Alpha Rheintal Bank: Positive Finanzmärkte führen im 1. Semester 2014 zu besserem Ergebnis

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Der Hauptsitz der Alpha Rheintal Bank in Heerbrugg. Quelle: Alpha Rheintal Bank
Der Hauptsitz der Alpha Rheintal Bank in Heerbrugg. Quelle: Alpha Rheintal Bank

Die Alpha Rheintal Bank AG profitierte im ersten Semester 2014 von der guten Entwicklung an den Finanzmärkten. Dank eines Anstiegs des Erfolgs aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäfts im Vorjahresvergleich von 11% auf 3.2 Mio. CHF konnte das Ostschweizerische Bankhaus die Gesamteinkünfte um 1.1% auf 13.5 Mio. CHF steigern. Haupteinnahmequelle bleibt indessen weiterhin das Zinsdifferenzgeschäft, welches von einem anhaltenden Zinsmargendruck geprägt ist. So musste ein Rückgang des Zinserfolgs um 0.9% auf 8.6 Mio. CHF trotz eines Anstiegs der Ausleihungen um 1.4% auf 1’485 Mio. CHF verbucht werden. Im Aktionärsbrief zum ersten Semester bezeichnet die Gesellschaft die leichte Abnahme angesichts des Umfelds als positiv. Ebenfalls deutliche Einbussen von 7% verbuchte das Finanzinstitut im Handelsgeschäft. Verantwortlich gemacht hierfür wird der stabile Wechselkurs des Euros gegenüber dem Schweizer Franken. Auf der Aufwandseite war ein Anstieg der Geschäftsaufwendungen von 3% auf gut 8.2 Mio. CHF zu verzeichnen. Belastend ausgewirkt haben sich die Aufwendungen für die Umsetzung der neuen regulatorischen Anforderungen wie etwa die erhöhte Liquidität und die Einführung der Forderungen im Zusammenhang mit dem Steuerabkommen zwischen der Schweiz und der USA per 1. Juli 2014. Im Ergebnis resultierte eine Verschlechterung der Cost/Income-Ratio von 59.8% im Vorjahr auf 61%.

Positiv auf das Ergebnis ausgewirkt haben sich die markant tieferen Sachabschreibungen auf das Anlagevermögen von 571’000 CHF nach 1.1 Mio. CHF im Vorjahr. Dieses Minus geht auf den Wegfall der Abschreibungen für die erfolgreiche Umstellung der Informatik zurück, deren Kosten der Erfolgsrechnung 2013 belastet wurden. Bei einem leichten Anstieg der Wertberichtigungen um 37’000 CHF auf 494’000 CHF resultierte ein Plus des Zwischenergebnisses von 382’000 CHF respektive plus 10% auf 4.2 Mio. CHF. Sogar um 10.4% auf fast 3.5 Mio. CHF legte der Reingewinn zu.

Die Bilanzsumme stieg gegenüber dem Jahresultimo 2013 um 2.7% respektive plus 46.4 Mio. CHF auf 1’742.2 Mio. CHF. Massgeblich für das Wachstum auf der Aktivseite der Bilanz waren die um 22.8 Mio. CHF auf 124.4 Mio. CHF angestiegenen Forderungen gegenüber Banken, das Plus der Kundenausleihungen von 20.4 Mio. CHF auf 1’485 Mio. CHF sowie der Anstieg der Handelsbestände und Finanzanlagen um 6.8 Mio. CHF auf 68.3 Mio. CHF. Die Kundenausleihungen legten, wie die Bank im Aktionärsbrief schreibt, vorwiegend im Bereich erstklassiger regionaler Hypotheken, Darlehen und Kredite zu. Obwohl die Nachfrage nach neuen Krediten nach wie vor stark zunimmt, hat die Alpha Rheintal Bank aus Risikoüberlegungen bewusst einen moderaten Wachstumskurs eingeschlagen. Auf der Passivseite war ein Anstieg der Kundengelder um 26.3 Mio. CHF auf 1’086.3 Mio. CHF bei einem Plus der Anleihen und Pfandbriefdarlehen von 18.4 Mio. CHF auf 339.8 Mio. CHF zu beobachten.

Die Alpha Rheintal Bank konnte dank des im Vergleich mit anderen Regionalbanken hohen Anteils des zinsindifferenten Geschäfts an den Erträgen (rund 1/3 Drittel) einen Ertragsanstieg verbuchen. Angesichts des anhaltenden Drucks auf die Zinsmargen kann die Entwicklung des Zinsdifferenzgeschäfts als zufriedenstellend klassifiziert werden. Wenig erfreulich ist indessen die Verschlechterung der Cost/Income-Ratio auf 61%. Auch wenn der Anstieg angesichts der gesteigerten regulatorischen Anforderungen und den daraus resultierenden Kosten gut nachvollziehbar ist, kann der Wert von 61% nur als unterdurchschnittlich angesehen werden. Unter dem Strich präsentiert das Bankhaus einen guten Abschluss. Als solide kann auch die Bilanz angesehen werden.

Für das Gesamtjahr sollte dank des Wegfalls der Abschreibungen für die Informatik trotz des anhaltenden Zinsmargendrucks ein Ergebnis auf Vorjahreshöhe erzielt werden können, sofern die Entwicklung an den Finanzmärkten dem Ostschweizer Bankhaus keinen Strich durch die Rechnung macht. Die Aktien der Gesellschaft werden auf der ausserbörslichen Handelsplattform OTC-X der Berner Kantonalbank (BEKB) gehandelt. Auf der Basis des letztbezahlten Kurses von 445 CHF weisen die Titel einen leichten Abschlag zum ausgewiesenen Buchwert von 461 CHF per Jahresultimo 2013 aus und verfügen über eine Ausschüttungsrendite von gut 2%. Mit einem KGV von knapp 18 auf der Basis des um die Bildung für Reserven für allgemeine Bankrisiken bereinigten Jahresgewinns 2013 sind die Titel nicht günstig. Das Risiko von Kursrückgängen erscheint indessen angesichts eines Kurses unterhalb des Buchwerts, der seinerseits den Substanzwert nicht unerheblich unterschreiten dürfte, tief.

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