PLAZZA: Finanzchef verlässt Immobilienfirma Mitte 2016 – Nachfolgersuche ist eingeleitet

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In Regensdorf soll auf dem ehemaligen Industriegebiet nördlich des Bahnhofs ein neues Quartier entstehen. Bild: Plazza AG
In Regensdorf soll auf dem ehemaligen Industriegebiet nördlich des Bahnhofs ein neues Quartier entstehen. Bild: Plazza AG

Erst im Juni 2015 ist die heutige PLAZZA AG aus der Abspaltung der nicht betriebsnotwendigen Immobilien der Conzzeta AG in eine eigenständige Einheit entstanden. Zuvor war PLAZZA ein Geschäftsbereich der Conzzeta AG. Die PLAZZA AG „plant, realisiert, bewirtschaftet und vermarktet Liegenschaften und Immobilienprojekte in der Schweiz“ und schreibt in ihrem Kern letztlich die historisch gewachsene Immobiliengeschichte der Conzzeta AG fort. Die Wurzeln der Conzzeta AG reichen zurück bis ins Jahr 1912, als sich die Mechanische Backsteinfabrik Zürich und die Ziegeleien Albishof-Heurieth auf Initiative der Brüder Ernst und Jacob Schmidheiny zur Aktiengesellschaft Zürcher Ziegeleien zusammenschlossen. Das „Doppel-Z“ in Conzzeta und PLAZZA soll dabei bis in die Gegenwart als Reminiszenz an die traditionsreiche Vergangenheit wirken.

Der Schwerpunkt der unternehmerischen Tätigkeit der PLAZZA liegt – mit Fokus Wohnliegenschaften – im Wirtschaftsraum Zürich, auf den rund 90% der Mieterträge entfallen. Entwicklungsliegenschaften und Projekte mit 94’000 m2 Grundstücksfläche in den Wirtschaftszentren Zürich (Wallisellen, Regensdorf) und Lausanne (Crissier) ergänzen das Liegenschaftsportfolio und sollen schrittweise realisiert werden.

Heute teilte die Gesellschaft in einer Medienmitteilung mit, dass der CFO Peter Oesch das Unternehmen aus persönlichen Gründen per 30. Juni 2016 verlassen wird. Interimistisch werde CEO Ralph Siegle per sofort zusätzlich die Aufgaben des Finanzchefs übernehmen, so die Gesellschaft. Die Suche nach einem neuen CFO sei eingeleitet.

Oesch hat die Abspaltung des ehemaligen Immobilienteils der Conzzeta in die börsenkotierte PLAZZA begleitet und gemäss Mitteilung „das Finanz- und Rechnungswesen der neuen Gesellschaft gemäss den geltenden regulatorischen Auflagen und Rechnungslegungsvorschriften für börsenkotierte Firmen etabliert.“ Der Verwaltungsrat der PLAZZA bedauert das Ausscheiden von Peter Oesch ausdrücklich.

Für das Unternehmen selbst bedeutet ein CFO-Wechsel kurz nach dem Börsengang gleichwohl eine erneute Anpassung in der Organisation, die auch Kapazitäten binden wird. Insofern ist ein unplanmässiger CFO-Wechsel, so sehr persönliche Gründe zu respektieren sind, für ein Unternehmen immer auch eine organisatorische Herausforderung, die es zu meistern gilt.

Ungewöhnlich ist die aus der Conzzeta AG-Historie „geerbte“ zweigleisige Kapitalstruktur der PLAZZA AG mit Namenaktien A und B, wobei die auf OTC-X gehandelten, wenig liquiden B-Aktien ein faktisches Mehrfachstimmrecht gegenüber den an der SIX Swiss Exchange kotierten Namenaktien A haben. Das Aktienkapital von 1.035 Mio. CHF ist eingeteilt in 1.827 Mio. Namenaktien A à 0.50 CHF sowie 1.215 Mio. Namenaktien B à 0.10 CHF. Seit ihrer Erstnotiz am 26. Juni 2015 haben die börslich gehandelten A-Namenaktien etwa um 5% an Wert verloren und notieren bei etwa 200 CHF (Kurs vom 3.12.2015).

Die auf OTC-X nur sehr selten und zuletzt zu 41.00 CHF (17.09.2015) gehandelten Namenaktien B, die grösstenteils im Besitz der Familien Schmidheiny/Auer/Spoerry („Aktionärsgruppe ASS“) gehalten werden, werden aktuell zu 38.00 CHF gesucht und zu 42.00 CHF angeboten (Kurse vom 3.12.2015). Das rechnerische Äquivalent zur SIX-gehandelten Namenaktie A liegt – bei einem A-Börsenkurs von 200 CHF – bei 40 CHF (Nennwert-Faktor 1:5) in der Nähe der OTC-Kurse.

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