Linde Holding: Übernahmekampf kommt in die nächste Phase – sowohl Hirslanden als auch AEVIS bieten nun 3’100 CHF je Aktie

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Um die Privatklinik Linde in Biel streiten die AEVIS VICTORIA-
und die Hirslanden-Gruppe. Bild: www.kliniklinde.ch

Jetzt geht es Schlag auf Schlag im Übernahmekampf um die Bieler Privatklinik Linde. Nachdem am Wochenende die Hirslanden-Gruppe den Aktionären der Linde Holding 3’000 CHF in bar für eine Aktie geboten hatte, zog die börsenkotierte AEVIS Victoria-Gruppe nach. Auch sie bot den Aktionären wahlweise 3’000 CHF in bar oder 55.06 AEVIS-Aktien. Bei einem Aktienkurs von 58.80 CHF (20.6.) entspricht dies einem Gegenwert von 3’238 CHF.

Hirslanden erhöht Angebot auf 3’100 CHF für eine Linde-Aktie

Nun legt die Hirslanden-Gruppe nochmals nach. Auf ihrer Website publiziert das Zürcher Unternehmen heute einen Brief an die Aktionäre der Linde Holding Biel AG und bietet nun 3’100 CHF für eine Linde-Aktie in bar. Dieser Schritt kommt zwar nicht überraschend, doch die Art der Publikation ist neu. Bisher waren die Offerten der Hirslanden-Gruppe nicht öffentlich zugänglich. Nun prangt das Angebot prominent auf der Startseite von www.hirslanden.ch. Aktionäre, die ihre Aktien der Hirslanden-Gruppe bereits angedient haben, sollen ebenfalls den höheren Preis erhalten. „Wir sind überzeugt, in Zusammenarbeit mit der bewährten aktuellen Führung und den Belegärzten, die Privatklinik Linde in unserem Verbund rasch als das private Zentrumsspital in der Region positionieren und verankern zu können und nachhaltig für mehr Belegung zu sorgen“, schreibt Hirslanden den Linde-Aktionären.

AEVIS reagiert und erhöht Offerte ebenfalls

Die Reaktion von AEVIS auf die Erhöhung des Angebotes durch Hirslanden liess nicht lange auf sich warten. Gegenüber AWP bestätigte der VR-Delegierte der AEVIS Gruppe, Antoine Hubert, dass AEVIS nun ebenfalls 3’100 CHF pro Linde-Aktie in bar bietet. Die Offerte in eigenen Aktien werde allerdings nicht angepasst. Dabei weibelt das zur AEVIS-Gruppe gehörende Swiss Medical Network mit ähnlichen Argumenten wie die Hirslanden-Gruppe. So warb Hubert in einem Interview mit schweizeraktien.net mit den Worten: „Die Identität der Kliniken und die Unabhängigkeit der Belegärzte wird gestärkt, die regionale Verankerung der Kliniken wird gefördert, und es wird massiv in die Infrastruktur der Kliniken investiert. Linde wird von der Zuweisung von Patienten von den anderen Kliniken im Espace Mittelland profitieren, welche aufgrund ihrer Grösse gewisse Fachgebiete nicht abdecken.“

Zuletzt wurden auf OTC-X 3’100 CHF für eine Linde-Aktie gezahlt. Angesichts des aktuellen Bieterstreits gibt es keinen Grund, die Aktien zu verkaufen. 

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