Bergbahnen Wildhaus AG: Schwarze Zahlen in 2013/14 trotz schwachem Wintergeschäft

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Auf der Sonnenterrasse werden die Besucher der Bergbahnen Wildhaus gerne empfangen. Quelle: Bergbahnen Toggenburg
Auf der Sonnenterrasse werden die Besucher der Bergbahnen Wildhaus gerne empfangen. Quelle: Bergbahnen Toggenburg

Die Bergbahnen Wildhaus AG konnten trotz sehr ungünstiger Witterungsbedingungen im per 31. Mai 2014 beendeten Geschäftsjahr 2013/14 einen Gewinn von knapp 38’000 CHF ausweisen. Dies bestätigt auch der VR-Präsident Dr. Jakob Rhyner, wonach die Gesellschaft „den wärmsten Winter seit 100 Jahren erstaunlich gut überstanden hat“. Deutliche Einbussen verzeichnete die Gesellschaft bei den Verkehrserträgen, die um 9.4% auf 4.2 Mio. CHF fielen. Ausschliesslich im sehr wichtigen Wintergeschäft, welches für über 93% der Verkehrserträge sorgt, mussten Rückgänge von 10.6% auf 3.9 Mio. CHF verbucht werden. Im Sommergeschäft konnten die Erlöse hingegen auf einem tiefen Niveau um 12.9% gesteigert werden. Trotz der niedrigeren Verkehrserträge und der tieferen Besucherzahlen legten die Erlöse aus dem Gastronomiebereich um 1.5% auf 3.1 Mio. CHF zu. Dies geht vor allem auf das Konto von Sonnentagen, die zu einer hohen Besucherfrequenz auf den Terrassen führten.

Wegen des sehr hohen Fixkostenanteils konnten die Betriebsausgaben im Bahnbereich nur um 100’000 CHF auf knapp 1.4 Mio. CHF gesenkt werden. So ist der Grossteil des Rückgangs auf den niedrigeren Energiebedarf und tieferer Dienstleistungskosten zurückzuführen. In der Gastronomiesparte führten die Mehrerlöse auch zu einem Anstieg der Warenkosten um gut 55’000 CHF. Auch die Personalausgaben stiegen um fast 80’000 CHF an. Es resultierten gesamthaft Aufwendungen in Vorjahreshöhe von 5.7 Mio. CHF. Dies führte zu einem Rückgang des Betriebsgewinns vor Abschreibungen um 440’000 CHF auf 1.7 Mio. CHF. Dieser Wert erlaubte es der Gesellschaft, die betrieblich notwendigen Abschreibungen von knapp 1.7 Mio. CHF in voller Höhe durchzuführen, wie im Geschäftsbericht ausgeführt wird. Zudem konnten die langfristigen Finanzverbindlichkeiten um 800’000 CHF auf 4.3 Mio. CHF abgebaut werden. Eine Ausschüttung erhalten die Aktionäre nicht.

Die Geschäftszahlen der Gesellschaft fallen nicht nur angesichts der ungünstigen Witterungsverhältnisse im vergangenen Winter 2013/14 gut aus. Im Gegensatz zu sehr vielen kleineren Bahngesellschaften gelingt es den Bergbahnen Wildhaus auch in einem schlechten Jahr genügend Cashflow zu generieren, um die betriebswirtschaftlich notwendigen Abschreibungen durchzuführen. Mit einer Eigenmittelquote von 61% ist die Gesellschaft zudem gut finanziert. Hierbei zu beachten ist aber auch der Investitionsbedarf: Ein Teil der Beschneiungsanlagen stammt aus den frühen 90er Jahren und erfüllt die heutigen Anforderungen an die Schneemenge nur knapp, wie der letzte Winter eindeutig zeigte. Bei den Liftanlagen stehen zumindest kurzfristig keine grösseren Investitionen an, was sich aber auf mittelfristige Sicht ändern wird.

Die Aktien werden nur sehr sporadisch auf der ausserbörslichen Handelsplattform OTC-X der Berner Kantonalbank (BEKB) gehandelt. Aktuell werden weder Geld- noch Briefkurse gestellt. Auf der Basis des letztbezahlten Aktienkurses von 215 CHF sind die Papiere deutlich unterhalb des ausgewiesenen Buchwerts von 358 CHF per 31. Mai 2014 bewertet. Wenig sinnvoll erscheint eine Berücksichtigung des KGV, das wegen des nur tiefen Gewinnausweises deutlich über 100 liegt. Eine Dividendenausschüttung erhalten die Anteilseigner nicht, woran sich auch in den nächsten Jahren nichts ändern dürfte. Die Titel eignen sich daher ausschliesslich für Anleger mit einem Faible zur Region zur Anlage. Zudem können die Aktionäre am Tag der GV gratis die Bergbahnen der Gesellschaft benutzen und erhalten zudem einen Konsumationsgutschein im Wert von 18 CHF pro Aktionär, der am Tag der GV in den Bergrestaurants eingelöst werden kann.

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