Waldhaus Flims Mountain Resort AG: Totalverlust für die Aktionäre

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Das Grand Hotel Waldhaus in Flims mit dem Hotelpark. Bild: www.waldhaus-flims.ch
Das Grand Hotel Waldhaus in Flims mit dem Hotelpark. Bild: www.waldhaus-flims.ch

Die Waldhaus Flims Mountain Resort AG hat am Dienstag, 7. April 2015 die Bilanz deponiert. Wie diversen Quellen entnommen werden kann, habe die Neubewertung der gesamten Resort-Anlage im Februar einen zusätzlichen Abschreibungsbedarf von 30 Mio. CHF ergeben, der diesen Schritt notwendig machte. Noch im Februar war in der Zeitung „Die Südostschweiz“ zu lesen, dass die Suche nach neuen Investoren bislang erfolglos verlaufen sei. Zusätzlich habe der VR-Präsident Gion J. Fravi gegenüber der Zeitung bestätigt, dass bis Frühling eine Lösung „hermüsse“. Diese konnte offenbar nicht gefunden werden, weswegen die Bilanz unmittelbar nach dem Ende der Wintersaison im Resort deponiert wurde. Bereits aktualisiert ist die Internetseite des Waldhauses, wo sämtliche Angaben zur Aktiengesellschaft entfernt wurden.

Hier ist nachzulesen, dass das Unternehmen eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung ist und unter dem Gesellschaftsnamen WF Hotelmanagement GmbH geführt wird. Als deren Gesellschafter werden Daniel Füglister, der bisherige Hoteldirektor, und Gion J. Fravi, der VR-Präsident der Waldhaus Flims Mountain Resort, genannt.

Die Suche nach einem Investor soll weitergehen. In der von der Nachrichtenagentur sda verbreiteten Meldungen lies sich Fravi zitieren, dass die Chance, einen Investor zu finden, gross sei. Dieser könne das Resort zu einem nicht näher genannten „attraktiven Preis“ erwerben.

Bereits vor Jahresfrist wiesen wir auf die kritische Situation des Betriebs hin. Nunmehr haben sich selbst die schlimmsten Befüchtungen bewahrheitet, und für die Aktionäre ist alles verloren. Wie wir bereits vor einem Jahr geschrieben haben, hätten die Anteileigner an der Generalversammlung 2012/13 kritische Fragen stellen sollen. Doch diese Voten blieben weitestgehend aus (siehe Blog-Beitrag vom 26.3.2014).

Insgesamt lässt das Vorgehen der Verantwortlichen erhebliche Fragen offen. Ein Blick in den letzten Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2013/14 (Ende: 31.10.14) zeigt, dass die rund 220’000 qm Land der Gesellschaft mit nur 118’000 CHF bewertet sind. Zudem beträgt der Buchwert der Immobilien nach der Korrektur von rund 30 Mio. CHF nur noch 21.2 Mio. CHF. Der Brandversicherungswert für die Immobilien wird hingegen mit 139.7 Mio. CHF ausgewiesen.

Weitere Informationen zum Konkurs:

Tagesanzeiger vom 8. April 2015:

„Zu verkaufen: Luxushotel im Flims“

Interview mit VR-Präsident Gion Fravi: «Offensichtlich spekulieren Käufer auf einen besseren Preis»

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