Titlis-Bahnen: Besucherrekord im ersten Semester 2016/17, Umsatz legt um 9.9% zu – Positiver Start in die Sommersaison

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Die Tage des Hotels Terrace sind gezählt – die Planung für den Neubau läuft auf Hochtouren. Quelle: Engelberg-Titlis Tourismus AG

Die Bergbahnen Engelberg-Trübsee-Titlis AG (Titlis-Bahnen) trotzten im ersten Semester des noch bis 31. Oktober 2017 laufenden Geschäftsjahres 2016/17 den schwierigen Bedingungen. So stieg etwa die Anzahl der Gäste im Vergleich zum Vorjahr um 8.4% auf 597’000 an, was nicht nur um 10.6% über dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre liegt, sondern auch einen absoluten Rekordwert darstellt.

Zuwachs sogar im Wintersport

Im Gegensatz zum allgemein rückläufigen Trend konnten die Titlis-Bahnen auch im Wintersportgeschäft zulegen. Mit zur Steigerung beigetragen hat die erstmalige durchgehende Öffnung des Berghotels Trübsee vom November an. Dank der Schneefälle Anfang November und der Beschneiungsanlagen wurde die Skipiste Stand-Trübsee bereits am 12. November geöffnet. Trotz der bis Ende Dezember ausbleibenden Schneefälle öffnete daher am 16. Dezember sogar die Talabfahrt nach Engelberg. Allerdings kamen im Dezember wegen der fehlenden Winterstimmung dennoch weniger Skifahrer ins Gebiet als im Vorjahr. Mit der Verbesserung der Situation ab Januar konnte das Minus egalisiert werden. Bis zum Saisonende verbuchten die Titlis-Bahnen dank der nahezu perfekten Verhältnisse bis in den Mai hinein sogar ein Plus.

Deutlich entspannt hat sich auch die Lage auf den Überseemärkten, was sich in einer Zunahme der Gruppenreisenden um 18% und der Individualgäste um 16% ausdrückt. Die Gesellschaft betont im aktuellen Semesterbericht besonders die Entwicklung bei den chinesischen Gästen. Insgesamt machen die Individualreisenden und das Schneesportgeschäft im Winter rund drei Viertel der Besucher aus.

Verkehrserträge legen deutlich zu

Die Gesamteinnahmen stiegen im Berichtssemester gegenüber dem Vorjahr um 9.9% respektive plus 3.1 Mio. CHF auf 34.5 Mio. CHF an. Der Löwenanteil des Anstiegs geht auf das Konto der um 2 Mio. CHF auf 22.7 Mio. CHF angestiegenen Verkehrserträge. Ein deutliches Plus von 1 Mio. CHF auf 8.1 Mio. CHF verzeichneten auch die Wareneinnahmen aus den Restaurants und den Hotels. Hierzu mit beigetragen hat das neue Restaurant „Lago Torbido“ am Trübsee, das die Gesellschaft als gastronomischen Höhepunkt der Saison bezeichnet. Lediglich im Beherbergungsgeschäft mussten die Titlis-Bahnen ein leichtes Minus von 0.1 Mio. CHF auf 1.5 Mio. CHF verbuchen.

EBITDA und Gewinn wachsen zweistellig

Auf der Kostenseite schlugen sich das neue Restaurant und Lohnerhöhungen für das Personal nieder. So stiegen die Lohnausgaben um 3.6% respektive 0.4 Mio. CHF auf 12.5 Mio. CHF an. Auch die Warenausgaben zogen um 0.2 Mio. CHF auf 2.6 Mio. CHF an. Markant höher fiel auch der sonstige Betriebsaufwand aus, der vor allem wegen der höheren Energiekosten um 6.4% auf 8.2 Mio. CHF anstieg. Einen negativen Einfluss auf die Kosten haben auch die erhöhten Vorschriften im regulatorischen Bereich und die stetig steigenden Ansprüche der Kunden an die Qualität des Angebots. Dennoch gelang es, den Betriebsgewinn vor Abschreibungen (EBITDA) um 2.1 Mio. CHF respektive 22.6% auf 11.3 Mio. CHF zu steigern. Nach den um 0.1 Mio. CHF tieferen Sachabschreibungen in Höhe von 5.7 Mio. CHF resultierte ein Plus des EBIT um 64.4% auf 5.6 Mio. CHF. Unter dem Strich verblieb trotz der um 0.2 Mio. CHF auf 0.8 Mio. CHF angestiegenen Steuern ein Gewinnplus von 72.2% auf 5 Mio. CHF.

Starker Auftakt der Sommersaison

Den Start in die laufende Sommersaison bezeichnet die Gesellschaft mit einem Plus der Ersteintritte im Mai und Juni von 18% als sehr gut. Diese Werte knüpfen an das Rekordjahr 2014/15 an. Sehr zuversichtlich wird die Erholung auf den internationalen Märkten beurteilt. Dennoch bleibt die verschärfte Wettbewerbssituation eine grosse Herausforderung: Immer mehr Bergbahnunternehmen drängen auf die internationalen Märkte, was einen enormen Preisdruck mit sich bringe, so die Gesellschaft. Insgesamt wird für das Geschäftsjahr 2016/17 mit einem Ergebnis über dem Vorjahr gerechnet.

Im laufenden Sommer investieren die Titlis-Bahnen weiter in die Beschneiungsanlagen in Richtung Gletscher und am Jochpass. Zudem laufen derzeit die Planungen für den Ersatz der Sesselbahn Engstlen durch eine kuppelbare 6er-Sesselbahn mit Wetterschutzhauben. Für den kommenden Winter ist geplant, die Pisten auf dem Gletscher im Oktober zu öffnen und wie im Vorjahr die Strecke Stand-Trübsee im November. Für den Dezember steht die Öffnung der Talabfahrt auf der Wunschliste. Die erhöhte Schneesicherheit soll es ermöglichen, die Marktstellung der Titlis-Bahnen weiter zu festigen.

Die Semesterzahlen der Titlis-Bahnen fallen sehr erfreulich aus. Dem Unternehmen ist es trotz des schwierigen Umfelds gelungen, alle wichtigen betrieblichen Kennzahlen zu verbessern. Neben den sehr guten Kennzahlen der Erfolgsrechnung präsentiert sich auch die Bilanz der Gesellschaft mit einer ausgewiesenen Eigenmittelquote von 83% der Bilanzsumme per 30. April 2017 grundsolide. Dieser hohe Wert dürfte allerdings in den nächsten Jahren nicht ganz gehalten werden können. Die anstehenden grösseren Investitionen – zu nennen sind hier der geplante Bau der neuen Sesselbahn und die Erneuerung des Hotels Terrace – dürften zumindest teilweise durch eine temporäre Erhöhung der Verschuldung finanziert werden. Ein Rückgang der Eigenmittelbasis auf unter 50% scheint indessen keinesfalls zu befürchten sein, womit die Firma nach wie vor sehr solide finanziert wäre.

Die Aktien der Titlisbahnen sind an der SIX Swiss Exchange kotiert. Auf der Basis des letztbezahlten Kurses von 364 CHF weisen die Titel eine zumindest im Vergleich zum Gros der Bergbahnen, die keine Ausschüttungen vornehmen, attraktive Dividendenrendite von 2.2% auf. Angesichts der optimistischen Aussagen der Geschäftsleitung zu den Aussichten für das Gesamtjahr erscheint eine Kürzung der Dividende als nahezu komplett ausgeschlossen. Zumindest möglich wäre eine Erhöhung der Ausschüttung, wobei diese angesichts der anstehenden Investitionen moderat ausfallen dürfte.

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