Favoriten-Update 2014: Thurella überzeugt – Zur Rose verliert

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Im Januar haben wir in diesem Blog unsere Favoriten für das Jahr 2014 vorgestellt. Details können hier nachgelesen werden. Nach den ersten sechs Monaten ist die Performance der ausgewählten Titel mehrheitlich positiv. Wir überprüfen dennoch in diesem und einem folgenden Beitrag unsere Einschätzungen.

Die Titel der Messeveranstalterin Bernexpo Holding AG verzeichneten bis dato auf der ausserbörslichen Handelsplattform OTC-X der Berner Kantonalbank (BEKB) einen leichten Kursanstieg um 20 CHF auf den letztbezahlten Kurs von 420 CHF. Zusätzlich erhielten die Anteilseigner eine steuerfreie Dividendenausschüttung von 15 CHF pro Aktie aus Kapitaleinlagereserven. Insgesamt resultiert so eine Performance von knapp 9% in sechs Monaten. Die positive Kursentwicklung steht im Einklang mit dem Geschäftsgang. So erwartet CEO Roland Brand gemäss seinen Aussagen an der GV im Juni für das laufende Jahr einen neuen Umsatzrekord. Dabei gilt es zu beachten, dass die Gesellschaft in geraden Jahren wegen der Zyklizität der Messen jeweils schwächere Zahlen erzielt. Verantwortlich für die sehr gute Entwicklung im 2014 ist unter anderem die nur alle vier bis fünf Jahre stattfindende Baumaschinenmesse BauMa, die im ersten Semester die Zahlen sehr positiv beeinflusste. Auch für das zweite Halbjahr zeichnet sich Brand zufolge eine Rekordanzahl an Veranstaltungen ab. Allerdings werde sich diese Entwicklung wegen aussergewöhnlicher Grossanlässe im 2015 nicht fortsetzen lassen, weswegen er für das nächste Jahr mit Minderumsätzen rechnet. Für die Folgejahre stehen Investitionen von rund 90 Mio. CHF in das neue „BeLive-Center“ auf der Agenda. Diese werden allerdings nur dann durchgeführt, wenn deren Finanzierung gesichert ist, so Brand.

Die bisherige Geschäftspolitik der Gesellschaft, die auf einer kontinuierlichen Erzielung von Gewinnen und einer soliden Finanzierung basiert, sollte auch weiterhin fortgeführt werden. Auch wenn das Investitionsprojekt redimensioniert werden sollte, steht in jedem Fall in den nächsten Jahren die Erneuerung der Eventhalle an. Die entsprechenden Kosten dürfte die Gesellschaft problemlos finanzieren können. Allerdings werden die Kosten dafür sorgen, dass die Gewinne nicht stark steigen und die Bilanzkennzahlen nicht verbessert werden können. Eine Verschlechterung der Kennzahlen ist andererseits auch nicht zu erwarten. Unter Berücksichtigung des aktuellen Aktienkurses von 420 CHF sind die Papiere weiterhin attraktiv und keinesfalls überbewertet. Wir halten an unserer positiven Einschätzung der Papieren fest.

 

Die Aktien der Versandapotheke Zur Rose AG haben in den letzten sechs Monaten einen Kursrückgang um 14% erlitten. Für Verunsicherung bei den Investoren sorgte ein Bundesgerichtsurteil, welches Ärzten aus Zürich, die keine Bewilligung für eine Praxisapotheke haben, keine Vergütungen für Aufwendungen im Zusammenhang mit elektronischen Rezepten zugesteht. Gemäss Aussagen von CEO Walter Oberhänsli in einem Interview mit Schweizeraktien.net, das hier nachgelesen werden kann, sind von diesem Urteil lediglich 35 Ärzte betroffen. Für das Unternehmen besteht daher kein Bedarf, die Jahresziele nach unten zu korrigieren. Stattdessen wird die Versandapotheke bereits im ersten Semester 2014 eine deutliche Steigerung des Betriebsgewinns ausweisen können. Details werden per Ende August publiziert.

Sofern das Unternehmen die kommunizierten Ertragsziele erreicht, wären die Aktien auf dem aktuellen reduzierten Niveau günstig bewertet. Bei einem budgetierten EBITDA (Betriebsgewinn vor Abschreibungen) von 16 bis 18 Mio. CHF könnte ein Gewinn in der Grössenordnung von 6 bis 8 Mio. CHF erzielt werden. Dies entspricht einem Betrag zwischen 1.84 und 2.45 CHF pro Aktie. Unter der Annahme des Mittelwerts werden die Aktien aktuell mit einem KGV von rund 10 für das laufende Jahr bewertet. Sofern die Jahresziele bei der Publikation der Semesterzahlen nicht nach unten korrigiert werden, wovon wir aufgrund der aktuellen Nachrichtenlage nicht ausgehen, besteht kein Bedarf, unsere Einschätzung anzupassen.

 

Die Aktien der Immobilienfirma Konkordia AG konnten seit Jahresbeginn 2014 um gut 4% zulegen. Zusätzlich erhielten die Anteilseigner eine Dividende von 50 CHF pro Aktie, wodurch die Gesamtperformance auf knapp 6% ansteigt. Zum 1. Januar 2014 erwarb die Gesellschaft eine zusätzliche Liegenschaft in der Stadt Luzern und steigerte die Anzahl der Immobilien auf 10. Das Immobilienprojekt Wichlern Plus entwickelt sich positiv. Von den per 1. Juni 2014 fertiggestellten 17 Wohnungen sind lediglich fünf noch nicht reserviert, während von den per 1. Juli fertiggestellten 19 Appartements noch 12 frei sind.

Es besteht aktuell kein Anlass anzunehmen, dass die Gesellschaft die positive Geschäftsentwicklung nicht fortsetzen kann. Durch die Fertigstellung der Überbauung und den Kauf einer neuen Liegenschaft sollte der Mietertrag nochmals deutlich zulegen können. Die Betriebs- und Finanzierungskosten der neuen Liegenschaften dürften tiefer liegen als die Mehreinnahmen. Dies insbesondere, sofern es gelingt, bis Jahresende alle neuen Appartements des Projekts Wichlern Plus zu vermieten. Angesichts der in der Vergangenheit stets kontinuierlichen Dividendenausschüttung dürfte die Dividende kaum erhöht werden. Indessen dürfte der Substanzwert weiter ansteigen. Wir halten an unserer Einschätzung fest.

 

Die Aktien der Thurella AG entwickelten sich im ersten Semester 2014 mit einem Kursplus von 39% sehr gut. Zusammen mit der Dividendenausschüttung, die steuerfrei erfolgt, resultiert eine Gesamtperformance von rund 42%. Nach einem positiven Jahr 2013 wird für das laufende Jahr eine weitere Ertragssteigerung erwartet. Ein wichtiger Meilenstein ist die Refinanzierung der Unternehmensanleihe aus dem Jahr 2007, die im laufenden Monat ausläuft. Gemäss den Unternehmensangaben ist diese gesichert, so dass Thurella ein weiteres Kapitel der Vergangenheit abschliessen kann. Per Anfang August werden die Aktien von der Berne eXchange dekotiert und auf der ausserbörslichen Handelsplattform OTC-X der Berner Kantonalbank (BEKB) gehandelt. Dieser Schritt wird zu einer Senkung der Kosten beitragen.

Keine Nachrichten sind gute Nachrichten, ist die Devise bei Thurella. Sofern die Refinanzierung der auslaufenden Anleihe Schwierigkeiten bereiten würde, wären aus dem Unternehmen entsprechende Hinweise publiziert worden. Da dies nicht der Fall ist, kann davon ausgegangen werden, dass dieser wichtige Schritt gelingt. Aus der geplanten Neugestaltung des Thurella-Areals in Egnach sollten der Gesellschaft nicht unbeträchtliche Gewinne auf mittel- bis langfristige Sicht zufliessen. Die Aktionäre sollen zudem auch weiterhin Dividendenzahlungen erhalten, wobei die Ausschüttungsquote zwischen 20 und 35% des Reingewinns betragen wird. Nach den erheblichen Kursavancen erscheinen die Titel nicht mehr als unterbewertet. Eine deutliche Korrektur ist angesichts der guten Aussichten nicht zu erwarten. Allerdings ist für weitere Kursavancen nur bei einer deutlichen Anhebung der Ertragsziele noch Raum. Auf mittel- bis langfristige Sicht sollte sich ein Halten der Aktien auszahlen, weswegen wir an unserer Einschätzung festhalten.

 

 

 

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