Bernerland Bank: Bruttogewinn stagniert im 1. Semester – Straffung des Filialnetzes

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Hauptsitz der Bernerland Bank in Sumiswald. Bild: www.bernerlandbank.ch

Der Halbjahresabschluss der im Emmental und Oberaargau tätigen Bernerland Bank weist angesichts des schwierigen Zinsumfeldes eine positive Entwicklung auf. So konnten die Kundenausleihungen in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres um 3.2% auf 1’258 Mio. CHF und die Kundengelder um 1.2% auf 1’157 Mio. CHF gesteigert werden. Der Wert der Kundendepots nahm hingegen um 3.5% auf 196.5 Mio. CHF ab. Allerdings möchte die Bernerland Bank künftig genau im Bereich der Vermögensverwaltung und Anlageberatung wachsen. Dazu ist sie eine Kooperation mit der Zähringer Privatbank in Bern eingegangen. Die Auswirkungen dieser Kooperation auf das Volumen und die Erträge in der Vermögensverwaltung dürften jedoch erst in den kommenden Jahren sichtbar werden.

Zinserfolg legt um 4.4% zu

In der Erfolgsrechnung schlug das Zinsengeschäft mit einem Plus von 4.4% auf 10.2 Mio. CHF zu Buche. Als Grund für diese erfreuliche Entwicklung nennt die Bank in ihrem Halbjahresabschluss die gestiegenen Volumen sowie die tieferen Zinskosten für die Kunden- und Refinanzierungsgelder. Allerdings hinterliess die Aufhebung des Euro-Mindestkurses durch die SNB in der Erfolgsrechnung ihre Spuren. Wertkorrekturen im Fremdwährungsgeschäft sowie rückläufige Kommissionseinnahmen im Wertschriftengeschäft hatten einen Einbruch der übrigen Erträge um 31.6% auf knapp 1.4 Mio. CHF zur Folge. Allerdings konnte die Regionalbank diesen Ertragsrückgang durch einen geringeren Geschäftsaufwand ausgleichen. Dieser reduzierte sich im Berichtszeitraum um 2.6% auf 7.7 Mio. CHF. Der Bruttogewinn erreicht daher mit knapp 3.8 Mio. CHF fast exakt den Vorjahreswert. Ein höherer Abschreibungsbedarf (+28.9%) führte zwar zu einem Rückgang des Zwischenergebnisses. Der Halbjahresgewinn lag mit 1.9 Mio. CHF wieder auf Vorjahresniveau.

Vier Standortschliessungen bis Ende Oktober

Neben der Kooperation mit der Zähringer Privatbank im Vermögensverwaltungsgeschäft arbeitet die Bernerland Bank an einem zweiten, wichtigen Projekt: der Optimierung des Filialnetzes. Dazu sollen vier Standorte bis Ende Oktober geschlossen werden. Ziel sei es, die Filialdichte in der Region Huttwil zu optimieren. Künftig würden die Kunden in der neu eröffneten Filiale in Huttwil bedient. Für das Gesamtjahr 2015 rechnet die Bank mit einem gleichen oder geringfügig höheren Gewinn als im Vorjahr.

Der Aktienkurs der auf OTX-X gehandelten Bernerland-Bank-Aktie liegt derzeit bei 450 CHF. Sofern der Gewinn gleich bleibt, wäre der Titel mit einem Kurs/Gewinn-Verhältnis von 21 (nach Zuweisung zu den Reserven für allgemeine Bankrisiken) bewertet. Dies liegt im Branchenschnitt. Allerdings beträgt der Discount auf den per Ende 2014 ausgewiesenen Buchwert von 645 CHF je Aktie rund 30%. Die Dividendenrendite beträgt 2.2%. Somit ist die Aktie auf dem aktuellen Kursniveau nicht zu hoch bewertet. Sollten die eingeleiteten Optimierungsschritte und die Kooperation mit der Zähringer Privatbank erfolgreich verlaufen, dürfte sich dies mittelfristig positiv auf die Kennzahlen der Bank auswirken. Denn die Cost/Income-Ratio lag per Ende Juni mit 67.2% noch deutlich über dem Wert vergleichbarer Banken, die sich in einer Bandbreite von 50 bis 60 bewegen.

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