Casino de Montreux SA: Rückläufige Spielerträge, höherer Gewinn und mehr Dividende

2
2023
Der neue Wintergarten der Brasserie bietet den Gästen mehr Platz. Quelle: Casino de Montreux SA
Der neue Wintergarten der Brasserie bietet den Gästen mehr Platz. Quelle: Casino de Montreux SA

Die Casino de Montreux SA litt im Geschäftsjahr 2014 im Einklang mit der gesamten Spielbankenbranche unter einem Rückgang der Spielerträge. In Montreux fiel das Minus mit fast 9.2% auf 71.4 Mio. CHF vergleichsweise hoch aus. Wie die Gesellschaft im Geschäftsbericht 2014 mitteilt, geht der Rückgang vor allem auf das Konto der um 9.2% gesunkenen Einkünfte aus dem Automatenspielgeschäft. Das Minus sei teilweise eine Konsequenz der von 515’421 auf 513’137 gesunkenen Anzahl an Eintritten ins Spielcasino.

Besucher setzen weniger Geld ein

Ebenso ging auch der durchschnittliche Spieleinsatz pro Besucher von 152.49 CHF auf 139.13 CHF zurück. Die tieferen Erträge führten zu einer geringeren Spielbankenabgabe, die um 5.2 Mio. CHF auf 38.1 Mio. CHF respektive einem von 55.2% der Erträge auf 53.4% gesunkenen Abgabensatz fiel. So resultierte ein Nettospielertrag von 33.3 Mio. CHF (Vorjahr: 35.2 Mio. CHF). Positiv entwickelten sich die Nebenerträge, die um gut 100’000 CHF auf 7.9 Mio. CHF zulegten. Hierin enthalten sind die Einkünfte aus den Restaurants und das ehemals von Freddy Mercury genutzte Tonstudio, welches im Dezember 2013 für die Besucher geöffnet wurde. Im letzten Jahr zählte das Studio 41’854 Besucher. Positiv auf das Geschäft wirkte sich auch die Erweiterung der Brasserie Le Saxo um einen Wintergarten mit je nach Nutzungsart 30 bis 40 zusätzlichen Plätzen aus.

189 CHF Ausschüttung pro Namenaktie – Rendite: 9.7%

Auf der Kostenseite gelang es, die Warenaufwendungen um 5.3% auf 2.7 Mio. CHF zu senken, während die übrigen betrieblichen Kosten auf dem Vorjahresniveau von 7.3 Mio. CHF verharrten. Deutliche Einsparungen von über 1 Mio. CHF machte die Gesellschaft bei den Personalausgaben. Im Ergebnis führte dies zu einem Rückgang des Betriebsgewinns vor Abschreibungen, Wertberichtigungen und Zinsen (EBITDA) um 1 Mio. CHF auf 17.2 Mio. CHF. Auf den Gewinn positiv wirkten sich die mit 1.6 Mio. CHF nach fast 2.9 Mio. CHF markant tieferen Sachabschreibungen aus. So resultierte bei einem leicht höheren Steueraufwand von 3.55 Mio. CHF ein Anstieg des Reingewinns um 150’000 CHF auf 12.1 Mio. CHF. Die Aktionäre sollen eine Ausschüttung von 189 CHF pro Namenaktie à 100 CHF respektive 94.50 CHF pro Namenaktie à 50 CHF erhalten. Ein Teil der Ausschüttung erfolgt in der für private Anleger mit Schweizer Wohnsitz steuerbefreiten Form der Rückzahlung aus Kapitalreserven. Bei den grossen Namenaktien werden 33.54 CHF aus den Reserven und 155.46 CHF als ordentliche, der Verrechnungssteuer unterliegenden Dividende ausbezahlt, bei den kleinen Aktien sind es 16.77 CHF respektive 77.73 CHF.

Weiterhin grösste Spielbank der Schweiz

Wie die Gesellschaft betont, sei Montreux auch im Berichtsjahr das bedeutendste der Schweiz vor Baden, Basel und Zürich gewesen. Per 1. April 2015 wird der bisherige Geschäftsführer des Casino Montreux, Gilles Meillet, eine andere Aufgabe innerhalb der Groupe Barrière, welche die Aktienmehrheit an der Casino Montreux SA besitzt, wahrnehmen. Sein Nachfolger wird Jérôme Colin, der bereits in der Vergangenheit als rechte Hand des Direktors tätig war. Colin verfügt über eine sehr grosse Erfahrung in der Branche und wird die Kontinuität des Geschäftsbetriebs sicherstellen.

Die Geschäftszahlen der Casino Montreux SA fallen sehr erfreulich aus. Trotz eines starken Rückgangs der Bruttospielerträge von über 9% gelang es der Gesellschaft, den Gewinn zu steigern. Hierfür verantwortlich sind deutlich tiefere Kosten auf der einen und niedrigere Abschreibungen auf der anderen Seite. Bei den Abschreibungen drängt sich die Vermutung auf, dass diese den betriebsnotwendigen Wert übersteigen, weswegen hier auch ein tieferer Wert problemlos möglich ist. Ein Indiz findet sich auch im Geschäftsbericht. So soll die ausgeschüttete Dividende exklusive der Rückzahlung der Kapitaleinlagereserven den ausgewiesenen Gewinn nicht übersteigen. Der für die ordentliche Dividende aufzuwendende Betrag liegt bei 11.4 Mio. CHF. Mit der Ausschüttung der dritten Tranche der Kapitaleinlagereserven sind diese aufgebraucht. Eine weitere steuerfreie Ausschüttung ist somit zukünftig allenfalls in der wenig wahrscheinlichen Form der Nennwertrückzahlung möglich.

Die Aktien der Gesellschaft werden auf der ausserbörslichen Handelsplattform OTC-X der Berner Kantonalbank (BEKB) gehandelt. Nahezu bedeutungslos sind die kleinen Namenaktien mit einem Nennwert von 50 CHF, da diese grossteils in die Stücke mit Nennwert 100 CHF umgewandelt wurden. Gemäss dem aktuellen Stand des Handelsregisters sind noch 196 kleine Aktien ausstehend. Die Aktien im Nennwert von 100 CHF wurden letztmalig zu Kursen von 1’950 CHF umgesetzt. Auf dieser Basis lässt sich eine sehr hohe Ausschüttungsrendite von 9.7% für 2014 errechnen. Es muss allerdings davon ausgegangen werden, dass die Ausschüttungen zukünftig tiefer ausfallen werden. Auf der einen Seite zeichnet sich keine Trendwende bei den Spieleinnahmen ab. Auf der anderen Seite wird die Gesellschaft die Agioreserven wie geplant den Aktionären mit der Zahlung im laufenden Jahr vollständig ausschütten.

Nicht zur Bewertung der Titel herangezogen werden sollte der ausgewiesene Buchwert, der nicht nur aufgrund der hohen Abschreibungen tief ausfällt. Die Gesellschaft dürfte über erhebliche stille Reserven in der Bilanz in der Form des Immobilienbesitzes an sehr attraktiver Lage in Montreux verfügen. Inwieweit diese den aktuellen Kurs rechtfertigen, kann nur geschätzt werden. Die Aktien, die zum grossen Teil in festen Händen sind (77.86% gehören der Groupe Barrière, 17.18% besitzt die Gemeinde Montreux), eignen sich vor allem für Anleger mit einem Bezug zur Region zur Anlage. Als sehr attraktiv kann auch die Ausschüttungspolitik angesehen werden. So dürften die Anteilseigner auch bei einer erwarteten Kürzung noch eine deutlich über dem Branchendurchschnitt liegende Rendite erwarten.

 

2 KOMMENTARE

  1. Ihre Ausschüttungszahlen können nicht stimmen. Wären diese so wie beschrieben, würde die Gesellschaft rund 12.1 Mio. als Dividende und 2.6 Mio. aus den Reserven zahlen. Tatsächlich werden 11.4 Mio. als Dividende und knapp 3.4 Mio. aus den Reserven bezahlt. Das macht CHF 146.00 und CHF 43.00 für die Aktie mit nominal CHF 100.00 und CHF 73.00 und CHF 21.50 für jene mit nominal CHF 50.00.
    Freundliche Grüsse
    Sven Jacober

    • Sehr geehrter Herr Jacober
      Besten Dank für Ihren Hinweis. Die von Ihnen benannten Zahlen sind zutreffend. Bei meinen Berechnungen hat sich leider der Fehler eingeschlichen, für den ich mich entschuldige.
      Freundliche Grüsse
      Holger Geissler

Kommentar verfassen