Alpha Rheintal Bank: Starke Vermögensverwaltung und fallende Abschreibungen

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Quelle: Alpha Rheintal Bank AG
Quelle: Alpha Rheintal Bank AG

Ein starkes Wachstum bei den Kundengeldern verbucht die Alpha Rheintal Bank AG (ARB). Während das Institut die Ausleihungen im vergangenen Jahr um 3.8% auf 1.52 Mrd. CHF steigern konnte, gab es bei den  Kundengeldern sogar ein Plus von 6.3% auf 1.28 Mrd. CHF. Durch den starken Mittelzufluss erhöhte sich der Eigenmitteldeckungsgrad um fast 2% auf 84.35%. Dieser hohe Wert macht das Ostschweizer Bankhaus weitgehend unabhängig von der Refinanzierung über den Finanzmarkt. Trotz dieses Erfolgs hinterlässt auch bei ARB der anhaltende Zinsmargendruck seine Spuren. Denn beim Zinserfolg verbuchte das Bankhaus einen Rückgang um 2.5% auf 17.1 Mio. CHF. Deutlich wird der Margendruck auch beim Verhältnis des Nettozinserfolgs zum Gesamtwert der Ausleihungen. Dieser fiel im letzten Jahr von 1.20% auf nur noch 1.13%.

Anders als bei den meisten Regionalbanken spielt bei der ARB auch das zinsindifferente Geschäft eine wichtige Rolle. Der Erfolg dieses Geschäftsbereichs legte im Berichtsjahr um 4.6% auf knapp 9.7 Mio. CHF zu und erreichte damit einen Ertragsanteil von 36%. Wie einem Aktionärsbrief zum Jahresabschluss zu entnehmen ist, verbuchten die Depotwerte im vergangenen Jahr ein Plus von 19.7% auf 1.66 Mrd. CHF. Verantwortlich für den Anstieg waren nicht nur höhere Börsenkurse, sondern auch der erfreuliche Neugeldzufluss. Gesamthaft gelang es der ARB damit, die Einnahmen auf dem Vorjahresniveau von 26.8 Mio. CHF zu halten.

Abschreibungen – die Halbierung bringt deutlichen Gewinnanstieg

Allerdings gab es bei den Geschäftsaufwendungen auch einen leichten Anstieg um 1% auf gut 16.6 Mio. CHF. Das führte zum Rückgang beim Bruttogewinn um 1.7% auf 10.1 Mio. CHF. Die Cost-Income-Ratio verschlechterte sich dadurch leicht von 61.5% auf 62.1%. Hier sind allerdings auch die Besonderheiten der ARB mit einem hohen Anteil am kostenintensiven Vermögensverwaltungsgeschäft zu berücksichtigen. Im Vergleich zu den vorwiegend im Vermögensverwaltungsgeschäft tätigen Finanzhäuser kann die ARB ein tiefes Kosten-Ertrags-Verhältnis vorweisen. Positiv auf das Ergebnis wirken sich die deutlich tieferen Abschreibungen von 950’000 CHF nach fast 2.2 Mio. CHF im Vorjahr aus. Im 2013 waren allerdings die Kosten der Informatikumstellung vollständig abgeschrieben worden, was die damals hohen Abschreibungen erklärt. Einen deutlichen Anstieg von  760’000 CHF auf 1.3 Mio. CHF gab es bei den Wertberichtigungen und Rückstellungen. Unter dem Strich ergab sich ein Anstieg im Zwischenergebnis um 6.7% auf 7.9 Mio. CHF und beim Reingewinn von 6.2 Mio. CHF auf 6.6 Mio. CHF. Trotz des Gewinnanstiegs soll die Dividende konstant bei 9 CHF je Aktie bleiben.

Nach umfangreichen Abklärungen hat sich die ARB übrigens entschlossen, nicht am US Steuer-Programm teilzunehmen. Wie das Institut mitteilt, ergab der Schlussbericht des unabhängigen Prüfers, dass es bei der ARB keine Verstösse gegen US Steuerecht gegeben hat.

Die Geschäftszahlen der ARB sind zweigeteilt. Während das Ostschweizer Bankhaus wie das Gros der Regionalbanken im Zinsengeschäft klare Rückgänge verzeichnet, erfreut sich das zinsindifferente Geschäft einer erfreulichen Entwicklung. In der Summe ergibt sich ein positives Gesamtbild. Allerdings mahnt der deutliche Rückgang des Zinserfolgs zur Vorsicht.

Die Aktien der ARB werden auf der ausserbörslichen Handelsplattform OTC-X der Berner Kantonalbank (BEKB) gehandelt. Auf der Basis der letztbezahlten Kurse von 455 CHF weisen die Titel eine durchschnittliche Dividendenrendite von 2.0% auf. Die im Aktionärsbrief genannten Eigenmittel lassen einen inneren Wert der Aktien von 465 CHF errechnen. Damit notieren der Titel im Gegensatz zu den meisten anderen Regionalbankentiteln nahezu auf dem Niveau des Buchwerts und erscheinen nicht günstig.

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