Brunni-Bahnen: Starkes Sommergeschäft federt im Geschäftsjahr 2016/17 schneearmen Winter ab

Konstante steuerfreie Dividende aus Kapitaleinlagereserven.

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Das Sommergeschäft floriert
Mit Angeboten für Kinder setzen die Brunni-Bahnen erfolgreich auf den Ausbau des Sommergeschäfts. Quelle: Brunni-Bahnen Engelberg AG

Die Brunni-Bahnen Engelberg AG konnte im Geschäftsjahr 2016/17 ein deutliches Plus der Sommereinnahmen im Vergleich zum Vorjahr verbuchen. Nur sehr bedingt vergleichbar mit den Vorjahreswerten sind indessen die Einnahmen aus dem Wintergeschäft. Das Berichtsjahr umfasste einen Zeitraum von 16 Monaten nach 12 Monaten im Vorjahr. Die Brunni-Bahnen schliessen das Geschäftsjahr neu am 30. April statt wie bisher am 31. Dezember ab. Dies führt dazu, dass im Berichtsjahr 10 Wintermonate und 6 Sommermonate enthalten waren. Wie die Gesellschaft im aktuellen Geschäftsbericht schreibt, sind zudem zwei Revisionsmonate des Bahnbetriebs (April 2016 und April 2017) in den Zahlen enthalten. Aus diesem Grund sind die Zahlen nur sehr eingeschränkt mit den Vorjahreswerten vergleichbar. Lediglich ein Vergleich der Verkehrserträge aus dem Sommergeschäft ist uneingeschränkt möglich. Diese legten im Berichtsjahr im Vergleich zum Vorjahr deutlich um 7.6% auf 1.7 Mio. CHF zu. Nicht saisonal ausgewiesen werden die Einnahmen aus den sonstigen Geschäftsfeldern Gastronomie, Beherbergung und den Nebenerträgen. Im Gegensatz zu vielen anderen Bahnen spielt indessen das Sommergeschäft bei den Brunni-Bahnen eine wichtige Rolle. So stammen 21% aller Einnahmen des Geschäftsjahres aus den Sommerverkehrserträgen. Bei den Verkehrserträgen liegt der Anteil des Sommers bei hohen 35.9%.

Ungünstige Witterungsbedingungen lasten auf dem Wintergeschäft

Das Wintergeschäft des Berichtsjahres war geprägt durch das Fehlen von Schnee während 5 von 10 Monaten, die das Geschäftsjahr umfasst. Zudem war die Wintersaison 2016/17 eine der kürzesten in der bisherigen Firmengeschichte, wie das Unternehmen seinen Aktionären weiter mitteilt. Das nominelle Plus der Wintererträge von 42.2% auf 3.1 Mio. CHF geht vor allem auf das längere Geschäftsjahr zurück. Unter diesem Aspekt müssen denn auch die Gesamteinnahmen von 8.3 Mio. CHF nach 6.4 Mio. CHF im Vorjahr gesehen werden. Ein Vergleich der beiden Geschäftsjahre ist nicht sinnvoll möglich. Lediglich der prozentuale Anteil der Kosten im Verhältnis zu den Einnahmen liefert ein gewisses Indiz. Hier fällt auf den ersten Blick ein starker Anstieg der Personalaufwendungen von 42% der Einnahmen im Vorjahr auf 48% im Berichtsjahr auf. Das Plus geht, wie die Gesellschaft mitteilt, auf die im Berichtsjahr zweifach enthaltenen Revisionsmonate zurück. Bei den Warenkosten konnte hingegen der Vorjahreswert von 10% gehalten werden. Etwas höher fielen auch die betrieblichen Aufwendungen mit einem Wert von 25% der Einnahmen nach 24% im Vorjahr aus. Das Plus geht vor allem auf das Konto der höheren Unterhalts- und Ersatzaufwendungen infolge der Neubeschaffung eines modernen Pistenfahrzeugs und der harzigen Witterungsbedingungen. Im Ergebnis drückten diese Sonderfaktoren auf den Betriebsgewinn. So resultierte ein Betriebsgewinn vor Abschreibungen EBITDA von 1.4 Mio. CHF nach 1.5 Mio. CHF im Vorjahr. Die Sachabschreibungen wurden im betriebsnotwendigen Umfang durchgeführt, teilt die Gesellschaft weiter mit. Im Berichtszeitraum wurden 1.3 Mio. CHF nach 1.1 Mio. CHF im Vorjahr abgeschrieben. So konnte nur noch ein EBIT von 0.1 Mio. CHF nach 0.4 Mio. CHF im Vorjahr ausgewiesen werden. Unter dem Strich konnte dennoch ein kleiner Gewinn von 16’000 CHF nach einem Gewinn von 0.2 Mio. CHF im Vorjahr ausgewiesen werden. Die Aktionäre erhalten trotz des tieferen Gewinns eine Dividende in Vorjahreshöhe von 25 CHF pro Aktie. Diese wird für Privatanleger mit Schweizer Wohnsitz steuerfrei aus den Kapitaleinlagereserven ausgeschüttet.

Erweiterung des Geschäftsfelds um Übernachtungen

Seit August 2016 bieten die Brunni-Bahnen auch Übernachtungsmöglichkeiten an. In den oberen Etagen des Berglodge-Restaurants wurden sieben Zimmer mit je vier bis elf Betten erstellt. Zwei der Zimmer verfügen über eigene Badezimmer. Die mit Holz dekorierten Zimmer sollen vor allem Wanderer, Familien und Gruppen ansprechen. Für den Umbau wurden 630’000 CHF investiert. Im Berichtsjahr wurden die von der Gesellschaft budgetierten Zahlen erreicht. Für die Zukunft steht ein Umbau des Innenbereichs des Bergrestaurants Ristis auf der Agenda. Das Projekt wurde entgegen der ursprünglichen Planung vorgezogen. Die Baueingabe erfolge im September 2017, während mit den Bauarbeiten unter der Prämisse, dass keine baurechtlichen Hürden die Ausführung verzögern, im Frühling 2019 begonnen wird.

Die Geschäftszahlen der Brunni-Bahnen für das Langgeschäftsjahr fallen unter der Berücksichtigung der Sonderfaktoren durchschnittlich aus. Eine genaue Bewertung des Ergebnisses wird insbesondere durch die doppelte Belastung der Rechnung mit Revisionsarbeiten erschwert. Mit dem erzielten EBITDA wäre die Gesellschaft rechnerisch in der Lage, die Erneuerung aller Sachanlagen in einem Zeitraum von rund 23 Jahren aus den selbst erarbeiteten Mitteln zu finanzieren. Bei einer durchschnittlichen Betriebsdauer der Anlagen von 25 Jahren kann sich die Gesellschaft im Gegensatz zu den meisten Bergbahnen so die Erneuerung der Anlagen vor dem Ende der Betriebsdauer leisten. Eine wichtige Rolle spielt auch das Sommergeschäft, welches die allgemein rückläufige Tendenz im Wintersport, unter welcher der Grossteil der Schweizer Bergbahnbranche leidet, abzufedern vermag.

Die Aktien der Brunni-Bahnen werden auf der ausserbörslichen Handelsplattform OTC-X der Berner Kantonalbank (BEKB) gehandelt. Auf der Basis des letztbezahlten Kurses von 1’900 CHF weisen die Titel einen leichten Abschlag von 7% gegenüber dem ausgewiesenen Buchwert auf. Als tief angesehen werden muss die Ausschüttungsrendite von 1.3% auch im aktuellen Tiefzinsumfeld. Als eher teuer angesehen werden müssen die Titel auf der Basis der klassischen Kennzahlen wie KGV, Unternehmenswert im Verhältnis zum EBITDA (Enterprise Value / EBITDA). Die Titel bieten für Investoren nur wenig Rendite. Allerdings erhalten die Aktionäre im Gegensatz zum Gros der Bergbahnen eine Bardividende und zudem eine attraktive Naturaldividende in der Form eines Nachtessens für alle GV-Besucher.

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