichtigt werden. 

Die Aktien der LZ Medien werden auf der ausserbörslichen Handelsplattform OTC-X der Berner Kantonalbank (BEKB) aktuell zu Geldkursen von 2’450 CHF gesucht und zu Briefkursen von 2’850 CHF offeriert. Damit liegt der Kurs deutlich über dem Buchwert von knapp 1’300 CHF per Jahresende 2013. Der Substanzwert dürfte, wie der Steuerwert von 2’300 CHF per Jahresende 2013 belegt, deutlich höher als der Buchwert sein. Allerdings ist dieser sicherlich nicht kurzfristig realisierbar. Als interessant kann hingegen die Dividendenrendite von aktuell 3.2% auf der Basis des Geldkurses angesehen werden. Indessen dürfte eine Kürzung der Dividende bei einem weiter sinkenden Gewinn erfolgen. Die Aktien eignen sich somit ausschliesslich für Anleger mit einem Faible für Substanzwerte und einem engen Bezug zur Gesellschaft.

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