Hochalpines Institut Ftan: Finanzierung des Schulbetriebes für zwei Jahre gesichert – Neuer Verwaltungsrat

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Der neue Verwaltungsratspräsident des HIF Jon Peer möchte den Turnaround der Privatschule vorantreiben. Bild: zvg
Der neue Verwaltungsratspräsident des HIF, Jon Peer, möchte den Turnaround der Engadiner Privatschule vorantreiben. Bild: zvg

Die Schliessung des Engadiner Internats Hochalpines Institut Ftan (HIF) ist definitiv vom Tisch. An der ausserordentlichen Generalversammlung der gleichnamigen Aktiengesellschaft am 19. September 2015 wurde ein komplett neuer Verwaltungsrat gewählt. Zu den Mitgliedern gehören nun der Immobilienunternehmer Jon Peer (Präsident) sowie die Kommunikationsexpertin Beatrice Tschanz, Scouls Gemeindepräsident Christian Fanzun, der Finanzexperte Paul Häring, Sven A. Kohler und Grossrat Duosch Fadri Felix. Zudem wird der Organisationsberater Stefan Prebil die Leitung des Instituts übernehmen. Prebil soll als Turnaround-Manager die traditionsreiche Schule wieder auf die Erfolgsspur zurückführen. Unterstützt wird der Verwaltungsrat in einem Beirat auch durch CVP-Nationalrat Dr. Gerhard Pfister, der seine Expertise als VR-Delegierter des Internats Institut Montana einbringen wird. Noch vor wenigen Monaten sah es danach aus, dass das HIF aufgrund von Liquiditätsschwierigkeiten und Managementfehlern kurz vor dem Ende stehen würde (siehe Blog-Beitrag vom 29. Juli 2015). Doch dann engagierten sich Bürger und Gemeinden, um die 1793 gegründete private Bildungseinrichtung zu retten. Neben dem Wechsel im Verwaltungsrat ist es zudem auch gelungen, die Finanzierung über die kommenden zwei Jahre sicherzustellen. Die Gemeinde Scoul stellte ein zinsloses Darlehen in Höhe von 3 Mio. CHF zur Verfügung. Hinzu kommen weitere 1 Mio. CHF aus der Kasse einer Stiftung.

Stabile Verhältnisse herstellen

Der neue VRP Jon Peer ist zuversichtlich, mit dieser Finanzierung die Durststrecke bis zum Erreichen der Profitabilität überbrücken zu können. Er und seine Kollegen im Verwaltungsrat wollen so rasch als möglich wieder stabile Verhältnisse herstellen, das Marketing intensivieren und so neue Schüler gewinnen sowie die Informationspolitik verbessern. „Im laufenden Schuljahr haben 75 neue Schülerinnen und Schüler am HIF begonnen“, erklärt er auf Nachfrage und räumt jedoch auch ein, dass das Potenzial weitaus grösser sei. Im Schuljahr 2008/2009 besuchten noch über 200 Schüler das HIF, das auch für seine Sportklasse bekannt ist. Zu den Schülern gehörte beispielsweise der Langlauf-Olympiasieger und Weltmeister Dario Cologna. Angesichts dieser Ausgangslage ist Jon Peer zuversichtlich, das HIF wieder erfolgreich positionieren zu können. Spätestens zum Schuljahr 2017/18 soll der Turnaround abgeschlossen werden. Peer weist auch darauf hin, dass die Hochalpines Institut Ftan AG zu keiner Zeit überschuldet gewesen sei. Schwierigkeiten habe es lediglich wegen der fehlenden Liquidität gegeben. Über die genauen Zahlen des Geschäftsjahres 2014/15 (Ende: 31. Juli) wird die Gesellschaft im Rahmen ihrer Generalversammlung am 5. Dezember informieren.

Noch vor wenigen Wochen sah es so aus, als ob die traditionsreiche Schule im Engadin geschlossen werden müsste. Nun zeichnet sich ab, dass die Bildungseinrichtung und auch die Hochalpines Institut Ftan AG eine Zukunft haben. Die Namenaktien der Gesellschaft zu nominal 150 CHF werden auf der Plattform OTC-X der BEKB gehandelt. Allerdings finden nur sehr selten Handänderungen statt. 40% der Aktien befinden sich im Besitz der Gemeinde Scuol. Die übrigen Aktien sind breit im Publikum gestreut. Zuletzt wurden die Aktien am 28. Juli 2015 zu Kursen von 50 CHF gehandelt. Seit den ersten Aktivitäten von Peer liegt der Geldkurs mit 60 CHF allerdings bereits deutlich höher. Eine Bewertung der Aktie wird erst möglich sein, wenn der Jahresabschluss vorliegt.

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