Magazzini Generali con Punto Franco: Wiederaufnahme der Ausschüttung nach 3-jähriger Dividendenpause, hohe Rendite für 2016

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In Chiasso besitzt die Gesellschaft Lagerhäuser mit direktem Gleisanschluss. Quelle: Magazzini Generali con Punto Franco Sa

Die Lagerhausgesellschaft Magazzini Generali con Punto Franco SA (Magazzini) will für das Geschäftsjahr 2016 nach drei dividendenlosen Jahren erstmalig wieder eine Ausschüttung an die Aktionäre vornehmen. Die Höhe der Dividende, die noch von der Generalversammlung zu genehmigen ist, soll 150 CHF pro Aktie betragen. Mit einer Dividendenzahlung in Höhe von 900’000 CHF übersteigt die Dividende den Gewinn des Geschäftsjahres 2016 von 227’100 CHF deutlich. Wie die Gesellschaft im neuesten Geschäftsbericht schreibt, wurde der Geschäftsgang im Berichtsjahr nochmals durch die Unsicherheit der wirtschaftlichen Entwicklung belastet. Betroffen von dieser Unsicherheit war erneut das Geschäftsfeld Services und Dienstleistungen für Dritte, das im vergangenen Jahr ein Umsatzminus von 2.6% auf 1.3 Mio. CHF verzeichnete. Wie die Gesellschaft mitteilt, handelte es sich hierbei um den dritten Rückgang in Folge. Diese sehr konjunktursensitive Sparte musste in den letzten drei Jahren Umsatzeinbussen von 21.2% verkraften. Dank der in den Vorjahren eingeleiteten Optimierungsmassnahmen, durch welche die Betriebsabläufe auf den aktuellen technischen Stand gebracht wurden, konnte das Minus deutlich reduziert werden. Im Verlauf des zweiten Semesters 2016 drehte der Wind, und das Dienstleistungsgeschäft legte wieder leicht zu.

Lagergeschäft profitiert von guter Nachfrage

Im 2016 konnte die Magazzini von einer guten Nachfrage nach ihren Lagerkapazitäten profitieren. So zogen die Einkünfte des Lagergeschäfts um 6% auf knapp 4 Mio. CHF an. Die sonstigen Erträge verdoppelten sich gegenüber dem Vorjahreswert wegen der Schlusszahlung des Bundesamts für Verkehr aus einem Vorfall im Jahr 2013 in Höhe von 73’000 CHF auf gut 230’000 CHF. Gesamthaft stiegen die Einnahmen um 5.9% auf 5.5 Mio. CHF. Auf der Ausgabenseite waren die Personalkosten, die gegenüber dem Vorjahr um 1.2% auf 1.76 Mio. CHF fielen, der grösste Kostenfaktor. Markant angestiegen sind die Aufwendungen für Beratungsleistungen mit einem Plus von 82.9% auf 0.8 Mio. CHF. Dieser Anstieg geht Unternehmensangaben zufolge nahezu vollumfänglich auf die Honorare für Architekten und Ingenieure im Zusammenhang mit den Umbaumassnahmen zurück. Deutlich höher als im Vorjahr waren auch die Kosten für Unterhalt und Reperaturen mit 1.1 Mio. CHF nach 0.6 Mio. CHF im Vorjahr. Auch diese Position geht auf die Umbaumassnahmen in Stabio und Chiasso zurück, teilt die Gesellschaft mit. Im Ergebnis führte dies zu einem Minus des Betriebsgewinns vor Abschreibungen (EBITDA) von 25.2% auf 1.3 Mio. CHF. Die Sachabschreibungen stiegen deutlich von 0.4 Mio. CHF im Vorjahr auf 0.7 Mio. CHF an. Die Gesellschaft hat die gesetzlichen Möglichkeiten der beschleunigten Abschreibung der getätigten Investitionen genutzt, was zum massiven Anstieg der Abschreibungen führte. So resultierte ein Minus des EBIT um 55.6% auf 0.6 Mio. CHF. Unter dem Strich konnte dennoch ein Anstieg des Reingewinns um 17’500 CHF auf 227’100 CHF verbucht werden. Möglich wurde dies durch den Wegfall der Bildung von Rückstellungen, welche das Ergebnis des Jahres 2015 mit 825’000 CHF belasteten.

Die Geschäftszahlen der Magazzini für 2016 reflektieren die Unsicherheit über die Firmenzukunft. Während der operative Geschäftsgang komplett zu überzeugen vermag, belasten externe Kosten für Beratungen und Umbauten die Margen deutlich. Beim massiven Plus der Betriebskosten dürfte es sich um einen einmaligen Effekt handeln. Zudem dürften in diesen der Erfolgsrechnung belasteten Aufwendungen auch Investitionen, die nicht aktiviert wurden, enthalten sein. Weiterhin hoch bleiben werden indessen die Beratungskosten, wie die Gesellschaft auch im Geschäftsbericht einräumt. Zwar stehen diese im Zusammenhang mit der Suche nach einer Optimierung der Erträge und der Zukunftssicherung und sind zumindest per se nicht komplett zu verurteilen. Allerdings befindet sich das Unternehmen seit mehreren Jahren in der Phase der Evaluierung, ohne dass bislang konkrete Pläne für die Zukunft vorliegen. Wie diese Projekte im Detail aussehen und welche Kosten hierfür zu erwarten sind, ist auch nach mehreren Jahren nach wie vor unbekannt.

Als grundsolide angesehen werden kann die Bilanz mit einer ausgewiesenen Eigenmittelquote von fast 47% der Bilanzsumme. Zudem verfügt die Gesellschaft über Rückstellungen in Höhe von 3.05 Mio. CHF respektive 26% der Bilanzsumme. Diese sind grossteils für zukünftige Investitionen vorgesehen und besitzen somit Eigenmittelcharakter. Zusätzlich verfügt die Gesellschaft über liquide Mittel in Höhe von 4.2 Mio. CHF per Jahresende 2016. Diesen stehen echte hypothekarische Verbindlichkeiten in Höhe von 3 Mio. CHF gegenüber. Die Gesellschaft nutzt eigenen Angaben zufolge die maximal möglichen Abschreibungssätze auf die Investitionen. Dies legt den Schluss nahe, dass die Gesellschaft über erhebliche stille Reserven im Anlagevermögen verfügt.

Die Aktien der Magazzini werden auf der ausserbörslichen Handelsplattform OTC-X der Berner Kantonalbank (BEKB) gehandelt. Die nur selten gehandelten Papiere wurden letztmalig zu Kursen von 2’900 CHF umgesetzt. Aktuell werden die Papiere zu 2’400 CHF gesucht und zu Briefkursen von 2’950 CHF angeboten. Bei einem ausgewiesenen Gewinn von knapp 38 CHF pro Aktie und einem Buchwert von 910 CHF erscheinen die Titel auf der Basis der klassischen Kennzahlen wie KGV, Kurs/Buchwert-Verhältnis sehr teuer. Als sehr attraktiv angesehen werden kann hingegen die Ausschüttungsrendite für 2016 in Höhe von 5.2%. Es ist allerdings sehr fraglich, ob die Aktionäre in Zukunft ähnlich hohe Dividenden erwarten dürfen. Dies erscheint wenig wahrscheinlich, da die Auszahlung für 2016 den gesamten Jahresgewinn und die in den dividendenlosen Vorjahren gesammelten Gewinne umfasst. Nicht übersehen werden darf hierbei, dass der wirtschaftlich den Aktionären zuzurechnende Gewinn den ausgewiesenen Reingewinn deutlich übersteigen sollte. Zudem dürfte der Substanzwert der Gesellschaft den ausgewiesenen Wert um ein Mehrfaches übersteigen. Auf der Basis des nur schätzbaren Substanzwerts dürften die Papiere daher zumindest nicht überteuert sein. Allerdings eignen sich die Titel wegen der sehr geringen Handelsliquidität nur für diejenigen Investoren, die über einen langfristigen Anlagehorizont verfügen und keinesfalls darauf angewiesen sind, die Aktien zu veräussern.

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